Wie ich gelesen habe sind sie selbst Schulleiter, aber gegen ein Handyverbot für priv.Nutzung in Schulen. Wenn eine Partei ein Verbot einführt, werden sie es auch durchsetzen?
Lieber Herr K.,
Vielen Dank für Ihre Frage.
Ja, ich bin selbst Schulleiter und erlebe jeden Tag, welche Herausforderungen die private Handynutzung im Schulalltag mit sich bringt. Gerade deshalb halte ich eine differenzierte Betrachtung für wichtig.
Ich bin nicht gegen klare Regeln zur privaten Handynutzung. Im Gegenteil: Schule muss ein Ort sein, an dem Kinder und Jugendliche konzentriert lernen können. Private Smartphones können dabei erheblich ablenken – nicht nur denjenigen, der sein Handy benutzt, sondern auch Mitschülerinnen und Mitschüler. Zudem möchte ich nicht, dass Lehrkräfte einen großen Teil ihrer Zeit damit verbringen müssen, „Handy-Polizei“ zu spielen.
Gleichzeitig bin ich überzeugt: Digitalisierung gehört in die Schule – private Handynutzung aber nicht automatisch in jede Unterrichtsstunde. Digitale Medien können den Unterricht sinnvoll unterstützen, wenn sie gezielt und pädagogisch eingesetzt werden. Deshalb sollte man zwischen digitalem Lernen und der privaten Nutzung von WhatsApp, TikTok, Spielen oder sozialen Medien unterscheiden.
Ich halte deshalb klare und möglichst einheitliche Regeln für sinnvoll. Wenn der Gesetzgeber eine entsprechende Regelung beschließt, werde ich diese selbstverständlich als Schulleiter umsetzen. Für mich ist aber entscheidend, dass solche Regeln pädagogisch sinnvoll, praktikabel und mit den notwendigen Ausnahmen für Unterricht, Notfälle und besondere Situationen ausgestaltet sind.
Mein Ziel ist nicht eine Schule ohne Smartphones oder Digitalisierung. Mein Ziel ist eine Schule, in der Technik dem Lernen dient und nicht das Lernen durch Technik gestört wird.
Herzliche Grüße
Philipp Morgner
