AWACS-Einsatz in Afghanistan

Mit bis zu 300 Bundeswehrsoldaten wird sich Deutschland am AWACS-Einsatz in Afghanistan beteiligen. Das beschloss der Bundestag mit großer Mehrheit. Einzig die Linkspartei lehnte den Einsatz geschlossen ab. Nein-Stimmen gab es jedoch auch aus den übrigen Fraktionen.

Weiterlesen
Dafür gestimmt
459
Dagegen gestimmt
81
Enthalten
15
Nicht beteiligt
56
Abstimmungsverhalten von insgesamt 611 Abgeordneten.

Der AWACS-Einsatz erfolgt im Rahmen der NATO-geführten ISAF-Mission in Afghanistan und ist bis zum 13. Dezember 2009 befristet. Die Luftraumüberwachung durch die AWACS-Aufklärungsflugzeuge sei angesichts des steigenden Aufkommens im Luftverkehr über Afghanistan "dringend erforderlich" und stelle einen Schutz der dort eingesetzten Soldaten dar, argumentiert die Bundesregierung in ihrem Antrag. NATO-AWACS-Flugzeuge unterstützen die ISAF-Operationsführung und dienen auch der Koordinierung des gesamten Luftverkehrs. Soweit dabei Einsatztruppen im Rahmen des umstrittenen Anti-Terror-Kampfes "Operation Enduring Freedom" (OEF) einbezogen werden, "liegt dies im Rahmen der zulässigen und vom Sicherheitsrat wiederholt eingeforderten Kooperation der beiden Operationen", heißt es in dem Regierungsantrag. "Die NATO-AWACS verfügen weder über die Fähigkeit zur Bodenaufklärung, noch haben sie eine Feuerleitfähigkeit für Luft-Boden-Einsätze." Zunächst sollen die AWACS im türkischen Konya stationiert werden. Vorgesehen ist aber eine Verlegung in die Golfregion und damit in die Nähe des Einsatzgebietes, das auf den afghanischen Luftraum beschränkt ist. Die einsatzbedingten Zusatzausgaben belaufen sich auf 4,21 Mio. Euro.

Weiterführende Links:

Antrag der Bundesregierung zur Beteiligung deutscher Streitkräfte am AWACS-Einsatz in Afghanistan (Dr. 16/13377, pdf)

Kommentare

Permalink

raus aus arabien, afrika und asien,
iris gleicke und alle thür. ja-sager abwählen, wir brauchen das geld für die 60.000 armen kinder und arbeitsplätze und kitas.

Permalink

Lieber Bürger,
ist unsere Gesellschaftsordnung wirklich verkommen? Verunglimpfen Sie nicht ein System, das wir Bürger selber schlecht handhaben? Es mag sein, dass ein Teil unserer Gesellschaft verkommen ist. Aber wo bitte finden Sie eine bessere Gesellschaftsordnung?
In diesem Lande ist jeder willkommen, mitzuarbeiten, um demokratische Mehrheiten zu kämpfen und das Gemeinwesen zu verbessern. Auch Sie!
Dips

Permalink

Ein weiterer Einsatz für unsere Soldaten? Hmm, das wird ja schon fast zur Routine... oder etwa nicht?
Wo seid ihr, Grüne?
Wo seid ihr, verantwortungsvolle Abgeordnete der Ex-Volkspartei SPD?
Wenn schon die Mehrheit der eigenen Bevölkerung den (Ohh, verzeih´ mir, heiliger Franz Josef!) Kriegseinsatz ablehnt (darunter bestimmt auch diejenigen fröhlichen Kameraden, die schwerste psychische Probleme mit nach Hause bringen), brauchen wir dann die derzeitige Zusammensetzung des Bundestages für weitere 4 Jahre?

Ich appelliere an alle Wahlberechtigten, dem WAHNSINN im September eine klare Absage zu erteilen. Bitte, wenn sie ihr Kreuz nicht bei den Linken machen wollen, enthalten sie sich wenigstens! Sich zu ärgern nutzt überhaupt nichts, Nichtwählen ebensowenig.
Alles, was ein Kriegsgegner tun kann, ist immer wieder zu erklären, dass wir das Leid in Form von Kriegen, das seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte die Zivilisationen quält, nicht durch immer neue Kämpfe vergrößern dürfen.
Ich galube nicht an ",Humanitäre Interventionen",, denn diese sind höchstens für die Geldbeutel der Rüstungsfabrikanten hilfreich. Aber ich glaube daran, dass wir viele alte Probleme der Menschheit überwinden könnten, wenn wir endlich damit aufhören, bei jeder Gelegenheit zur Waffe zu greifen, als hätten wir seit der Steinzeit nichts dazu gelernt!

