Wie stehen Sie zum Wiedereinstieg in die Nutzung der Atomkraft in Baden-Württemberg?
Einen Wiedereinstieg in die Nutzung der Atomkraft in Baden Württemberg lehne ich klar ab. Atomenergie ist teuer, mit erheblichen Sicherheitsrisiken verbunden und hinterlässt mit der Endlagerfrage ein ungelöstes Problem für viele Generationen. Neue Reaktoren oder Reaktivierungen würden enorme Kosten verursachen und erst in vielen Jahren Strom liefern. Sie lösen unsere aktuellen Energiefragen nicht.
Gleichzeitig dürfen wir die Realität nicht ausblenden. In Grenznähe stehen weiterhin Atomkraftwerke. Deshalb muss sich unsere Region besser auf mögliche Gefahrenlagen vorbereiten. Dazu gehören ein gut ausgestatteter Katastrophenschutz, klare Informationswege und eine enge Zusammenarbeit mit den Nachbarländern.
Meine Ablehnung der Atomkraft bedeutet jedoch nicht, dass ich Forschung an Kernfusion grundsätzlich ausschließe. Kernfusion kann langfristig Potenzial haben, ist technologisch aber noch nicht ausgereift und keine kurzfristige Lösung für unsere Energieversorgung.
Erneuerbare Energien sind mit großem Abstand die günstigste Form der Stromerzeugung, sie sind umweltfreundlicher und machen Baden-Württemberg unabhängiger von Energieimporten. Deshalb sollten wir konsequent in Windkraft, Solarenergie, Speicher und Netzausbau investieren.
