Warum gibt es eigentlich in Deutschland keine bundesweite Gedenkminute am Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz?
Stünden zu diesem sich jährlich wiederholenden Zeitpunkt eine Minute lang alles (vieles) still, hätte dies einen weitaus größeren Effekt in der Gedächnisarbeit als die alljährlichen, und in diesem Jahr besonders großen, Gedenkveranstaltungen.
Sehr geehrte Frau H.,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Zuerst einmal bitte ich die verspätete Beantwortung Ihrer Frage zu entschuldigen.
Ich finde das eine sehr gute Frage, auf die es mir schwerfällt eine zufriedenstellende Antwort zu geben. Ich denke, dass in Deutschland bisher der Gedanke vorherrscht, das Gedenken aktiv und kritisch zu gestalten. Eine Minute der Stille kann zum Nachdenken anregen. Diejenigen, die sich aber nicht mit dem Gedenken auseinandersetzen, werden vermutlich dabei aber nicht viel über den Anlass des Gedenkens erfahren. Ein kritisches Gedenken, in Veranstaltungen, die durch Lesungen, Gesang und auch Reden begleitet werden, empfinde ich persönlich als sehr ergreifend. Darüber hinaus denke ich, der Wunsch nach einer Einführung einer bundesweiten Gedenkminute sollte aus der Mitte der Gesellschaft kommen und nicht von Regierungsvertretern vorgeschlagen werden.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit dieser Antwort weiterhelfen. Sollten Sie noch Fragen haben, zögern bitte nicht, mich direkt zu kontaktieren. Sie erreichen mich per E-Mail unter franziska.giffey@spd.parlament-berlin.de Weitere Kontaktmöglichkeiten finden Sie auf meiner Webseite https://franziska-giffey.de/kontakt/
Mit Dank für Ihr Verständnis und freundlichen Grüßen
Ihre Franziska Giffey
