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Welche Position beziehen Sie zu Agri-PV und speziell zu cradle to cradle gerechten Ausführungen?

Lucas Kemmesies
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Volt
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Frage von Matthias M. •

Welche Position beziehen Sie zu Agri-PV und speziell zu cradle to cradle gerechten Ausführungen?

Der bäuerlichen Landwirtschaft würde sich eine zusätzliche Einnahmequelle erschließen. Sie könnten auch über eine autarke Hof- und Dorfgemeinschaft der notwendigen Energiewende behilflich werden.

Lucas Kemmesies
Antwort von Volt

Hallo Matthias, 

Danke für die Frage. Da ich hier selbst keine Expertise mitbringe, habe ich mich dazu nochmal mit Leuten von Volt und Experten ausgetauscht. Deshalb auch die etwas verzögerte Antwort. Entschuldigung dafür, aber wenn wir bei Volt dem pragmatischen Best Practice Ansatz gerecht werden wollen, dann müssen natürlich auch die Leute mit einbezogen werden, die auch wirklich etwas von der Thematik verstehen und sich damit tiefgründig beschäftigen.  

In diesem Sinne, folgende Antwort:
Die alleinige Nutzung von PV Anlagen auf dem Acker ist kritisch zu sehen, da wertvolle Agrarflächen für Lebensmittel entzogen werden. Cradle to Cradle bezeichnet dass alles rückbaubar sein muss. Das muss dafür die Grundlage sein. Agri-PV ist die perfekte Lösung im Cradle to Cradle Prinzip, da hier trotz PV Anlage die Fläche weiter genutzt wird für Nutzpflanzen, Blühstreifen oder Gewächshäuser. 
Dementsprechend würde das unser Statement folgendermaßen klingen:

"Nicht entweder Acker oder Solarpark, sondern Strom und Ernte auf derselben Fläche: Agri-PV muss die Landwirtschaft ergänzen – nicht verdrängen. Das Cradle to Cradle Prinzip ist dabei eine perfekte Lösung, wenn neue Techniken zur Verfügung stehen."

 

Zusätzlich haben wir noch folgende 4 faktenbasierten Schwerpunkte herausgearbeitet, die uns bei einer Umsetzung wichtig wären:

1. Agri-PV als Baustein der Energiewende und ländlichen Entwicklung

- Förderung von Agri-PV-Anlagen als zusätzliche Einnahmequelle für Landwirte und zur Stärkung der autarken Energieversorgung in Hof- und Dorfgemeinschaften.

- Vereinfachte Genehmigungsverfahren für Agri-PV-Projekte, die landwirtschaftliche Nutzung und Stromerzeugung kombinieren.

- Finanzielle Anreize für Betriebe, die Agri-PV mit C2C-Prinzipien (z. B. recycelbare Module, kreislauffähige Bauweise) umsetzen.

2. Cradle-to-Cradle als Standard für Agri-PV

- Verpflichtende C2C-Zertifizierung für öffentliche Förderprogramme im Bereich Agri-PV, um:

- Schadstofffreie und recycelbare Materialien (z. B. Solarmodule ohne Blei oder Fluor) zu verwenden.

- Modulare und demontierbare Systeme zu fördern, die eine Rückführung in den Kreislauf ermöglichen.

- Lokale Wertschöpfungsketten zu stärken, z. B. durch Kooperation mit regionalen Recyclingbetrieben.

- Forschungskooperationen mit Hochschulen und Instituten, um C2C-gerechte Agri-PV-Technologien zu entwickeln (z. B. biologisch abbaubare Folien für Gewächshäuser mit PV-Dächern).

3. Europäische Vernetzung und Wissenstransfer

- Nutzung von EU-Fördermitteln (z. B. EUKI, LIFE-Programm) für Pilotprojekte in Sachsen-Anhalt, die Agri-PV mit C2C verbinden.

- Zusammenarbeit mit europäischen Vorreitern (z. B. Frankreich, Niederlande), um Best Practices zu übernehmen und an lokale Bedingungen anzupassen.

- Aufbau einer Beratungsstelle für Landwirte, die technische, wirtschaftliche und ökologische Aspekte von Agri-PV und C2C kombinieren.

4. Rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen

- Anpassung des Landesklimaschutzgesetzes, um Agri-PV mit C2C-Kriterien als prioritäre Maßnahme anzuerkennen.

- Steuerliche Vergünstigungen für Betriebe, die in C2C-zertifizierte Agri-PV-Anlagen investieren.

- Öffentlichkeitsarbeit, um Akzeptanz in der Bevölkerung für Agri-PV und Kreislaufwirtschaft zu schaffen.

 

Ich hoffe, Du kannst mit unserer Antwort etwas anfangen. Gib mir gern ein Feedback, ich würd mich sehr freuen. Nochmals Entschuldigung für die Verzögerung, liebe Grüße und noch eine schöne Restwoche.
- Lucas

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