Nachwuchswerbung, Newsletter, Flüchtlingskrise: Wofür die Bundesregierung PR-Agenturen beauftragt

Wofür und in welchem Umfang die Bundesregierung Aufträge an PR-Agenturen vergibt, war bislang weitgehend unbekannt. abgeordnetenwatch.de liegen nun Angaben zu den Aufträgen der meisten Bundesministerien und des Bundespresseamtes an externe Dienstleister vor, die interessante Einblicke in die Regierungs-PR erlauben.

von Martin Reyher, 20.05.2016
60 Kommentare
PR-Auftragsliste BPA
PR-Auftragsliste des Bundespresseamtes


Dass bisweilen die Weltpolitik auf die Arbeit einer Werbeagentur durchschlagen kann, zeigte sich im Sommer des Jahres 2014. Kaum hatte die Agentur Scholz & Friends im Auftrag der Bundesregierung ein Logo für den geplanten G8-Gipfel auf Schloss Elmau entwickelt, wanderten die Entwürfe auch schon wieder in den Papierkorb. Der Grund: Wegen der Ausladung von Russlands Präsident Wladimir Putin vor dem Hintergrund des Ukraine-Konfliktes musste aus dem G8- plötzlich ein G7-Logo werden – und die Grafiker von vorne anfangen. 79.964,43 Euro kostete die Erstellung des Gipfel-Logos am Ende, deutlich mehr als ursprünglich geplant.

In welchem Umfang und für welche Leistungen die Bundesregierung Aufträge an PR- und Kommunikationsagenturen vergeben hat, war bislang allenfalls in Einzelfällen bekannt. abgeordnetenwatch.de liegen nun Übersichten zu den Aufträgen der meisten Bundesministerien und des Bundespresseamtes an externe Dienstleister vor, die interessante Einblicke u.a. in die Kosten und Schwerpunkte der Regierungs-PR erlauben.

Veraltete Website

Da ist beispielsweise die Initiative „Erfahrung ist Zukunft“, mit der die Bundesregierung Menschen ab 50 „Impulse für ein erfülltes Leben im Alter“ geben will. Im Rahmen der groß angelegten Kampagne lässt das Bundespresseamt von seiner Vertragsagentur Scholz & Friends allmonatlich einen Newsletter erstellen, wobei der Empfängerkreis allerdings recht überschaubar ist: Die eMail-Version des Newsletters gehe an 2.500 Menschen, teilte das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung auf abgeordnetenwatch.de-Anfrage mit (zum Vergleich: den abgeordnetenwatch.de-Newsletter erhalten gut 116.000 Menschen). Außerdem würden von jeder Ausgabe 18.000 Exemplare gedruckt und an Multiplikatoren verteilt.

Nicht ganz so gering sind die Kosten, die die Vertragsagentur dem Bundespresseamt (BPA) für die „WEB Redaktion Erfahrung ist Zukunft Newsletter“ in Rechnung stellt. Für April bis Dezember 2015 wurden laut einer BPA-Übersicht mit den vergebenen Aufträgen insgesamt 172.608 Euro fällig, was monatlichen Kosten von rund 19.000 Euro entspricht. Gegenüber abgeordnetenwatch.de teilte das Bundespresseamt mit, in der Newsletter-Redaktion seien „zwei Mitarbeiter im Umfang von insgesamt einer Vollzeitstelle“ tätig. Die vergleichsweise hohen Kosten begründet das BPA mit einem „hochqualifierten Team“, das hinter den Redakteuren stehe.

Laut BPA gehört zu dem Agenturauftrag u.a. auch die Betreuung und Pflege der Kampagnen-Website. Allerdings sind deren Inhalte mitunter merklich veraltet: Auf der Kontaktseite ist derzeit als Datum der „04.10.2013“ angegeben, ein als Unterstützer der Demographie-Kampagne genanntes Unternehmen existiert inzwischen nicht mehr, an anderer Stelle war annähernd ein Jahr lang eine nicht mehr aktuelle Kontaktadresse vermerkt. Zumindest Letzteres hat das Presseamt inzwischen korrigieren lassen.

