Warum gibt es kein verpflichtendes einheitliches Mehrwegsystem für Trays in denen Blumentöpfe transportiert werden?
Guten Tag Frau Stein,
Für Europaletten gibt es eine Normung und für Flaschen gibt es ebenfalls ein Mehrwegsystem. Dies erleichtert die Transportplanung und Austausch von Waren enorm und schützt zudem die Umwelt. Meine Frage lautet: Wieso gibt es ein solches System nicht auch für Trays (das sind diese meist schwarzen Plastikteile, in denen Blumentöpfe transportiert werden, damit sie nicht umkippen)? Es gibt diese Trays in zig verschiedenen Ausführungen. Diese enorme Vielfalt macht es schwer diese Teile zu stappeln und an die Unternehmen zurück zu geben. Sehr viele werden daher einfach entsorgt. Da die Teile aus Plastik bestehen ist das aus meiner Sicht eine enorme Ressourcenverschwendung, der es entgegen zu wirken gilt. Z. B. mit einer Normung damit man die Trays besser stappeln kann. Wenn es die nur noch in 8 verschiedenen Ausführungen gäbe, würde dies die Rückgabe und Wiederverwendung deutlich erleichtern (weil bei hoher Dichte lohnt sich der Transport möglicherweise finanziell).
Sehr geehrte Frau M.,
im Pflanzenhandel werden bislang überwiegend Einwegverpackungen verwendet. Eine Umfrage der Deutschen Umwelthilfe ergab, dass 2020 noch über 95 Prozent der Pflanzentrays aus Einwegplastik bestanden. Wir unterstützen ausdrücklich das Ziel, funktionierende Mehrwegsysteme aufzubauen und dadurch Ressourcen zu schonen sowie Verpackungsabfälle deutlich zu reduzieren.
Mit der Europäischen Verpackungsverordnung werden ab 2030 verbindliche Mehrwegquoten in verschiedenen Bereichen eingeführt – auch im Pflanzenhandel. Artikel 29 der Verordnung enthält konkrete Vorgaben für Transportverpackungen im Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen (B2B), für bestimmte Verkaufsverpackungen im Endkundengeschäft (B2C) sowie für Verpackungen, die innerhalb von Unternehmen verwendet werden.
Entscheidend für den Erfolg von Mehrwegsystemen sind vor allem einheitliche Standards, leicht zugängliche Rückgabemöglichkeiten für Verbraucherinnen und Verbraucher sowie eine möglichst hohe Zahl an Wiederverwendungen der Verpackungen. Daher muss der Aufbau leistungsfähiger Mehrwegsysteme im Pflanzenhandel bereits jetzt konsequent vorangetrieben werden, damit 2030 eine gute Umsetzung möglich ist. Die Bundesregierung sollte diesen Übergang frühzeitig unterstützen und die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen, denn je früher solche Systeme etabliert sind, desto mehr Abfall kann vermieden werden.
Mit freundlichen Grüßen
Sandra Stein
