Werden Sie am 29.04.2026 für oder gegen die Streichung der Familienversicherung stimmen?
Sehr geehrter Herr Blankenburg,
werden Sie am 29.04.2026 für die Streichung der Familienversicherung stimmen?
Dieser Gesetzesvorschlag ist familienfeindlich. Viele Familien sind bereits jetzt stark belastet und müssen jeden Monat genau rechnen. Zusätzliche Kosten von etwa 2.700 Euro jährlich sind für viele nicht tragbar und verschärfen die Situation weiter.
Zudem sollen vor allem Frauen mehr arbeiten. Gleichzeitig gibt es mehr Arbeitssuchende als offene Stellen. Das erscheint widersprüchlich und geht an der aktuellen Realität des Arbeitsmarktes vorbei.
Auch gibt es Hinweise, dass frühe Fremdbetreuung die Entwicklung des Nervensystems ungünstig prägen und damit auch die langfristige Gesunheit negativ beeinflussen kann. Das wirkt sich auf die gesamte Zukunft aus. Dieser Aspekt sollte stärker berücksichtigt werden.
Warum wird nicht eine Bürgerversicherung eingeführt, wie in anderen Ländern, um Defizite gerechter auszugleichen und alle einzubeziehen?
Mit freundlichen Grüßen
Anja K.
Sehr geehrte Frau K.,
vielen Dank für Ihr Schreiben zur aktuellen Reform der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und insbesondere zur beitragsfreien Mitversicherung Familienangehöriger.
Wie Sie sicher verfolgt haben, wurde das Reformpaket am 29.04. durch das Bundeskabinett beschlossen. Damit ist ein wichtiger und notwendiger Schritt gelungen, um die gesetzliche Krankenversicherung finanziell wieder auf stabile Füße zu stellen.
Im nächsten Schritt folgt nun das parlamentarische Verfahren zur Beratung des Gesetzentwurfs, in dem wir uns als SPD-Bundestagsfraktion noch für Nachbesserungen einsetzen werden. Einer der Schwerpunkte dabei werden die geplanten Einschränkungen bei der Familienversicherung sein. Unser Ziel ist es, die beitragsfreie Mitversicherung komplett zu erhalten.
An dieser Stelle möchte ich aber betonen, dass auch im derzeit vorliegenden Gesetzentwurf vorgesehen ist, dass Familien mit Kindern unter 7 Jahren weiterhin unverändert von den bisherigen Regeln der kostenfreien Mitversicherung profitieren. Hintergrund sind genau die von Ihnen dargestellten Überlegungen: Familien sollen die Möglichkeit haben, selbst darüber zu entscheiden, ob und wann sie ihre jungen Kinder in eine Fremdbetreuung geben möchten. Finanzielle Erwägungen sollten dabei nicht den Ausschlag geben.
Mit freundlichen Grüßen
Jakob Blankenburg