"Beratungsleistung Migrations-Kommunikation Pakistan"

Aus den Angaben, die die Bundesregierung gegenüber abgeordnetenwatch.de zu ihren PR-Aufträgen macht, lässt sich auch die unterschiedliche Schwerpunktsetzung der einzelnen Ministerien herauslesen. Anders als die allermeisten anderen Bundesministerien hat beispielsweise das Haus von Gesundheitsminister Hermann Gröhe den Großteil seiner Social Media-Aktivitäten an eine Agentur ausgegliedert. Das Arbeits- und Sozialministerium wiederum lässt externe Dienstleister mit großem finanziellen Aufwand die eigene Politik – konkret das Rentenpaket und den Mindestlohn – bewerben, während der größte PR-Posten des Bundesbildungsministeriums (rund 84.000 Euro) der Tag der offenen Tür im vergangenen Jahr ist. Die meisten anderen Ministerien kamen bei dieser Veranstaltung ohne eine Kommunikationsagentur aus bzw. nahmen diese nur in geringem Maße (Auftragsvolumen: unter 10.000 Euro) in Anspruch.

Auch im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise griff die Bundesregierung auf die Unterstützung externer Kommunikationsdienstleister zurück. Als vergangenen Oktober täglich mehrere Tausend Flüchtlinge in Deutschland eintrafen, beauftragte das Auswärtige Amt eine Agentur für eine „Kampagne zur Flüchtlingskommunikation in Afghanistan und Pakistan“. Damit wollte die Bundesregierung „gegen falsche Gerüchte und Lügen von Schleppern“ vorgehen und hoffte so wohl auch, dass sich fortan weniger Menschen auf den Weg nach Deutschland machen würden. Neben der Aufklärungskampagne, für die die Agentur 74.970 Euro in Rechnung stellte, holte sich das Auswärtige Amt im Januar 2016 ein weiteres Mal Unterstützung für die „Migrations-Kommunikation Pakistan“ ins Haus. Der als Beratungsleistung gekennzeichnete Posten wurde der Agentur mit 82.000 Euro vergütet.

Aufträge an PR-Agenturen über mindestens 18,7 Mio. Euro seit 2014

Übersicht der PR-Aufträge in Euro

Addiert man die Kosten aller externen PR-Aufträge der einzelnen Ministerien und des Bundespresseamtes seit Aufnahme der Regierungsgeschäfte durch die Große Koalition Anfang 2014, belaufen sich diese auf mindestens 18,7 Mio. Euro. Die tatsächlichen Ausgaben für Agenturen sind jedoch deutlich höher: abgeordnetenwatch.de hatte über das Informationsfreiheitsgesetz lediglich nach Aufträgen von mehr als 10.000 Euro gefragt. Keine konkreten Angaben zur Höhe seiner PR-Kosten machte außerdem das Verteidigungsministerium sondern teilte ganz allgemein mit, dass es in sechs Fällen Agenturleistungen oberhalb der Schwelle in Anspruch genommen habe (für „Nachwuchswerbung, Layoutgestaltung, Öffentlichkeitsarbeit, Beratung zum Tag der Bundeswehr sowie zu der Arbeitgebermarke Bundeswehr“).

Auch fehlen die PR-Ausgaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Das Haus von Minister Christian Schmidt hatte für die Auskunft eine Verwaltungsgebühr in Höhe von 190 Euro verlangt, woraufhin wir unsere Anfrage zurückzogen. Auch andere Ministerien hatten zunächst versucht, uns mit horrenden Gebühren abzuschrecken. Als wir daraufhin eine detaillierte Aufschlüsselung der Kosten anforderten, stellte sich in mehreren Fällen heraus: Den angeblich „erhöhten“ Verwaltungsaufwand – wie z.B. die vom Bundesbildungsministerium angenommenen 36 Arbeitsstunden – gab es gar nicht.

