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Können Sie etwas gegen die anstehende Existenz-Bedrohung von jungen Familien tun?

Antje Grothus in schwarzem Blazer und hellgrüner Bluse vor neutralem Hintergrund. Sie lächelt.
Antje Grothus
BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN
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Frage von Manuela H. •

Können Sie etwas gegen die anstehende Existenz-Bedrohung von jungen Familien tun?

Sehr geehrte Frau Grothus,

als Mutter und Bürgerin wende ich mich mit tiefer Fassungslosigkeit und Wut an Sie. Dass angesichts einer sinkenden Geburtenrate ernsthaft über weitere Kürzungen beim Elterngeld debattiert wird, ist ein fatales politisches Signal.

Familien sind das Fundament unserer Zukunft. Anstatt sie zu entlasten, erschwert die Politik den Schritt in die Elternschaft durch zusätzliche Unsicherheit. Wenn der Staat den Aufbau eines Lebens mit Kindern als bloßen Kostenfaktor behandelt, bei dem man bei Bedarf als Erstes spart, bricht er den Generationenvertrag. Wir brauchen keine Kürzungen, sondern verlässliche Unterstützung und Wertschätzung für Familienleistung.

Ich fordere Sie nachdrücklich auf, sich im Bundestag gegen diese Kürzungspläne zu stellen. Bitte beweisen Sie, dass Ihnen die Zukunft unserer Gesellschaft und die Lebensrealität von Familien wirklich am Herzen liegen.

Hoffnungsvoll,

Manuela H.

Antje Grothus in schwarzem Blazer und hellgrüner Bluse vor neutralem Hintergrund. Sie lächelt.
Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Sehr geehrte Frau H.,

vielen Dank für Ihre Nachricht und dafür, dass Sie Ihre Sorgen so offen schildern.

Ich kann gut nachvollziehen, dass die Diskussion über mögliche Kürzungen beim Elterngeld viele Familien verunsichert. Wer sich für Kinder entscheidet, braucht Planungssicherheit und die Gewissheit, dass Familienpolitik verlässlich ist. Familien leisten jeden Tag einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesellschaft – sie dürfen deshalb nicht zum Gegenstand kurzfristiger Sparmaßnahmen werden. Das ist meine Haltung nicht nur als Politikerin, sondern auch als Mutter und Oma, die Familienalltage kennt.

Die von Ihnen angesprochenen Entscheidungen werden auf Bundesebene getroffen. Als Abgeordnete des nordrhein-westfälischen Landtags kann ich darüber nicht unmittelbar entscheiden oder im Bundestag abstimmen. Dennoch nehme ich die Anliegen von Bürgerinnen und Bürgern aus meinem Wahlkreis sehr ernst und bringe sie selbstverständlich in den Austausch mit meinen Kolleginnen und Kollegen auf Bundesebene ein.

Die Grüne Bundestagsfraktion hat sich bereits klar gegen Kürzungen beim Elterngeld ausgesprochen. In ihrem Antrag „Zukunftsinvestitionen statt Kürzungen – Familien stärken und Kinder fördern“ (Bundestagsdrucksache 21/6335) fordert sie unter anderem, auf Kürzungen beim Elterngeld zu verzichten sowie den Mindest- und Höchstbetrag anzuheben. Ziel ist es, Familien gerade in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten zu entlasten und ihnen mehr Planungssicherheit zu geben. Der Antrag wurde inzwischen zur weiteren Beratung an den Ausschuss überwiesen. Sie können ihn hier einsehen: https://dserver.bundestag.de/btd/21/063/2106335.pdf.

Auch ich bin überzeugt: Gute Familienpolitik ist keine Belastung für den Staatshaushalt, sondern eine Investition in die Zukunft. Dazu gehören neben finanzieller Unterstützung auch eine verlässliche Kinderbetreuung, gute Bildungsangebote und Rahmenbedingungen, die es Eltern ermöglichen, Familie und Beruf gut miteinander zu vereinbaren.

Vielen Dank, dass Sie sich mit Ihrem Anliegen an mich gewandt haben. Der Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern ist für meine politische Arbeit sehr wichtig.

Mit freundlichen Grüßen,

Antje Grothus

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