Wie stehen Sie zur drohenden vollständigen Deregulierung und damit einhergehenden Patentierung von Saatgut aus Neuer Gentechnischer Züchtung?
Sehr geehrter Herr Bender
Baden-Württembergs Landschaft, Wirtschaft und Kultur ist geprägt von einer vielseitigen, kleinstrukturierten Landwirtschaft. Damit dies aber auch in Zukunft erhalten bleibt, muss die Landespolitik auf verschiedenen Ebenen die richtigen Weichen stellen. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) Baden-Württemberg hat Vorschläge erarbeitet für eine Landwirtschaft mit Zukunft in Baden-Württemberg. Wir fordern Sie auf, setzten Sie sich ein, für eine Landwirtschaft mit und von der Bäuerinnen, Bauern, Umwelt und Natur sowie die Gesellschaft leben kann statt einer Landwirtschaft von der die Agrar-und Ernährungsindustrie profitiert.
Für eine Landwirtschaft, für die jeder Hof zählt.
Ihre Sophie K.
Sehr geehrte Frau K.,
Bündnis C ist grundsätzlich ein Befürworter von Deregulierung, wenn sie zu Bürokratieabbau führt und Verantwortung nach dem Prinzip der Subsidiarität an Unternehmer und Bürger zurück gibt.
Eine Deregulierung im Bereich des Saatguts der Kategorie NGT 1 jedoch lehnen wir zum jetzigen Zeitpunkt ab. Eine Deregulierung in diesem Bereich würde dazu führen, dass bei weiterer Züchtung der Züchter belegen muss, dass sein zugrundeliegendes Saatgut ebenfalls durch Zucht die vorliegenden genetischen Eigenschaften erhalten hat und nicht durch einen gentechnischen Eingriff.
Dies würde wiederum dazu führen, dass die Freiheit von klassisch arbeitenden Pflanzenzüchtern eingeschränkt würde, was wir ablehnen. Darüber hinaus ist durch Studien belegt, dass durch den Einsatz der Genschere Off-Target-Effekte auftreten können, wie die Bildung neuer Proteine, welche z.B. allergische Reaktionen auslösen können. Des Weiteren wurde belegt, dass NGT-Eingriffe oft auch Dutzende Gen-Kopien gleichzeitig verändern können, was durch konventionelle Züchtung nicht möglich ist. Dies könnte den Stoffwechsel einer Pflanze derart verändern, dass sie z.B. natürliche Giftstoffe anreichert. Dies wurde am Beispiel von glutenfreiem Weizen durch die EFSA selbst festgestellt.
Als Bündnis C treten wir konsequent für den Schutz der Schöpfung ein. Dies bedeutet auch einen sorgfältig geprüften und abgesicherten Umgang mit jeder Art von Gentechnik.
Liebe Grüße und Gottes Segen
Markus Bender
Bündnis C - Christen für Deutschland
