Welche persönlichen Maßnahmen ergreifen Sie, um dem Vertrauensverlust in der Bevölkerung entgegenzuwirken und die Menschen wieder stärker für demokratische Prozesse zu gewinnen?
In letzter Zeit habe ich oft das Gefühl, dass viele Menschen sich von der Politik entfremdet fühlen. Das Vertrauen in politische Entscheidungen und in diejenigen, die sie treffen, scheint mehr und mehr zu bröckeln. Immer häufiger höre ich in meinem Umfeld Aussagen wie „Die da oben machen ja doch, was sie wollen“ oder „Meine Stimme zählt sowieso nicht“. Diese wachsende Politikverdrossenheit macht mir ehrlich gesagt Sorgen – denn unsere Demokratie lebt davon, dass wir uns einbringen, mitreden und mitgestalten.
Gerade deshalb finde ich es umso wichtiger, dass Politikerinnen und Politiker nicht nur Entscheidungen treffen, sondern sich auch erklären, zuhören und in den direkten Austausch mit den Menschen gehen.
Sehr geehrter Herr N.
vielen Dank, dass Sie sich mit Ihrem Anliegen an mich wenden.
Ich habe mir vorgenommen immer für die Menschen in meinem Wahlkreis und ganz Baden-Württemberg ansprechbar zu sein, zuzuhören und nie um den heißen Brei herumzureden. Mir ist es wichtig Probleme, die den Alltag der Menschen belasten beim Namen zu nennen, auch wenn es unbequem ist. Diese Ehrlichkeit – auch über die Grenzen des Machbaren – schafft eine verlässliche Basis und schürt keine Erwartungen, die man aufgrund ihres Unerfüllbarkeit unweigerlich enttäuschen muss. Die Menschen haben ein feines Gespür dafür, ob man ihnen bloß eine vorgefertigte geschliffene Antwort vorsetzt oder, ob man eine echte Überzeugung vertritt und jederzeit ehrlich zu ihnen ist. Wir gewinnen die Menschen dann zurück, wenn wir auch nach einer Wahl liefern, was wir davor versprochen haben. Am Ende des Tages zählt, dass die Menschen unmittelbar merken, dass sich was in ihrem Alltag verbessert. Als Problemlöserin sehe ich meine Aufgabe darin, konkrete Steine aus dem Weg zu räumen - auch wenn sie noch so unlösbar erscheinen.
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir weg von der „Vollkaskomentalität“ gegenüber dem Staat und wieder hin zu mehr Eigenverantwortung kommen müssen. Ich werbe aktiv dafür, dass sich Menschen wieder einmischen – egal ob in der Kommunalpolitik oder im Ehrenamt. Demokratie ist kein Zuschauersport. Dann gelingt uns auch das Miteinander wieder besser.
Mit freundlichen Grüßen
Alena Trauschel
