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Wie erklären Sie uns das höhere Renteneintrittsalter der geplanten Reform – besonders für Menschen, die viele Beitragsjahre geleistet haben?

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Frage von Martin S. •

Wie erklären Sie uns das höhere Renteneintrittsalter der geplanten Reform – besonders für Menschen, die viele Beitragsjahre geleistet haben?

Herr Stetter, viele Menschen in meinem Umfeld – mich eingeschlossen – machen sich Sorgen, wie lange wir tatsächlich arbeiten können. Wie erklären Sie uns, warum das in der geplanten Rentenreform vorgesehene höhere Renteneintrittsalter dennoch fair und tragfähig sein soll, gerade für diejenigen, die sehr belastende Jobs haben? Oder auch viele Beitragsjahre geleistet haben?

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Antwort von CDU

Sehr geehrter Herr S.

vielen Dank für Ihre Nachricht. Ich kann gut nachvollziehen, dass die Diskussion über ein höheres Renteneintrittsalter viele Menschen verunsichert. Insbesondere diejenigen, die jahrzehntelang gearbeitet und Beiträge geleistet haben.

Die gute Nachricht ist: Wir werden alle älter. Darüber dürfen wir uns zunächst einmal freuen. Die weniger gute Nachricht ist, dass diese steigende Lebenserwartung in Verbindung mit einer sinkenden Zahl von Beitragszahlern die Altersvorsorge in unserem Land zunehmend unter Druck setzt. So zu tun, als könne dauerhaft alles bleiben wie bisher, wäre weder gegenüber den Rentnerinnen und Rentnern noch gegenüber den jüngeren Generationen ehrlich. 

Die Bundesregierung hat sich nun zum Ziel gesetzt, die Alterssicherung langfristig zu stärken und die Lasten des demografischen Wandels auf Basis der Empfehlungen der sogenannten Rentenkommission gerechter zu verteilen. Zu den Vorschlägen gehört neben vielen weiteren Maßnahmen auch die Einführung einer "Kapitalrente" und die von Ihnen angesprochene schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters gekoppelt an die Lebenserwartung.

Mein Eindruck aus vielen Gesprächen zum Thema ist, dass die Notwendigkeit dieser Reform in weiten Teilen unserer Bevölkerung gesehen und anerkannt wird. Gleichwohl schwieriger wird es jedoch, wenn es um die konkrete Umsetzung geht. Denn zur Wahrheit gehört, dass einzelne Maßnahmen für die Betroffenen unangenehm und mit Einschnitten verbunden sein können. Dieses Spannungsfeld spiegelt aus meiner Sicht auch die aktuelle Debatte wider.

Persönlich halte ich eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittalters in der Sache für richtig. Treffen die heutigen Annahmen über die im Schnitt steigende Lebenserwartung zu, würde das Rentenalter bis 2041 auf 67,5 Jahre ansteigen. Sicher kennt jeder von uns Menschen in seinem Umfeld, die in diesem Alter noch „voll im Saft“ stehen und sich nicht bereit für die Rente fühlen. 

Richtig ist aber dennoch, es braucht auch in Zukunft eine Differenzierung. Denn es macht schon einen Unterschied, ob jemand -wie ich- im Büro arbeitet oder eben im Straßenbau oder in der Pflege, ob jemand nach einer Ausbildung mit 16 ins Berufsleben gestartet ist oder nach einem Studium mit 26. Von einer pauschalen Anhebung des Renteneintrittsalters nach dem Motto „ein Alter für alle“ bin ich deshalb nicht überzeugt. Vielmehr braucht es Regelungen, die die unterschiedlichen Erwerbsbiografien anerkennen. 

Für mich muss eine Rentenreform im Ergebnis beides leisten: die langfristige Stabilität des Systems sichern und zugleich die Unterschiede beruflicher Lebensleistung stärker berücksichtigen. 

Mit herzlichen Grüßen

Christoph Stetter

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