Permalink

ganz einfach, wählt die Abgeordneten ab, die dafür gestimmt haben. Außerdem: Wie kann man Parteien wählen, die immer noch nicht kapiert haben, dass dort Krieg ist. Ich denke Deutschland ist dank Gerhard Schröder als Kuhhandel nach Afganistan geschlittert. Wie sonst erklärt sich die damalige Fotomanipulation durch Scharping, die die Zustimmung zum deutschen Einsatz rechtfertigen musste?

Permalink

als kind, Jahrgang 1945, habe ich im Heim, Wollfäden und Stoffäden für das Christkind und den armen Heidenkindern gezupft. Später in den Schulen aktiv an Spendensammlungen beteiligt.Heute wird immer noch gespendet und zwar Millionenfach ich sehe noch heute keine fröhlichen Kinder, nur moderne Waffen und das in Massen und Tote, Kinder und Frauen. Die Nationen die diese Waffen liefern sollten sich zusammensetzen und über einen lieferstop verhandeln und statt dessen Lebensmittelproduktion u.Medikamente u.s.w. aufbauen. Dann brauchen wir keine Soldaten, kein AWAKS und vor allem keine Amerikaner in Afghanistan und anderswo.

Permalink

Obwohl die Mehrheit der Deutschen Umfragen zufolge für einen Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan sind, scheint es wenige Wochen vor der Bundestagswahl nicht das wichtigste Thema zu sein. Warum ist die Mehrheit für den Rückzug - aber auch für ein Schwarz-Gelbes Regierungsbündnis?

Permalink

Wer SPD / CDU / Grüne wählt, wählt also den Krieg.

Permalink

Awacs-Flugzeuge können verbündete Kampfflugzeuge im Einsatz leiten.
Eine Schande, dass deutsche Soldaten sich an diesem Krieg beteiligen.
Operation Enduring Freedom und ISAF können nicht klar getrennt
werden.Afghanistan ist okkupiert, eine korrupte, in Drogengeschäfte involvierte Marionettenregierung
wurde installiert und die aktuelle Wahl ist eine Theatervorstellung in der Regie der USA. Das wissen nicht
nur die ehemaligen Verhandlungspartner der USA,die Taliban, sondern auch die afghanische Bevölkerung.
Die Wahl ist eine Farce und der Kriegsterror der USA wird
weitere Gegengewalt provozieren.

Permalink

Auf jeden Fall dagegen stimmen wenn einem die Sicherheit unserer Soldaten, Schwestern und Brüder am Herzen liegt.

Permalink

Unsere Straßen könnten das Geld eher gebrauchen und wir würden nicht mehr im Staub oder Schlamm leben. Schaut auf diese Stadt, die mehr unbefestigte als befestigte Straßen hat, dabei wurden die Straßenbaukosten bereits bezahlt. Die Stadt verkauft Grundstücke und er Bund kassiert die Hypotheken der Grundstücksbesitzer die damals eine Straße bekamen, diese aber nicht bezahlen konnten! Ob Stadt oder Bund das Geld wäre hier besser angelegt als für diesen Kriegseinsatz, der sowieso sinnlos und schon verloren ist. Nie wieder Krieg wurde nach Kriegsende gesagt, wer kann so etwas so leicht vergessen, wär solche Leute wählt, macht sich mitschuldig! W.K.

Permalink

hallo erstmal,
also neben mir sitzt gerade die katrin und die möchte gerne wissen, was die cdu genau vor hat zu verändern und vor allem, was die cdu vom einsatz der bundeswehr in afghanistan hält. sie ist super neuigierig und von daher hofft sie auf schnelle antwort.
mfg
die super nette anja von nebenan :D

Permalink

solange politiker nicht begreifen das jeder westliche soldat in islamischen kulturen als ungläubiger und somit als feind betrachtet wird sollten wir uns da nicht einmischen Weder in afganistan noch sonnstwo.
Im augenblick sind zb 42 staaten mit un mandat in afganistan Warum stellen nicht islamische staaten die kontigente?
Da wird mit zivilen opfern hass gegen die westliche welt geschürt und da würde ich sicherlich auch zum terroristen.
Wir europäer und amerikaner produzieren terroristen die uns dann ",besuchen",
Im übrigen brauchen wir unsere steuergelder für andere dinge als für überhöhte sicherheits und überwachungsaufgaben im inneren.
Zudem der abbau von bürgerrechten aus sicherheitsgründen auch nicht gewollt sein kann

Permalink

Wahrlich tolle Christenmenschen, die Krieg in anderen Ländern begrüßen und per Handheben bestimmen ! Amen,liebe CDU und alle anderen Kriegstreiber im Deutschen Bundestag !

