Frage an Norbert Glante bezüglich Finanzen

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Norbert Glante
SPD

Frage an Norbert Glante von Znephf Ervaubyq bezüglich Finanzen

25. Oktober 2012 - 19:54

Sehr geehrter Herr Glante,

vielleicht können Sie sich noch an mich erinnern: Vor genau einer Woche war ich bei "Mitreden über Europa" in der Brandenburgischen Staatskanzlei dabei, stellte auch einige Fragen und wir unterhielten uns auch noch am Ende der Veranstaltung u.a. zu Finanz- und Energiethemen. Erst säter fiel mir ein, dass ich ja eine Mail von "lobbycontrol" zuvor erhielt, in der es Infomationen zum "Einknicken" der "S&D"-Fraktion zum Thema "Provisionen bei Bankgeschäften" gab... Der heutige Newsletter von lobbycontrol wurde noch konkreter... Das Ganze wirft für mich kein gutes Licht auf Ihre Fraktion... Was können Sie mir dazu mitteilen und wie wollen Sie morgen in dieser Angelegenheit abstimmen??

Mit verbraucherfreundlichen Grüßen
Marcus Reinhold

Frage von Znephf Ervaubyq
Antwort von Norbert Glante
26. Oktober 2012 - 12:26
Zeit bis zur Antwort: 16 Stunden 32 Minuten

Sehr geehrter Herr Reinhold,

herzlichen Dank für Ihre Frage. Ich nehme dazu wie folgt Stellung:

Das Europaparlament hat in seiner Plenarsitzung am 26.10.2012 in Straßburg mit überwältigender Mehrheit (495 Ja, 15 Nein, 19 Enthaltungen) dem MiFID II-Paket, das sich mit der Finanzmarktregulierung befasst, zugestimmt. Der Text enthält zentrale Punkte soziademokratischer Politik.

Bei der Anlageberatung für Finanzprodukte stärkt MiFID II den Verbraucherschutz und sichert professionelle Beratung für Kleinsparer. Wer beim Verkauf von Finanzprodukten Provisionen kassiert, darf sich nicht mehr ´unabhängig´ nennen und muss den Kunden darüber informieren. So wird ´unabhängige Beratung´ ein starkes Gütesiegel, nach dem sich Anleger richten können. Die Beratung und der Vertrieb von Finanzprodukten müssen grundlegend reformiert werden. Finanzberatung muss besser und transparenter werden, aber nicht einfach teurer. Eliteberatung nur für Besserverdiener kann nicht das Ziel sein. Der Einstieg in eine reine Honorarberatung, wie von Grünen und britischen Konservativen gewünscht, gefährdet das flächendeckende Angebot professioneller Beratung für alle. Ein Zwangshonorar für Kleinsparer lehnen Sozialdemokraten als unsozial ab.

Mit freundlichen Grüßen

Norbert Glante MdEP