Was wollen Sie tun, um im Bezirk Steglitz-Zehlendorf bzw. von hier aus den Klimawandel einzudämmen?

Porträt für die Direktkanidatur
Michael Gaedicke
BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN
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Frage von Herbert W. •

Was wollen Sie tun, um im Bezirk Steglitz-Zehlendorf bzw. von hier aus den Klimawandel einzudämmen?

Porträt für die Direktkanidatur
Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Sehr geehrter Herr W.,

ich bedanke mich für Ihre Frage und möchte zunächst ganz allgemein und dann aber auch sehr konkret antworten:

Zunächst allgemein: In unserem Landeswahlprogramm, aber auch in unserem Bezirkswahlprogramm haben wir eine Reihe von Maßnahmen zusammengetragen, mit denen der Klimawandel in Berlin – und damit auch im Bezirk Steglitz-Zehlendorf – eingedämmt werden kann. Die Schwerpunkte liegen auf Hitzeanpassung, Entsiegelung und Begrünung, Energie- und Wärmewende, nachhaltiger Wasserbewirtschaftung und Themen zur Emissionsminderung im Verkehr - insbes. durch Verbesserung des Angebots im ÖPNV. Die Vorschläge zielen darauf ab, die CO₂-Emissionen in Berlin insbesondere im Bereich Wohnen und Verkehr zu senken und die Stadt widerstandsfähiger gegen Extremwetter zu machen.

Zur Anpassung an steigende Temperaturen und Hitzewellen und zur Verbesserung des Stadtlimas schlagen wir die Grünen kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen vor, die auch im Bezirk Steglitz-Zehlendorf umsetzbar sind.

  • Kurzfristige Lösungen umfassen die Schaffung von Klimainseln mit Schatten, Wasser und Sitzgelegenheiten in besonders belasteten Quartieren, etwa durch Sonnensegel über Spiel- und Hundeauslaufplätzen oder die Öffnung klimatisierter öffentlicher Gebäude an Hitzetagen.
  • Mittelfristig sollen „Kühle Meilen“ nach dem Vorbild Wiens etabliert werden: Straßen mit mehr Bäumen, Rankpflanzen, Trinkbrunnen und entsiegelten Flächen, die verkehrsberuhigt sind. Zudem wollen wir die Dach- und Fassadenbegrünung als verbindliche Vorgabe in Bebauungsplänen einfordern, um Straßen und Innenräume zu kühlen.
  • Langfristig aber ist ein umfassender Umbau der Stadt nötig, um sie an Hitze, Starkregen und andere Klimafolgen anzupassen. Dazu gehören die Entsiegelung von Flächen, der Ausbau von Grünflächen und der Umbau Berlins zur „Schwammstadt“ , in der Regenwasser dezentral versickert und für Trockenperioden gespeichert wird. 

Zentral aber ist, die Energie- und Wärmewende durch die Dekarbonisierung der Energieversorgung voranzutreiben. Berlin soll bis 2040 klimaneutral werden – schneller als die gesetzliche Vorgabe von 2045. Dafür ist der Ausbau der Erneuerbare Energien zwingend notwendig: eine Solardach-Pflicht für Neubauten und Bestand (auch für Nicht-Wohngebäude), die Errichtung und der Ausbau von Nahwärmenetze, die Abwärme aus Industrie, Gewerbe und die Geothermie sowie Wärme aus Abwasser oder Gewässern als Energiequellen nutzen. Wir Grünen wollen Nahwärmegenossenschaften gezielt fördern, um eine bürger*innennahen Energiewende zu stärken (siehe dazu unten). Erforderlich ist darüber hinaus: Energieeffizienz zu steigern, Gebäude energetisch zu sanieren und aus neuen Stadtquartieren ökologische Modellquartiere mit dezentraler Energieversorgung zu machen.

Konkret: Wie Sie vielleicht wissen, bin ich Aufsichtsratsvorsitzender der kliQ-Genossenschaft für ein klimafreundliches Quartier (kliq-Berlin.de). Mit dieser Genossenschaft wollen wir fossilfreie, krisenfeste und zukunftssichere Nahwärmelösungen in unserem Quartier rings um Onkel-Toms-Hütte für die rund 10.000 Nachbar*innen in den zehn Siedlungsteilen zwischen Oskar-Helene-Heim und Krumme Lanke schaffen. Mit dem Bezirksstadtrat für Ordnung, Verkehr und Grünflächen und der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt planen, bauen und entwickeln wir Musterlösungen für die Wärmewende in Bestandsquartieren. Diese Standardlösungen sollen/können berlinweit Anwendung finden und damit aus Steglitz-Zehlendorf die Wärmewende im Land vorantreiben. Unsere Energie-Lösung ist genossenschaftlich organisiertes, gemeinwohlorientiertes, fossilfreies Heizen und Kühlen im Sommer - Klimaschutz und Hitzeschutz. 

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