Permalink

die Abstimmung von Frau Dr. Akgün gegen den Afghanistan-Einsatz der BW ist für mich allein schon ein Grund, Ihr meine Erststimme bei der Bundestagswahl zu geben, auch wenn ich bei anderen Fragen nicht mit ihr übereinstimme!

Unsere Freiheit wird genau so wenig am Hindukusch verteidigt wie seinerzeit die Freiheit Westberlins in Vietnam!

Permalink

In Deutschland ist Bundestagswahlkampf, aber der Wunsch den Krieg in Afghanistan zu beenden ist unter den Volksparteien kein Thema. Sind sich alle einig, dass deutscher Angriffskrieg wieder gut ist?

2002 hat ein deutscher Bundeskanzler mit einem ",Nein", zu Krieg sogar eine Wahl gewonnen. Eine Frau Merkel war schon damals für den Krieg, damals im Irak. Nachlesen kann man das unter anderem hier: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,237040,00.html

Viele Menschen auf der Welt fanden damals die deutsch Stimme gegen den Irak-Krieg eine gute Stimme, auch wenn Frau Merkel dagegen war. Warum traut sich bei Afghanistan jetzt fast niemand nein zum Krieg zu sagen?

Ich wünsche mir jedenfalls eine stärkere Diskussion darüber, warum deutsche und andere Menschen für zweifelhafte kriegerische Handlungen ihr Leben lassen müssen und darüber, warum dieses Thema im Wahlkampf für nicht diskussionswürdig gehalten wird.

Permalink

Deutschland befindet sich mit dem Desaster des 4 September im Krieg mit den Taliban. Die Aktion der Bundeswehr den Luftangriff zu ordern mag aus deren Sicht einwandfrei sein, schließlich hat man die Fahrer getötet und war Nachts mit dem Diebesgut unterwegs.
Scheinbar gehen die Aufständigen jetzt dazu über die Versorgungsgüter der in dem Land stationierten Einheiten zu berauben. Der Einsatz beginnt nun selber seine eigenen Probleme zu generieren.

Es ist nicht ein zu sehen was deutsche Soldaten in Afghanistan, Irak, Georgien, am Horn von Afrika, Bosnia und Herzegovina, Sudan, der Küste des Libanon, Dafur und Somalia oder anderswo auf der Welt zu suchen haben.

Deutschland ist viel zu klein und unbedeutend. Lieber soll man sich um die verfehlte Asylpolitik kümmern die zu diesem Terror-Desaster geführt hat.

http://www.aep-d.de/wp/category/politik/aussenpolitik/

Permalink

Ich wähle keine Partei die für einen Krieg ist .In Afganistan oder sonst wo.
Basta

Permalink

Ich habe den Eindruck, den Parlamentariern bekommt die Luft im Reichstagsgebäude sehr schlecht. Es müffelt dort wohl noch sehr nach den Vorgängern ?!! Wir schießen schon wieder mal zurück, seit wann Herr Kriegsminister ? Alle Parteien, die für den Krieg gestimmt haben sollten sich schämen. Sie holen sich den Terror doch nur verstärkt ins eigene Land und das gehört Ihnen wahrlich nicht allein! Vergessen ? Solche Leute darf man nicht wählen. Gab es eigentlich in Ihren Reihen schon gefallene Soldaten ? Ich glaube kaum, denn sonst hätten Sie anders entschieden!Vielen Dank, sogenannte Volksparteien wie CDU,SPD,CSU,FDP und leider ",GOTTES", auch die Grünen. So sehen also heuchlerische sogenannte Christen aus. Na denn AMEN !

