Sollte Schulpflicht zur Bildungspflicht werden, damit neurodivergente und chronisch kranke Kinder z.B. per Online-Schule Bildung und Teilhabe sichern können? Bitte setzen Sie sich dafür ein!
Viele neurodivergente und chronisch kranke Kinder können aufgrund ihrer Erkrankung nicht regelmäßig am Präsenzunterricht teilnehmen. Trotzdem fehlen echte Alternativen. ZFU-zertifizierte Online-Schulen könnten Bildung in einem reizarmen Umfeld ermöglichen, dürfen aber nicht regulär beschulen. Stattdessen werden Familien von Behörde zu Behörde und zu Gutachtern geschickt, während wertvolle Bildungszeit verloren geht. Eine Bildungspflicht könnte flexible Bildungswege ermöglichen und Teilhabe sichern.
Sehr geehrte Frau D.,
vielen Dank für die Nachricht. Ich halte die Schulpflicht für ein hohes Gut. Schule sind Orte des sozialen Miteinanders. Schule bedeutet nicht einfach Wissensvermittlung. Es geht dabei auch um Wertevermittlung, um gerechte Bildungschancen und um gesellschaftliche Integration.
Eine Befreiung vom Schulbesuch, wie sie für chronisch kranke Kinder möglich ist, sollte daher nach meiner Auffassung weiterhin zunächst geprüft werden. Eine grundsätzliche, einfache "Bildungspflicht" halte ich für den falschen Weg.
Beste Grüße
Gordon Schnieder