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Kommentare

Antwort auf von Frederik Weiss

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@Frederik Weiss

Ich sollte glaub ich wirklich doch schreiben H&H ...

"Interessant wäre, ob die PR-Aufträge ordentlich ausgeschrieben und vergeben wurden."

Erst einmal Zweifel saehen ... und dies nennen Sie keine Skandalisierung? Sie wollen wirklich die Oeffentlichkeit fuer dumm verkaufen ...

"Noch interessanter wäre ein Informationsstandard für Abgeordnete und Öffentlichkeit, der jährlich u.a. ALLE PR-Maßnahmen je Ministerium umfasst."

Oje, Sie koennen die Dinge doch gar nicht einordnen ohne Hintergrundwissen - und vor allem: Sie wollen doch nur einmal mehr Skandalisieren. Wenn ich mir Ihren Umgang mit den Informationen zu den Parteispenden anschaue, dann ist doch klar, wozu SIE solche Informationen verwenden. Serioesitaet sieht anders aus.

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Vielen Dank für diese wichtigen Informationen! Es geht meiner Meinung nach hier aber nicht nur um die Geldbeträge. Es geht um eine grundsätzlichere Frage, ob es Aufgabe der Bundesregierung ist, die Bevölkerung politisch zu erziehen.

In totalitären Staaten, wie der DDR, war/ist das so üblich. In einem demokratischen Rechtsstaat, wählen die Staatsbürger auf Basis ihrer politischen Überzeugungen eine Regierung. Die Regierung sorgt als Exekutive dafür, dass die vom Parlament beschlossenen Gesetze, ausgeführt werden. Die Regierung darf aber nicht - auch noch finanziert mit Steuergeld - versuchen, die Staatsbürger politisch zu beeinflussen. Das dürfen die Parteien - mit ihrem eigenen Geld.

Man hat bisweilen den Eindruck, unsere Regierung befindet sich im Übergang von der Exekutive zu "Edukative".

Was in Ihrer Auflistung fehlt, sind - soweit ich das sehe - die Ausgaben der Regierung zum sogenannten "Nachhaltigkeitsdialog", der, soweit ich weiß, auch von einem privaten Kommunikationsdienstleister organisiert wird. "Nachhaltigkeit" ist genau so ein hochgradig politisch/normativer Begriff wie "Gerechtigkeit". Je nach politischer Weltanschauung kann man darunter mit guten Gründen etwas anderes verstehen. Es ist also alles andere als selbstverständlich, das die Bundesregierung hier Steuermittel verwendet, um die Bürger politisch zu beeinflussen.

Auch steht dieser bemühte "Nachhaltigkeitsdialog" in einem seltsamen Kontrast zu den Fakten: Der Anteil der Nationalparks an der Landesgröße ist in Deutschland deutlich kleiner als in vergleichbaren europäischen Ländern. Wie der WWF gerade in einer Studie nachgewiesen hat (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/naturschutz-eu-kommission-pruef...), gibt es erhebliche Defizite bei der Umsetzung der EU-Richtlinie zur rechtlichen Absicherung der Natura-2000-Naturschutzgebiete. Die EU-Kommission hat deshalb sogar im Februar 2015 ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet. Wie sagte aber Bundesminister Peter Altmeier kürzlich beim "Nachhaltigkeitsdialog" (https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2015/10/2015-10-30-nac...):

"Es sei eine "nationale Aufgabe", das Thema Nachhaltigkeit ernst zu nehmen und das nicht nur in Deutschland. "Das Prinzip der Nachhaltigkeit muss ein universelles Prinzip werden und Deutschland habe einen Auftrag, den Nachhaltigkeitsgedanken zu exportieren", sagte Altmaier"

Na ja, bevor man wieder gleich wieder an Exporte denkte, sollte man vielleicht zuerst einmal die Hausaufgaben machen...