Permalink

Wie wärs mal mit Dolph Lundgren und Steven Seagal

Permalink

Ich kann Herrn Strickhausen nur zustimmen:
Auch wähle keine Partei, die für einen Krieg ist! Punkt
Schließlich hat die Geschichte doch gezeigt, dass Kriege nie zu Lösungen führen, und Gewalt nur Gegengewalt erzeugt, die dann letzlich unsägliches Leid - vorallem für die Zivielbevölkerung mit sich bringt.
Vietrnam . Israel, Irak ......
Was können die ohnehin sehr armen Menschen in Afghanistan dafür, dass ich unter ihnen ein oder mehrere Terroristen befinden ?
Ich bin 1951 geboren und habe noch immer den Traum von einer friedlichen Welt, in der Menschen aller Nationen und Religionen in respektvolles Nebeneinander führen können - frei nach Martin Luther King!
Das Leben an sich ist schwer genug - durch Schicksalsschläge und Umweltkatastrophen - da sollten wir tunlichst vermeiden auch noch bewußt kriegerische Katastrophen anzuzetteln ....

Permalink

Wenn doch die Welt so einfach wäre! Alle Soldaten aus dem Ausland abziehen, und, wie die Linke schlussendlich fordert, die Bundeswehr abschaffen. Dann werden sicher alle Menschen der Erde friedlich, und keiner möchte mehr einem Deutschen schaden. Das ist ja genauso wie mit der Polizei. Wenn man die abschaffen würde gäbe es auch keine Verbrecher mehr in Deutschland, ist doch logisch!

Die (meisten) Politiker, die einem Auslandseinsatz zustimmen tun das nicht aus Arroganz oder Dummheit, sondern weil sie erkennen, dass eine sichere Welt nicht durch faul rumsitzen geschaffen werden kann. Wir können streiten über das wie, wann und wo. Aber anzunehmen, dass sich Konflikte durch Verweigerung lösen ist sehr naiv. Ich träume auch von einer friedlichen Welt. Aber ich bin erwachsen genug, um zu erkennen, dass er nicht in der nächsten Generationen kommen wird. Und vorallem, dass man dafür aufstehen muss. Leider reicht es nicht in dieses Forum zu schreiben ",ich will keinen Krieg",, denn keiner will Krieg!
Liebe abgeordnetenwatch.de User:
Werden sie erwachsen!!!

Bitte bemitleiden sie nicht immer die Soldaten, die ja so herumgeschubst werden. Kein Wehrdienstleistender wird in den Einsatz geschickt, wenn er nicht freiwillig in der Bundeswehr bleiben will. Diese Soldaten brauchen nicht ihr Mitleid, sondern ihre Unterstützung. Sie setzen ihr Leben aufs Spiel für ihre Sicherheit. Das ist Verantwortung, von der mancher hier im Forum nicht mal träumen kann.

Permalink

Ich stimme ",Georg Moor", zu. (teilweise) DIE LINKE sollte an Ihrer Bundeswehrpolitik arbeiten.

Permalink

Besatzungsmächte bezahlen “Taliban”: der Gespenster-Krieg entlarvt sich.

Von Daniel Neun | 22.Oktober 2009

Afghanistan: Die deutsche Bundespolizei, die deutschen Landespolizei-Kräfte und das deutsche Militär müssen sofort zurück nach Deutschland.

Seit Wochen wartet die US-Regierung mit ihren Forderungen nach noch mehr deutschen Truppen und Polizeikräften, bis endlich die Regierung in Berlin steht welche diese schicken soll. Mit der zu erwartenden Forderung (welche die Bedeutung der Berliner Republik für imperiale Kriegführung weltweit deutlich macht), wird Washington das Establishment der ohne demokratische Tradition im schläfrigen Nirvana einer faktischen Oligarchie vor sich hin dämmernden Deutschen bis an den Knackpunkt belasten. Denn dieses Volk hat von Krieg, Diktatur und imperialer Herrschaftssucht die Nase voll. Und das wird auch die Regierung der USA merken, wenn sie von der Republik noch mehr Truppen für ihren strategischen Stützpunkt in Zentralasien fordert.

Die jüngste Äusserung von US-Verteidigungsminister Robert Gates, welche besagt dass “die Taliban” in Afghanistan wieder Aufwind hätten weil die Europäer zuwenig Truppen schicken (1), ist gelinde gesagt eine Unverschämtheit. Seit 8 Jahren ist dieses Land besetzt, bereits nach der vollständigen Invasion Ende 2001 wurde die Niederlage des bis dahin herrschenden Taliban-Regimes verkündet. Im Land gab es keinen einzigen Flecken, der nicht unter Kontrolle der Invasionstruppen und der von ihnen angestellten “Nordallianz” aus heimischen Kriegsfürsten und Milizenführern gewesen wäre. Die Niederlage der Taliban wurde verkündet. Das Land wurde in Besatzungszonen aufgeteilt. Die Drogenproduktion explodierte, man arrangierte sich, man richtete sich häuslich ein und erzählte den Deutschen zuhause was vom Brunnenbauer in Uniform. Kamen Zweifel auf, zeigte man auf die blutigen Bilder von ungeklärten Attentaten, welcher einer “Terrororganisation El Kaida” zugeschrieben wurde welche selbst laut der preisgekrönten BBC-Dokumentation “The Power of Nightmares” aus dem Jahre 2004 nie existiert hat. (BBC-Doku: Die Organisation “Al Qaida” hat nie existiert, 21.09.2009)

