Frage an Benjamin Strasser bezüglich Wissenschaft, Forschung und Technologie

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Frage an Benjamin Strasser von Manuela E. bezüglich Wissenschaft, Forschung und Technologie

Sehr geehrter Herr Strasser,

Sie sind noch jung und haben das schulische Bildungswesen vor nicht allzu langer Zeit miterlegt.

Wie schätzen Sie das derzeitige Bildungswesen in Baden-Württemberg ein? Wo sollten Ihrer Meinung nach Veränderungen gemacht werden?

MfG, Essler

Frage von Manuela E. am
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Sehr geehrte Frau Essler,

vielen Dank für Ihre Frage. Sie haben Recht, dass bei mir die eigene schulische Erfahrung zeitlich noch nicht so weit entfernt ist. Ich hatte die Möglichkeit, in meiner Schullaufbahn sowohl das private wie auch das staatliche Schulsystem zu besuchen. Hier habe ich erfahren, dass es auch heute noch Durchlässigkeit im Bildungssystem gibt und Bildung einem Menschen immer wieder Chancen eröffnet. Ich wehre mich deshalb gegen die jahrzehntlangen Debatten zwischen Befürwortern und Gegner über die Debatte von Schulstrukturen. Wir müssen uns nicht mit der Umstellung von Strukturen beschäftigen, sondern die Qualität von Bildung weiter verbessern um alle Schülerinnen und Schülern entsprechend ihrer Begabungen zu fördern und Defizite möglichst früh zu beheben.

Der Ansatzpunkt der FDP ist darum ein ganz anderer. Wir stehen zur Bildungsvielfalt. Wir wollen das Elternwahlrecht stärken und plädieren für Bildungsvielfalt. Sowohl das gegliederte System wie auch Schulen in freier Trägerschaft und Gemeinschaftsschulen haben ihren Platz. Jede Schule hat ihre ganz eigenen Bedürfnisse - eine Brennpunktschule in Mannheim hat andere Probleme wie manche Hauptschule im ländlichen Oberschwaben. Deshalb wollen wir der jeweiligen Schule vor Ort mehr Entscheidungsmöglichkeiten geben. So soll künftig vor Ort entschieden werden, welches Profil sich die Schule gibt, wie sie den Unterricht gestaltet (u.a. die Dauer einer Schulstunde), welche Lehrer sie einstellen möchte und wie sie die ihr zugewiesenen Mittel einsetzen möchte. Darüber soll demokratisch eine Schulkonferenz bestimmen, die sich zu gleichen Teilen aus Lehrern, Eltern und Schülern der Schule zusammen setzt.

Die FDP will ebenso im Bereich der Qualität Verbesserungen erzielen. Wir möchten die von uns eingeführte Sprachstandsdiagnose für Kinder im vierten Lebensjahr weiterentwickeln. Nicht nur für Kinder mit Migrationshintergrund ist es wichtig, frühzeitig Defizite bei der deutschen Sprache zu beheben. Die schrittweise Absenkung des Klassenteilers im Zuge der „Qualitätsoffensive Bildung“ auf 28 Schüler bis zum Jahr 2012 und der zusätzlichen Einstellung von 1000 neuen Lehrern pro Absenkungsschritt kann nur ein Anfang sein. Gerade die beruflichen Schulen sind ein wichtiger Bestandteil zur Durchlässigkeit. Dem Run auf die beruflichen Gymnasien müssen wir durch die Umschichtung von frei werdenden Stellen bei den allgemein bildenden Gymnasien und durch die Errichtung weiterer Klassen begegnen. Hier sind wir als Land in der Pflicht. Wir müssen gerade in Oberschwaben das Thema der Schülerbeförderung angehen. Seit 1997 wurden die Landesmittel in Höhe von 170 Millionen Euro nicht mehr erhöht. Aufgrund der schrumpfenden Bevölkerung muss hier dringend gehandelt werden. Die Aufstockung der Mittel um 20 Millionen Euro im Februar 2011 wird aus meiner Sicht nicht ausreichen.

All dies sind keine Strukturmaßnahmen sondern Qualitätsverbesserungen, die meiner Meinung nach gerade sozial schwächeren Schülern zu gute kommen. Dafür möchte ich mich deshalb im Landtag einsetzen.

Herzliche Grüße,

Benjamin Strasser

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