Antwort auf von Rene Macon

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@H&H/Rene Macon
Wow, jetzt danken Sie sich schon selber ;-)
Aber Ihnen scheint wirklich nicht einzugehen, dass es sich hier nicht um Erziehung handelt, sondern um Information. Auch die Bundesregierung hat eine politische Gestaltungsfunktion (Grundkurs Politik, vierte Stunde).
Interessant dass Sie von “Edukative” sprechen … bislang wurde eher geklagt, dass Sie Schulen zu wenig bilden – nun, Sie waeren der klassische Beweis allerdings dafuer.
Einen Hinweis: Nachhaltigkeit bemisst sich nicht an der Zahl der Nationalparks.

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Warum werden solche Aufträge nicht öffentlich ausgeschrieben?
Warum können nicht hoch bezahlte Mitarbeiter bei politischen Parteien und in öffentlichen Ämtern solche Aufgaben wahrnehmen statt Millionen an Steuergeldern dafür auszugeben?

Es wäre doch kein Problem, die Erstellung von Webseiten u.ä. Aufgaben auszuschreiben
und dafür Firmen vorab zu prüfen, ob sie bestimmte Leistungskriterien erfüllen.
Diese werden dann eingeladen, Angebote abzugeben.
Anschließend werden die Qualität, Resonanz, Kundenzufriedenheit überprüft, wie es bei jedem Reiseportal, Firmenumfragen etc absolut üblich ist.

Antwort auf von Andreas Teich

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@H&H/Andreas Teich
Wer sagt Ihnen den, dass diese Auftraege nicht ausgeschrieben wurden?

Antwort auf von W. Heidecker

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Eine kurze logische Überlegung. Warum soll ohne Notwendigkeit ausgeschrieben werden?

Antwort auf von Bernd Riemann

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Weil die Notwendigkeit sich ggf. aus den Ausschreibungsrichtlinien ergibt ...

Sie beantworten jedoch die Frage nicht, H&H

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Ich danke für die Veröffentlichung zu diesem Problem. Ich finde, wie schon Rene Macon oben, dass Ausgaben dieser Art zu unterbleiben haben. (In diesem Fall in Ordnung, dass Abgeordnetenwatch darüber recherchiert hat. Allgemein finde ich jedoch, Abgeordnetenwatch sollte sich darauf beschränken, die direkte und zugleich öffentliche Kommunikation zwischen Bürgern und Politikern möglich zu machen.) Eigentlich wäre das jedoch eine Aufgabe der Opposition oder der Presse als vierte Gewalt im Land. Womöglich hat man sich aber in der Politik daran gewöhnt, dass den Leuten Dinge eingetrichter werden müssen und das bezahlte Experten am besten erledigen. Und Zeitungen nehmen natürlich ganzseitige Anzeigenaufträge der Bundesregierung gerne mit. Dieselbe Problematik schnitt ich einmal in Bezug auf öffentlich-rechtliche Sender an. http://www.hiereth.de/texte/1212bu2.html Auch Rundfunkbeiträge sind nicht dazu gedacht, dass via Großflächen-Städtereklame der Bayerische Rundfunk, das ZDF oder der Deutschlandfunk auf sich aufmerksam machen und sich vielleicht noch gegenseitig Hörer und Zuschauer abzuluchsen. Ihre Schuldigkeit lautet, diese durch Qualität an sich zu binden.

Antwort auf von Markus Hiereth

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@H&H/Markus Hiereth
Wow, jetzt bringen Sie auch noch das Kunststueck fertig, sich selber zu kritisieren – naja, mal sehen ob der durchaus berechtigten Selbstkritik nach Selbstbeschraenkung auch Taten folgen werden. Allerdings vermute ich eher nicht.

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Unter welchem Projekt werden eigentlich "W. Heideckers" Beiträge abgerechnet?

Antwort auf von Peter I.