Schliesslich standen der frisch organisierte Präsident der Besatzungszone, Hamid Karzai, zusammen mit dem damaligen Pentagon-Chef Donald Rumsfeld über 2 Jahre nach der Invasion vor der Presse und verkündeten schon wieder das Ende der Taliban. Hamid Karzai im Februar 2004 (2):

“Was Terrorismus angeht, was die Taliban angeht, glauben wir fest, mit Beweisen, dass sie besiegt sind. Sie sind weg..Wir sehen kein Wiedererstarken der Taliban. Die Taliban-Bewegung existiert nicht mehr.”

Man muss sich diesbezüglich vor Augen halten, was alles vor der Invasion Afghanistans (und in der Zeit nach Kriegsbeginn am 11.September 2001) erzählt und behauptet worden war. Die Regierung Chinas sah sich nach einer Kampagne in den US-Informationsmedien (damals noch mehrheitlich TV, Radio und Druckzeitungen) genötigt zu erklären, dass man nicht auf Seiten des Taliban-Regimes stehe und dieses auch nicht unterstütze. (3)
Die isralische Geheimdienst-Webseite “Debka Files” behauptete allen Ernstes am 5.Oktober 2001 hätten 3.000 chinesische Soldaten die Grenze nach Afghanistan überschritten – zur Unterstützung der Taliban und Osama Bin Ladens. Rechte und reaktionäre Nachrichtenmedien machten daraus dann gleich 15.000 chinesische Soldaten, welche als “ethnische Muslime” an der Seite ihrer Glaubensbrüder gegen das Abendland kämpfen würden. Russland, Vietnam und das Fass Hugo Chavez wurden gleich mitaufgemacht. (4)

Jetzt, bald 8 Jahre später, tauchen endlich Meldungen über Waffen des deutschen Militärs und der deutschen Bundespolizei auf Schwarzmärkten in Afghanistan und Pakistan auf (5). Bis heute ist in Deutschland jeder in den Bundestagsparteien zu dumm oder zu feige die Frage zu stellen, woher irgendwelche Milizen in den Bergen eines zentralasiatischen Landes (die ja 8 Jahre nach der Invasion angeblich wieder mal kurz vor der Machtübernahme stehen) eigentlich ihre Waffen und Munition bekommen. Und nicht nur das: Transportmittel, Infrastruktur, Nahrung, Unterkunft und nicht zuletzt die Informationen über Militärbewegungen des Gegners. Von einer Luftwaffe der Taliban wagt sogar die Nato nicht zu reden, von Satelliten-Unterstützung ganz zu schweigen. Trotzdem ist dieser seit 8 Jahren mal existierende, dann wieder nicht existierende, aber schier unersetzliche Gegner in einem sonst der Bevölkerung nicht mehr zu vermittelnden Krieg scheinbar bestens informiert darüber wann, wo, wie und wieviele Nato-Soldaten sich durch die Besatzungszone bewegen.

So auch am 18.August 2008. Nach späteren Aussagen überlebender französischer Elite-Soldaten gegenüber der Zeitung “Le Monde” spielt sich an diesem Tage folgendes ab…(6)

Die französischen Soldaten des 8. Fallschirmspringer-Regiments der Marine, dem 2. Fallschirmspringer-Regiments der Fremdenlegion und dem Regiment des Tschad-Marsches (” Régiment de marche du Tchad (RMT)” sind gegen 13.30 Uhr mittags im Rahmen einer ISAF-Mission unterwegs auf einer Strasse die zur Stadt Sarobi führt, deren Distrikt die französische Militärführung erst kürzlich im Rahmen der von Präsident Sarkozy verfügten Truppenaufstockung von den US-Militärs als “Verantwortungsbereich” (Besatzungszone) übernommen hatte.

