Wie stehen Sie zum geplanten Archäologischen Landesmuseum am Stadthafen Rostock?
Die meisten Rostockerinnen und Rostocker lehnen ein Landesmuseum am Stadthafen ab — insbesondere angesichts der Kosten. Der Stadthafen sollte als Freiraum erhalten bleiben. Ein Landesmuseum gehört eher in den ländlichen Raum, zum Beispiel nach Vorpommern, wo viele der Ausgrabungen stattgefunden haben, statt Wasserflächen am Stadthafen zu bebauen. Hinzu kommen Bedenken hinsichtlich der geplanten Architektur sowie die Frage, ob Steuergelder sinnvoll für eine kleine Zielgruppe archäologieinteressierter Besucherinnen und Besucher eingesetzt werden.
Hallo Christian, die Sammlung des Landesmuseums ist seit 1992 für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Der Entscheid für den Standort Rostock ist vor 10 Jahren gefallen. Eine solch lange Zeit ist für alle ermüdend. Wir glauben, dass die Planung und Entscheidungen jetzt zügiger und im Interesse der Sache getroffen werden müssen.
Wir wollen ein Landesmuseum mit einem modernen didaktischen Konzept, das die Ausstellung erlebbar macht und Interesse weckt. Mit Räumlichkeiten, die sowohl für die Ausstellungsobjekte geeignet sind, als auch die digitalen und visuellen Darstellungsformate unterstützen und somit nicht nur für das Fachpublikum relevant sein wird, sondern auch für eine breite Öffentlichkeit.
Ja, die finanzielle Lage im Land ist angespannt. Wichtige Projekte im Bereich Bildung, Jugend und Innovation sind von Kürzungen und Einschränkungen schnell betroffen, bringen uns langfristig aber häufig am meisten. Darum soll das Museum mit Bau und Ausstellung im Budget bleiben und innerhalb der nächsten Jahre eröffnet werden.
Wir möchten, dass ein klarer Auftrag vergeben wird, eine unter diesen Rahmenbedingungen funktionierende Lösung zu erarbeiten. Die aktuelle Planung am Stadthafen Rostock entspricht diesen Rahmenbedingungen nicht.
Volt arbeitet vernetzt im europäischen Kontext und wir gehen davon aus, dass es auch beim Archäologischen Landesmuseum wertvolle Anknüpfungspunkte, z.B. mit anderen Ostseeanrainerstaaten gibt. Das Museum wäre ein Gewinn für Rostock, um eine breite Öffentlichkeit, hohe Besucherzahlen und Breitenwirkung zu erreichen. Darum ist eine zentrale Lage wesentlich. Ein Bau im ländlichen Raum kann keines der angestrebten Ziele erreichen.
Mit freundlichen Grüßen Emily Altstadt