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wahrscheinlich unter "verschwendete Gelder"

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"Warum werden solche Aufträge nicht öffentlich ausgeschrieben?
Warum können nicht hoch bezahlte Mitarbeiter bei politischen Parteien und in öffentlichen Ämtern solche Aufgaben wahrnehmen statt Millionen an Steuergeldern dafür auszugeben?"

Gute Frage. Wenn man (vermeintliche) Wirtschaftsflüchtlinge zum Nachdenken darüber animieren will, ob sie ihr und ihrer Freunde Vermögen wirklich Schlepperbanden in den Rachen werfen sollten, dürfte es dem Ministerium an kultureller und Sprachkompetenz fehlen. Aber so etwas ist offenbar die Ausnahme.

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Ich betrachte diesen Artikel nicht als Skandalisierung, sondern als eine Information dessen Einschätzung mit überlassen bleibt. Wie alles was ich nicht selbst in Erfahrung gebracht habe und schwarz auf weiß belegt habe ist eben auch dieser Information relativ.
Da ich 1. in der Hauptstadt selbst direkten Zugang zu vielen Informationen habe und 2. für einen großen Konzern arbeite möchte ich zwei Dinge erwähnen:
1. Das Geld ist nicht das Problem und die Summe m.E. nicht besonders hoch. Fragen sie mal wie viel so ein Konzern für "Marketing" ausgibt, da ist diese Summe eher niedrig, wenn man sich überlegt, dass es sich um die "Marketingausgaben" einer der reichsten Industrienationen handelt ist das wirklich nicht viel.

2. DAS ECHTE Probleme dabei ist, wie Marx es in seinem Kommentar schon angesprochen hat, die mit der übermäßigen Beauftragung externer Agenturen einhergehende Verantwortungslosigkeit bei Beamten. Diese macht sich aus eigener Erfahrung sehr schnell breit, wenn einem sogar das Denken durch Externe abgenommen wird. Wenn etwas schief geht, und das tut es ständig, wird intern dann der externe Dienstleister für schuldig erklärt und das war's. Da beim nächsten Auftrag intern wieder nicht mitgedacht wird merkt ein externer Dienstleister schnell, dass er eigentlich machen und verlangen kann was er will, wenn er bereit ist ab und zu ein bisschen Prügel einzustecken und Besserung zu geloben. Den meisten internen ist es sowieso egal, denn die sind ja verbeamtet :-).

Für ausührende Tätigkeiten kann m.E. externe Dienstleister gut einsetzen, aber für strategische Denkarbeit erwarte ich von unseren dafür bezahlten Mitbürgern geistigen Einsatz. Es geht hierbei um viel mehr als um ein paar Millionen Euro. Es geht um den strategischen Erhalt des Friedens in Europa und die langfristige Funktionalität unsere Staatswesens. Beides kann man nicht mit externen, gewinnorientierten Dienstleistern kaufen, da diese Ziele nicht deren Ziele sind.

Antwort auf von Michael

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@H&H/Michael
Was ist den dann das Problem, wenn nicht die Summe?
Wer sagt Ihnen, dass niemand fuer die Umsetzung verantwortlich ist? Ich glaube, Sie haben keine Ahnung, wie Behoerden intern funktionieren.

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Nachtrag:
Und natürlich wird mit der Beauftragung externer Dienstleister richtig viel Steuergeld vernichtet, und zwar unnötig, da wir eigentlich bereits Menschen( Beamte, Politiker) dafür bezahlen diesen Job zu machen. Viele tun Ihren Job aber einfach nicht.

Und natürlich sind 18 Milionen viel Geld, vor allem wenn man überlegt was dabei rauskommt. Ich wollte nur sagen, dass es im Verhältnis nicht so viel Geld ist. Aber man hätte garantiert einige Umschulungen/Weiterbildungen für Arbeitslose damit bezahlen können, die dadurch wieder eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt bekommen hätten.