Diese Strasse, die sehr bald zu einem engen Pass werden würde, ist aber noch Teil der Region Kabul. Das Kommando über die 5000 NATO-Soldaten in der nur 30 Meilen entfernten Stadt Kabul hatte vor wenigen Tagen, am 5.August, der Franzose Michel Stollsteiner übernommmen.

Diese Strecke über den Lataband-Pass gilt als extrem gefährlich. Das anvisierte Ziel liesse sich auch anders erreichen. Trotzdem wird der französische Generalstabschef General Jean-Louis Georgelin nachher bei einer Pressekonferenz erklären, dass es nötig war die Elite-Soldaten zu Fuss auf die Pass-Spitze zu schicken.
Die französischen Soldaten sind mit US-Spezialeinheiten und afghanischen Militärs unterwegs. Diese halten sich hinter den Franzosen.

In dem Augenblick als die französischen Truppen die Pass-Spitze erreichen, geraten sie in einen Hinterhalt. Später wird Generalstabschef Georgelin in Paris behaupten, in diesen Minuten hätten die eigenen Truppen die meisten Verluste erlitten.
Nach Aussage der überlebenden Soldaten passiert aber folgendes: 4 Stunden lang erhalten sie im Gefecht durch die US-Soldaten und die afghanischen Truppen hinter ihnen nicht nur keine Unterstützung – sondern sie werden von den eigenen “Verbündeten”, darunter Elite-Scharfschützen, direkt unter Feuer genommen, . Sie müssen sich nach allen Seiten verteidigen. Die Munition geht ihnen aus. Das eigene, das französische Kommando in Kabul unter Michel Stollsteiner bricht die Verbindung zu ihnen ab. Verstärkung und Entsatz kommt nicht, obwohl 5000 NATO-Soldaten nur 30 Meilen entfernt sind.

Die sogenannte “Rapid Force”, die schnelle Eingreiftruppe, ist angeblich nicht in Bereitschaft, was allen militärischen Grundregeln und Einsatzmustern widerspricht. Die afghanischen Soldaten, die mit ihnen auf die Patrouille gingen, nehmen sie immer dann unter Feuer, wenn sie versuchen sich vom Pass zurückzuziehen.

Dann kommen NATO-Bomber. Sie greifen die Franzosen an und töten mehrere Soldaten. Über 13 Stunden gehen die Gefechte, schliesslich werden die letzten verwundeten Franzosen gegen 2 Uhr nachts am Dienstag evakuiert.

Als “Le Monde” schliesslich die Darstellung der französischen Elite-Soldaten veröffentlicht, verweigert man in Paris einen Kommentar dazu. Später steht in Kabul der zufällig geplant nach Afghanisten gereiste französische Präsident Sarkozy in der französischen Regionalkommandatur General Stollsteiners vor den Särgen der Toten und verneigt sich, die Presse ist eingeladen.

Anschliessend sagt Sarkozy: “Die beste Weise, Euren Kameraden die Treue zu halten, ist es, weiter zu machen, den Kopf zu heben, professionell zu handeln”. Der Afghanistan-Einsatz sei “unerlässlich” im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. “Warum sind wir hier? Weil es hier um einen Teil der Freiheit in der Welt geht”.
Die französischen Truppen kämpften nicht gegen die Afghanen, sondern mit ihnen – “um sie nicht der Barbarei zu überlassen”.
Kampfflugzeuge der Verbündeten seien den “in einen Hinterhalt von extremer Gewalt geratenen Soldaten” zur Hilfe geeilt, so Sarkozy.

Niemand der anwesenden Soldaten erschiesst diesen Präsidenten auf der Stelle.

Der französische Armeechef General Elrick Irastorza, gerade mit der Abwicklung der französischen Armee und ihrer Inlandsstützpunkte zugunsten der neuen EU-Militärdoktrin Sarkozys für weltweite Einsätze beschäftigt, sagt angesprochen auf die Enthüllungen von “Le Monde”: “Alles zur richtigen Zeit…es gibt eine Zeit für Mitgefühl, für Solidarität..wir werden die Lehren ziehen aus diesem Event..”

