Wie gehen Sie damit um, dass von den neuen Reformplänen hauptsächlich Frauen negativ betroffen sind? Und zwar immer dann wenn es um Kürzungen geht.
Sehr geehrte Frau Vieregge, sie haben sich sicher jeder einzelne Maßnahme in diesem Reformpaket angeschaut. Wie stehen sie dazu?, dass besonders Frauen und auch besonders in unserem konservativen, ländlichen Raum von den Kürzungen betroffen sind.
Mit freundlichen Grüßen
Juliane S.
Sehr geehrte Frau S.,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Die Sorge, dass von dem neuen 34-Punkte-Reformpaket der Koalition hauptsächlich Frauen negativ betroffen sein werden, teile ich nicht. Die Annahme, dass die geplanten Kürzungen und Umstrukturierungen einseitig zu Lasten von Frauen gehen, greift zu kurz.
Das Paket setzt an entscheidenden Stellen an, um unsere sozialen Sicherungssysteme zukunftsfest und generationengerecht aufzustellen. Ein zentraler Baustein ist die umfassende Rentenreform. Durch die Umsetzung der Empfehlungen der Rentenkommission inklusive der Einführung einer neuen Kapitalsäule sichern wir das Rentenniveau für die Zukunft ab. Ziel ist es, das System langfristig stabil zu halten, wovon gerade Frauen, die statistisch eine höhere Lebenserwartung haben, bei der Altersvorsorge direkt profitieren.
Auch beim Thema Minijobs steuern wir nach. Um Fehlanreize zu reduzieren, die Sozialkassen zu stärken und Altersarmut gezielt entgegenzuwirken, greifen wir die Vorschläge der Kommission auf und überführen Minijobs schrittweise in eine reguläre Rentenversicherungspflicht. Für viele Frauen, die häufig in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen arbeiten, bedeutet dies im Alter eine spürbar bessere Absicherung und den Aufbau eigener, vollwertiger Rentenansprüche.
Ergänzt werden diese Strukturreformen durch spürbare, direkte Entlastungen für Familien, wie die Erhöhung des Kindergelds sowie die Anhebung des Grund- und Kinderfreibetrags. Das Gesamtpaket nimmt die Gesellschaft an den richtigen Stellen in die Pflicht, um die wirtschaftliche Dynamik und Arbeitsplätze auch bei uns im ländlichen Raum langfristig zu sichern.
Welche konkrete Maßnahme aus dem Reformpaket bereitet Ihnen mit Blick auf die Situation der Frauen in unserer Region denn die größten Sorgen?
Mit freundlichen Grüßen
Kerstin Vieregge, MdB