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Ich stelle immer wieder fest,daß die ausgaben,für solche Tätigkeiten,viel zu hoch sind.Eine genaue Kontrolle aller Posten ist deshalb notwendig.Außerdem sollten sich alle Abteilungen daran beteiligen und keine darf auch nur eine ausnahme bilden.Die ausgaben von BMAs sind mir viel zu hoch.Eine Überprüfung wäre sehr sinnvoll!

Antwort auf von Dieter Muench

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@H&H/Dieter Muench

Was waere denn angemessen? Ich meine, Sie haben ja ganz sicher eine klare Vorstellung ...

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Politisches Handeln erfordert rationale Auseinandersetzung mit Sachverhalten und strategisches Denken um jenes in gewünschtem Sinne zu beeinflussen. Symbolpolitik, also solche die politisches Handeln nur vortäuscht, bedarf der Spezialisten der Manipulation aus Werbung und Marketing. Den politischen Beamten in den Ministerien und den meisten gewählten Politikern fehlt hierzu die entsprechende Ausbildung und Expertise. Die Ausbreitung von PR in der Politik ist also ein Symptom für die zunehmende Abkopplung der Politik von den Interessen der Bevölkerungsmehrheiten. Kampagnenjournalismus, der Meinungsfelder weiträumiger bearbeitet und verändert, ist ein anderes Beispiel. Es kann deshalb auch nicht verwundern, dass die Ausbildung z.B. von Journalisten zunehmend PR-näher wird. Der Schwenk der Ministerien zu mehr Offenheit könnte auch das Ergebnis einer PR-Beratung sein, was den Verdacht erwecken könnte, dass die veröffentlichten Listen die wirklich interessanten Aufträge nicht enthalten. Wenn das alles so ist, sind 18 Mio. Peanuts und diese sind auch nicht die wesentliche Information, die der Newsletter dankenswerterweise verbreitet.

Antwort auf von Malte Grub

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@H&H/Malte Grub

Es ist richtig, dass fuer gewisse Spezialaufgaben in den Ministerien das Fachwissen nicht vorhanden ist. Dies duerfte u.a. daran liegen, dass diese Faehigkeiten nicht so haeufig benoetigt werden, als dass sie eine Vollzeitstelle rechtfertigen wuerden und es deshalb einfach betriebswirtschaftlich sinnvoller ist, diese bedarfsweise zuzukaufen - zumal man vielleicht auch jeweils unterschiede Ansaetze benoetigt und deshalb unterschiedliche Auftragnehmer einsetzt. Dies ist eigentlich ein vollkommen normaler Vorgang, der es nicht rechtfertig, der Ministerialbuerokratie indirekt Unfaehigkeit und Manipulation vorzuweifen.
Vielleicht machen Sie sich einfach einmal deutlich, dass der Tag der offenen Tuer in Berlin sehr gut angenommen wird - also offenbar ein hohes Beduerfnis besteht, dass u.a. solche Veranstaltungen wie auch Messebesuche durchgefuehrt werden. Die "zunehmende PR" ist also wohl eher genau das Gegenteil dessen, was Sie Abkopplung von der Bevoelkerung nennen.

Auch ist fraglich, wo Sie Ihre Kenntnis ueber die Journalistenausbildung hernehmen - mit der Realitaet an deutschen Journalistenschulen hat sie naemlich nichts zu tun.

Achso: Sie sollten sich schon ueberlegen, was Sie wollen. Einmal verlangen Sie mehr Transparenz, wenn diese dann geuebt wird - dann aeussern Sie den Verdacht, dass damit ja sowieso nur etwas vertuscht werden soll.

Aber es ist wohl so ganz generell mit Ihnen: ein klares Konzept koennen (wollen?) Sie nicht vorlegen. Ihnen geht es darum, etwas Sensationsgier zu befriedigen und sich damit vor allem selbst zu versorgen. Ehrenhaft ist dies natuerlich nicht - aber wie sagt der Volksmund so schoen: "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert."