Der deutsche Verteidigungsminister Franz Jung spricht Nicolas Sarkozy sein Beileid aus und erklärt in einem Interview:

“Frage: Es zeichnet sich ab, dass die USA ihren Kampf gegen den internationalen Terrorismus deshalb nach Pakistan verlagern wollen. Ziehen Sie dabei mit?
Jung: Wir müssen Pakistans Grenzen respektieren, aber entschieden auf eine Lösung des Grenzproblems dringen. Pakistan muss den Anti-Terror-Kampf stärker unterstützen.”
Frage: “Halten Sie einen ISAF-Einsatz in Pakistan für notwendig?”
Jung: “Das steht nicht zur Diskussion, aber abgesehen davon ginge das nicht ohne Zustimmung Pakistans und ein Mandat der Vereinten Nationen.”

Vor wenigen Tagen nun wurde öffentlich, dass die italienische Besatzungsmacht über den Militär- und Auslandsgeheimdienst “Sismi” in eben dieser afghanischen Region Sairobi vor der Machtübergabe an das französische Militär unter Regionalkommandatur General Stollsteiner regelmässig Söldner- und Milizenführer bezahlte, der dafür passende Creative Commons-Begriff für Uni(n)formierte: “Taliban”.

Den französischen Soldaten, die am 18.August durch die Kugeln und Bomben der eigenen vermeintlichen Verbündeten fielen, wurde in der Times (7) unterstellt, sie seien durch eigene “katastrophale Fehleinschätzung” selbst Schuld an ihrem Tod gewesen. Angeblich sei das französische Militär – also die französische Militärführung – nicht informiert gewesen. Die Italiener hätten dies einfach vergessen. Nur dem Einsatz der US-Soldaten hätten die französischen Soldaten ihr Überleben verdankt.
Trotzdem hätten die italienischen Militärs auch im Nachhinein von einer gelungenen “`hearts and minds` operation” gesprochen – einer Operation zur psychologischen Kriegführung.

Nicht eine deutschsprachige Zeitung – nicht eine - griff die damaligen Zeugenaussagen der überlebenden französischen Soldaten auf, welche im “Le Monde” dokumentiert waren. Soviel zur deutsch-französischen Freundschaft.

Desweiteren liess die Washington Regierung unter Barack Obama durchsickern, dass ihre Vorgänger-Regierung unter George Bush über die Zahlungen der Italiener an “die Taliban” informiert gewesen war (8). Was dies über die Vorgänge am 18.August 2008 aussagt, kann sich jeder denken der überhaupt noch denken kann in diesem Land.
Laut dem Bericht einer französischen Nachrichtenagentur bezahlen auch die Militärs von Kanada die “Taliban” ihrer Besatzungszone. Der kanadische Verteidigungsminister Peter Mackay nannte den Pressebericht “Taliban Propaganda”. (9)

Durchgeführt worden sei der Angriff auf die Franzosen am 18.August 2008, so die “Times” (7), durch “eine gemischte Streitkraft von Taliban-Mitglieder und Kämpfern der Hizb-I-Islami”. Die “Hizb-I-Islami” ist die “Partei” des Warlords Gulbuddin Hekmatyar. Im September 2009 konnte man nun lesen, dass Hekmatyar in der Nähe des deutschen Militärhauptquartier in Kunduz sein Hauptquartier hat und wieder einmal in “Verhandlungen” mit Hamid Karzai steht (10). Das war er laut Zeitungsberichten schon Ende 2006 (Afghanistan: Der Kupfer-Krieg, 29.11.2006)

Nicht ein einziger Parlamentarier, nicht ein einziger Vertreter einer Bundestagspartei, nicht einmal eine einzige Zeitung benannte in den letzten Tagen all diese öffentlich einsehbar- und überprüfbaren Fakten.

Wolfgang Schäuble versucht derzeit mit allen Mitteln seine erneute Ernennung als Bundesinnenminister durchzusetzen, Franz Jung seine Wiederernennung als Verteidigungsminister. Niemand fragt diese Regierungsvertreter wieso Waffen ihrer Ministerien bei irgendwelchen “Terroristen”, “Taliban”, mithin irgendwelchen Söldner und Milizionären Afghanistans auftauchen.
Niemand fragt, wohin eigentlich die 32 Milliarden Euro flossen (11), welche die Besatzungsmächte im Juni 2008 nach Afghanistan hineinkippten, 2 Monate vor dem Überfall auf die französischen Elitesoldaten am Lataband-Pass. Wohin floss das Geld? Wohin genau? An wen? Wer unterzeichnete wo wann in wessen Gegenwart welche schriftlichen Dokumente? Wo sind die Belege? Und wer will das überhaupt wissen?

