Sind Sie für die Anpassung des Renteneintritts angepasst an das Lebensalter?
Sehr geehrte Frau N.,
vielen herzlichen Dank für Ihre Anfrage.
Meine Antwort lautet: Nein. Das Renteneintrittsalter sollte nicht automatisch an die durchschnittlich steigende Lebenserwartung gekoppelt werden. Wer früh ins Berufsleben eingestiegen ist und jahrzehntelang körperlich oder psychisch belastende Arbeit geleistet hat, muss die Möglichkeit haben, früher in Rente zu gehen. Nicht alle Menschen haben die gleichen Voraussetzungen, gesund bis 67 oder darüber hinaus zu arbeiten.
Bei der Gestaltung des Rentenzugangs sollte deshalb die Lebensarbeitszeit stärker ins Gewicht fallen. Ebenso sollten die geleisteten Beitragsjahre und die individuellen Arbeitsbedingungen berücksichtigt werden. Menschen, die auch im höheren Alter weiterarbeiten können und wollen, sollten dabei unterstützt werden. Gute Arbeitsbedingungen und entsprechende Anreize können dazu beitragen, dass längeres Arbeiten eine freiwillige Möglichkeit bleibt. Gleichzeitig muss der Rentenzugang für diejenigen fair gestaltet sein, die aufgrund ihrer langen und belastenden Erwerbsbiografie früher aufhören müssen.
Bei der aktuellen gesellschaftlichen und politischen Debatte um das Renteneintrittsalter handelt es sich um eine bundespolitische Fragestellung. Grundsätzlich teile ich die Haltung unserer grünen Bundestagsfraktion, weise aber zur Vollständigkeit darauf hin, dass die Landespolitik keinen Einfluss auf die Ausgestaltung von geplanten Rentenreformen hat.
Gerne stehe ich Ihnen für weitere Fragen oder Anregungen zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Benjamin Bauer