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Lieber Hekeler, lieber Hackmann

Wow, da haben Sie jetzt aber Ihrer Kreativitaet in den vergangenen 24 Stunden freien Lauf gelassen. Nachdem alle alten Namen irgendwie im Nirvana verschwunden sind (kommen die eigentlich nach ner Zeit wieder …), haben Sie ganz schnell zahlreiche neue Identitaeten Ihrerselbst hergestellt – ein Glueck, dass Sie keine Profilseiten fuer jeden einrichten muessen. Dies waere dann schwierig mit den vielen Geburtsdaten und Bildern und Wohnorten etc.
Aber bitte: koennen Sie nicht wenigstens einen anderen Schreibstil fuer jede Identitaet entwickeln? Dann faellt es nicht ganz so auf, dass Sie alle Ihre Identitaeten selber sind – vielleicht hilft ja doch die Nutzung gespaltener Persoenlichkeiten.
Ich mach es Ihnen aber einfach und werde immer unter Ihrem jeweiligen Kommentar antworten. ;-) So koennen Sie dann Ihre vielen Persoenlichkeiten vielleicht eine laengere Lebenszeit koennen.

Aber vielleicht sollten Sie es einfach in Zukunft ein wenig geschickter anstellen – dann faellt es nicht ganz so auf. Denn dass da ploetzlich mehr als 14 Kommentatoren aus dem Nichts erscheinen (noch dazu im selben Schreibstil) muesste doch eigentlich auch Ihnen auffallen, dass da etwas nicht ganz stimmen kann.

Kleine Antwort im generellen Teil: Auch wenn Sie die Frage immer wieder despektierlich (ach stimmt, dies war natuerlich nicht wertend) aufwerfen, arbeite ich immer noch fuer keine Partei, sondern nehme meine staatsbuergerliche Pflicht zu kritischen Beobachtung Ihrer Lobbyorganisation wahr. Es waere ja jetzt auch der Zeit gewesen, Ihren eigenen Forderungen an Dritte einmal bei sich selber nachzukommen. Aber wieder haben Sie die Chance vergehen lassen, als ehrlicher Makler aufzutreten.

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Ich schließe mich in vielem den Beiträgen von Michael und Malte Grub an, etwa dass gute Politik weniger Manipulation braucht, um Bürger zu begeistern. Interessant wäre es noch, die gesamten Ausgaben zu sehen (einschließlich der Aufträge unter €10.000).

Ich finde die Berichterstattung seitens Abgeordnetenwatch gut und nicht skandalisierend; eine gewisse Gefahr, dass Abgeordnetenwatch in diese Richtung abdriften könnte, besteht natürlich immer. In der Schule habe ich gelernt, dass Manipulation nach dem Muster abläuft: 1. Gefilterte Informationen geben, 2. eine Frage stellen, die man mit den unvollständigen Informationen höchstwahrscheinlich in einer bestimmten Weise beantworten wird (die vom Manipulierenden intendierte), 3. eine Entscheidung fordern. Dieses Muster finde ich hier nicht wieder.

Für mich sind diese Informationen Puzzlestückchen, aus denen ich nicht sofort eine Aktion ableiten kann - ich bin z.B. nicht sofort "empört". Ich sehe den Wert aber darin, dass andere Menschen (Journalisten, Interessierte, NGOs, ...) mit diesen Teilen weiter puzzeln können. Denn natürlich besteht die Gefahr, dass Gelder nicht sinnvoll ausgegeben werden (aber: das gilt für jedes größere Unternehmen genauso). Ich halte unseren Staat für mittelprächtig gut. Ein wenig Kontrolle hilft, dass das so bleibt: Wer "schummelt" (nicht selbst arbeitet, nicht selbst denkt, mit manipulativen Werbung schlechte Politik verdeckt, Agenda Setting betreibt, oder gar Geld Parteifreunden zuschustert, ...) muss das Risiko haben, erwischt zu werden. Die Psychologie sagt: Schon das hält viele davon ab und sorgt dafür, dass wir fair miteinander umgehen, Insofern danke für den Beitrag!

