Sie haben sich in den Jahren 2016, 2021 und nun auch 2026 zur Wahl gestellt und dabei jeweils unterschiedliche Parteien repräsentiert. Führt Ihre Anpassungsfähigkeit noch zu weiteren Parteiwechseln?

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Inka Seidel-Grothe
BSW
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Frage von André B. •

Sie haben sich in den Jahren 2016, 2021 und nun auch 2026 zur Wahl gestellt und dabei jeweils unterschiedliche Parteien repräsentiert. Führt Ihre Anpassungsfähigkeit noch zu weiteren Parteiwechseln?

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Antwort von BSW

Lieber Herr B., ich kann Ihre Frage verstehen, würde ich mich das ebenfalls fragen, wenn ich nicht in der Politik stünde. Als ich anfing, mich politisch zu engagieren, glaubte ich nie an einen Parteiwechsel.Tatsächlich aber können Parteien so anpassungsfähig sein, daß man mit den Inhalten nicht mehr übereinstimmt. Die Grünen standen mal für Naturschutz und Frieden. Das hat sich komplett geändert. Das spürte ich sogar in meiner politischen Arbeit, als ich mich zB für den Erhalt von 60 Straßenbäumen einsetzte, die durch Sanierung gefällt werden sollten. Mit einer Bürgerinitiative gelang es uns nach 9 Jahren immerhin 38 Bäume zu retten. Auf den gefällten Baumstümpfen trauerten die Anwohner mit leuchtenden Teelichtern. In meiner Pressemitteilung verlangte die jetzige Fraktionsvorsitzende, diese Teelichter auf den Fotos entfernen, "Weil es ja nur Bäume sind." In der weiteren Debatte wurde klar, daß es nicht um Naturschutz, und auch nicht um Bürgerinteressen geht. Als noch der Vorwurf kam: "Du bist zu nah an den Bürgern", wusste ich, mit diesem Generationswechsel ist es nicht mehr "meine Patei". Auch der Tierschutz wurde massiv vernachlässigt, so daß zu "meiner Zeit" viele austraten. Und gerade - um MIR treu zu bleiben, wechselte ich in die Tierschutzpartei. Dort erlangte ich viele Erfolge, zB die erste deutschlandweite Fraktion in 30 Jahren, viele beschlossene Anträge in der Bezirkspolitik, das 1. berlinweit staatlich geförderte Taubenhaus, das 1. Bezirkliche Hundeauslaufgebiet und einiges mehr. Doch die Tierschutzpartei behinderte die Arbeit der Fraktion eher, anstatt sie zu unterstützen. Die Fusion mit der Vegan-Partei änderte den Inhalt der Partei bezeichnend. Auch führten vom Bundesvorstand aus geführte zentralistisch-kontrollierte Strukturen zu massiven Austritten. In Berlin allein verließen 6 von 9 Verordneten die Partei. Ich verblieb am längsten. Mit dem Beginn der Kriege in Ukraine + Israel gab es heftige Debatten. Mein Verständnis für Natur- und Tierschutz, der freilich für jegliches Leben gilt, beinhaltet ganz klar eine Friedenspolitik. Gerade in der Tierschutzpartei hätte ich das als selbsterklärend erwartet. Doch dem ist nicht so. Für mich ist Frieden die Grundlage jeglichen Lebens. "Ohne Frieden ist alles nichts" (Willy Brand). Dieser Mann hat es geschafft, Ost und West einander näher zu bringen. Er würde heute wahrschenlich die SPD verlassen. Die einzige wirkliche Friedenspartei sehe ich nur noch im BSW. 
Stell dir also vor, du gehst in einen Fußball-Verein und der spielt plötzlich Tischtennis....was würdest du tun? ;-)

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