Wer hat, vielleicht als einfacher Wähler der Kriegsparteien Deutschlands, ein einziges Mal nach dem EU-Missionchef in Afghanistan, Michael Semple, und dem hochrangigen UN Beamte Mervyn Patterson gefragt, welche im Dezember 2007 aus Afghanistan ausgewiesen wurden? Semple war MI-6-Agent, die EU finanzierte “Terrorcamps” der “Taliban” im Süden des Landes, beide lieferten Waffen, Geld, Infrastruktur, Handys, Laptops und Guthaben über Satellitenzeit aus. Sie unterwiesen sie in der Benutzung abhörsicherer Satellitentelefone, damit sie direkt mit den britischen Geheimdiensten in Kontakt bleiben konnten. Um die Lager der “Taliban” hatte sich schützend die britische Armee gelegt. (12, 13)

Sowohl Semple als auch Patterson hatten mit ihrer Tätigkeit einige Erfahrung: schon in den 80ern hatten sie Söldner und Milizen in Afghanistan entsprechend ausgerüstet, damaliger Pop-Begriff für die Heimatfront im Kampf gegen den Kommunismus: “Mujaheddin”.

Während man sich so rührend um die Versorgung der eigenen “Taliban” kümmert, kann man bei der Versorgung der eigenen Truppen mit Waffen, Nachschub und Ausrüstung schon mal durcheinander kommen. Nach Amtsantritt steltte die neue US-Regierung (mit ihrem alten Pentagon-Chef Robert Gates) im Februar 2009 auf einmal fest, dass ein Drittel der nach Afghanistan gelieferten Waffen des US-Militärs irgendwie verdunstet sind -

EIN DRITTEL. (14)

Am 19. Mai stand dann in der “New York Times” (15) zu lesen, dass nach Untersuchungen welche das US-Militär selbst durchgeführt hat, jahrelang Waffen des US-Militärs in Afghanistan an “Taliban”-Milizen geliefert wurden, Waffenproduzenten wie Wolf oder A.E.Y. Inc sind involviert, ebenso die tschechische Regierung.

Aber was passiert? Nichts. Es geht in Deutschland einfach alles weiter wie bisher. Die “Parteien” schweigen, die Presse schweigt, die Bürger flüstern nur miteinander wenn sie über den Zusammenhang von Krieg, Attentaten und Regierungen reden und jeder versucht sich vor der Wahrheit zu drücken, weicht aus, lügt, heuchelt und dementiert, nur um sich selbst “nichts kaputt zu machen”.
Dabei stellt sogar jede einzelne Landesregierung jedes einzelnen deutschen Bundeslandes Landespolizisten für den 17. State of Germany. Deutsche Landespolizisten in Afghanistan – auch darüber wird nicht geredet, durch niemanden, durch nichts, durch keine Partei, durch keine Zeitung.

Wenn die Deutschen zu dumm sind für die Demokratie, dann werden sie weiter dumm genug für den Krieg sein. Sie haben die Wahl.

Permalink

Tun wir doch nicht so als sei unsere Freiheit am Hindukusch zu verteidigen. , denn die gefährlichen Attentäter leben doch unter uns u nd wir lassen das zu. Grenzen in der EU sind abgeschafft, jeder kann hier rein, nur der registrierte Bürger darf sich vor einer Flugreise ausziehen und checken lassen.Das offene Europa - ein Tummelplatz für mögliche Bösewichte. Ja lückenlose Überwachung von parkenden und stinkenden Autos mit einem Heer von Überwachern aber Mord und Totschlag von ehrenhaften Menschen in der U-Bahn vor abgeschalteten Monitoren. 70 Jahre nach dem mörderischten Krieg aller Zeiten aber wieder demokratischer Eifer an der Seite von Vietnamgeschädigten Grossmachtpolitikern im Töten und Vernichten von NATO-Feinden. Es wird höchste Zeit, dass wir Bundesbürger mit unserewr Wahlentscheidung klarmachen, dass wir Deutsche eine neue echte Friedenspolitik für die von uns geschundene Welt brauchen und keine Militarisierung unserer Gedanken durch trigger.happy Soldaten. Wir sind es den Millionen unschuldig Getöteter , seien es nun allierte Soldaten oder Zivilisten, schuldig, dass wir die Milliarden Euros für friedliche Zwecke nutzen zum Wohlergehen aller Völker.

Permalink

Genau. Ihr Neoliberalen solltet mal erwachsen werden. Die Linke und Ströbele haben Recht! Wählt die Linke für eine friedliche Welt!

Neuen Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.