Stimmen Sie der Koppelung des Rentenalters an die Lebenserwartung gemäß des am 02.07.2026 im Koalitionsausschuss beschlossenen Reformpaket zu oder lehnen sie dies ab?
Sehr geehrte Frau D.,
vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihre Frage.
Die Vorschläge der Bundesregierung sehen unter anderem vor, das Renteneintrittsalter stärker an die steigende Lebenserwartung zu koppeln. Das würde bedeuten, dass viele Menschen künftig noch länger arbeiten müssten. Besonders hart träfe das Beschäftigte in körperlich belastenden Berufen. Schon heute schaffen viele von ihnen es aus gesundheitlichen Gründen nicht, bis zur Regelaltersgrenze zu arbeiten.
Aus unserer Sicht erfüllen die Vorschläge der Rentenkommission ihren eigentlichen Auftrag nicht: Statt die gesetzliche Rente dauerhaft zu stabilisieren, laufen sie langfristig auf Rentenkürzungen hinaus. Die Menschen sollen länger arbeiten, sich mit einem geringeren Rentenniveau zufriedengeben und zusätzlich auf private oder kapitalgedeckte Vorsorge setzen. Wer jedoch jahrzehntelang gearbeitet hat, braucht Sicherheit im Alter – nicht die Hoffnung auf gute Entwicklungen an den Finanzmärkten.
Für uns als Fraktion Die Linke steht deshalb fest: Das Renteneintrittsalter darf nicht weiter angehoben werden. Wer ein Leben lang gearbeitet, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt hat, muss sich auf eine verlässliche und auskömmliche Rente verlassen können.
Wir setzen uns stattdessen für eine solidarische Rentenversicherung ein, in die alle Erwerbstätigen einzahlen – also auch Beamtinnen und Beamte, Abgeordnete sowie Selbstständige. Dadurch würde die Finanzierungsbasis der gesetzlichen Rente deutlich verbreitert. Gleichzeitig wollen wir das Rentenniveau dauerhaft anheben und sicherstellen, dass niemand nach einem langen Arbeitsleben von Altersarmut bedroht ist.
Wir brauchen keine Rentenkürzungen durch die Hintertür, sondern sichere Renten und einen starken Sozialstaat. Deshalb werden wir Vorschläge ablehnen, die das Renteneintrittsalter weiter erhöhen oder das gesetzliche Rentensystem schwächen.
Mit freundlichen Grüßen
Isabelle Vandre, MdB
Die Linke