Antwort auf von Volker

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@H&H/Volker

Oje, Sie halten die Menschen wirklich fuer so dumm, dass sie Ihrer Ansicht nicht merken, dass Sie sich einmal selbst hier Recht geben. So machen Sie dann doch Ihr wahres Gesicht noch einmal deutlich und vor allem: Sie tun so, als waeren Ihre Manipulationsversuche … und dann auch noch mit einer so dummen Masche: in welcher Schule werden die Feinheiten von Manipulation dargestellt, in keiner.

PS Und wieder werfen Sie der Politik generell Schummelei vor …

Antwort auf von W. Heidecker

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Sehr geehrter Herr Heidecker,
beim lesen aller Ihrer Kommrntare, deren Menge und dem Vergleich der Absendezeiten (z.B. diese hier um 04:36) kommt bei mir der Verdacht auf, dass es Ihnen nicht um die inhaltlichen Differenzen, Bewertungen und Unterschiede geht. Kann es sein, dass Sie, aus welchen Gründen auch immer, einen Groll gegen abgeordnetenwatch.de und deren Befürworter hegen? Außerdem scheinen Sie sehr viel Freizeit zu besitzen, um alle diese Kommentare zu schreiben. Es könnte sich aber auch der Verdacht dahingehend erweitern, das das Verfassen der Kommentare gar nicht in die Freizeit fällt, sondern Teil ihres Jobs ist.
Wohlgemerkt, ich möchte letzteres Ihnen wirklich nicht unterstellen, sondern nur den Äußeren Schein, den Ihr Verhalten bei mir erweckt, beschreiben.
Inhaltliche, offene, ergebnisorientierte Auseinandersetzungen sind Bestandteil einer Demokratie, sture Ablehnung und Unterstellungen nicht.
Zu meiner Person: Ich bin weder Mitarbeiter von abgeordnetenwatch.de noch gehöre ich zu den Förderen. Ich bin einfach ein normaler Bürger, der es sich zur Gewohnheit gemacht hat, viele, aus unterschiedliche Quellen stammende, Informationen zu verarbeiten, bevor ich mir ein Urteil erlaube.

Antwort auf von KPMoe

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Lieber H&H/KPMoe

Wie Sie ein berufliches Interesse vermuten koennen, wenn ich 4.36am poste, ist nun Ihr Raetsel.
Und warum sollte ich Groll haben gegen abgeordnetenwatch.de? Gut, sie versuchen vorsaetzlich die Demokratie zu zerstoeren und lassen es zu, dass Politiker ohne irgendwelche Beweise oder sonst etwas als Halunken und Tunichtsgute beleidigt werden. Aber mei … Meinungsfreihiet muss wohl so etwas aushalten. Das sie damit einen ansicht guten Ansatz kaputt machen, ist dann fast schon geschenkt.

Achso: Ich waere ja wirklich froh, wenn ich einmal ein Konzept von Ihnen und abgeordnetenwatch.de sehen koennte, wie Sie sich so die Politikfinanzierung und die Transparenz vorstellen. Ausser alles ablehnen was existiert, ist nun leider nicht gekommen …

Achso: ich vergass natuerlich zu erwaehnen, dass abgeordnetenwatch.de ja mal mit der Transparenz im eigenen Haus anfangen koennen ...

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Also mich würde mal die Motivation des Herrn Heidecker interessieren: Wenn ihm Ton und Inhalt hier nicht passen - warum hält er sich dann hier auf? Warum wendet er so viel Zeit auf, schreibt selbst um 04.30 Uhr morgens?
Hat er vielleicht Probleme mit zu niedrigem Blutdruck und will ihn hier hochtreiben?

Ist mir ECHT ein Rätsel ...
Schon bei dem Gedanken, den ganzen Tag - auch nachts - bei der BILD, dem Focus, der INSM oder bei der AfD zu kommentieren, rollen sich mir die Fußnägel rauf und runter ...

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