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Warum wird immer noch so wenig für Inklusion getan und was tun die GRÜNEN, um das zu ändern

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Pia Schellhammer
BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN
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Frage von Lisa P. •

Warum wird immer noch so wenig für Inklusion getan und was tun die GRÜNEN, um das zu ändern

Sehr geehrte Frau Schellhammer,
immer wieder merken wir als Eltern eines Kindes mit Behinderung, dass uns unendlich viele Steine in den Weg gelegt werden. Wir wollen das, was alle Eltern wollen: Das Beste für unser Kind.
Was tun die GRÜNEN, um die Situation in RLP für Menschen mit BEhinderungen zu verbessern?

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Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Sehr geehrte Frau P.

die GRÜNEN in Rheinland‑Pfalz wollen die Situation von Menschen mit Behinderungen auf mehreren Ebenen verbessern:

  1. Inklusiver Landesdienst: Das Land soll Vorbild sein – durch zusätzliche Stellen, verbindliche Zielplanung und eine Beschäftigungsquote von rund 6 % für Menschen mit Behinderung im Landesdienst.
  2. Inklusives Wohnen: Förderung inklusiver Wohn‑ und Hausgemeinschaften sowie Unterstützung beim barrierefreien Umbau von Wohnungen.
  3. Inklusiver Arbeitsmarkt: Maßnahmen und Initiativen, um Menschen mit Behinderungen in reguläre Beschäftigung zu bringen, inklusive besserer Bezahlung und Modellprojekten zur inklusiven Beschäftigung; zudem die Renten‑Einzahlung mit einem Fiktivgehalt von 80 % sollen auch für inklusiv Beschäftigte gelten.
  4. Selbstvertretung und Beteiligung („Nichts über uns ohne uns“): Stärkung von Selbstvertretungsstrukturen und bessere Einbindung Betroffener in Entscheidungen.
  5. Kommunale Strukturen und Beratung: Aufbau kommunaler Behindertenbeiräte, hauptamtliche Behindertenbeauftragte, Vernetzung der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) und Aufstockung des Partizipationsfonds zur finanziellen und strukturellen Unterstützung von Selbstvertretungsorganisationen.
  6. Barrierefreie Mobilität und Infrastruktur: Förderung niedrigschwelliger barrierefreier Mobilitätsangebote und verbindliches Ziel, Landesgebäude bis 2035 umfassend barrierefrei zu machen (Schwerpunkte: Hochschulen, Polizei).
  7. Digitale Barrierefreiheit und Diskriminationsprüfung: Ausbau digitaler Barrierefreiheit, stärkere Einbindung Betroffener bei digitalen Vorhaben und Prüfung von Diskriminierungseffekten etwa bei KI‑Systemen im öffentlichen Bereich.
  8. Gebärdensprache und Dolmetscher:innen: Versorgung mit Gebärdensprachdolmetscher:innen sichern und entsprechende Ausbildung/Studiengänge fördern.
  9. Freizeit, Teilhabe und Angebote: Ausbau von Ferien‑ und Freizeitangeboten sowie Anpassung von Leistungen (z. B. Blindengeld) zur besseren Teilhabe.
  10. UN‑Behindertenrechtskonvention (BRK) umsetzen: Fortschreibung eines Landesaktionsplans, Disability‑Mainstreaming in der Verwaltung und verbindliches Monitoring zur Durchsetzung der BRK.
  11. Inklusive Kinder‑ und Jugendhilfe: Bedarfsgerechte, inklusive Weiterentwicklung der Kinder‑ und Jugendhilfe mit Fortbildung der pädagogischen Fachkräfte.

Im Bereich der schulischen Inklusion wollen wir folgendes verbessern:

  1. Inklusive Schulen als Regel: Gemeinsam unterrichten, bessere Rahmenbedingungen und mehr Ressourcen, damit gemeinsamer Unterricht mit und ohne Behinderung zur Normalität wird (inkl. Ausbau integrierter Gesamtschulen).
  2. Mehr Unterstützendes Personal: Ausbau multiprofessioneller Teams, mehr Schulsozialarbeit und schulpsychologische Dienste, damit Lehrkräfte entlastet werden und Kinder gezielt gefördert werden können.
  3. Lernassistenz und gezielte Unterstützung im Unterricht: Lernassistenzen sollen Lerngruppen und Klassen gezielt begleiten, nicht nur einzelne Kinder.
  4. Frühförderung und Übergangsunterstützung: Verbindliche frühzeitige Förderung, gezielte Sprachbildung und eine verbindliche Sprachstandserhebung vor Schuleintritt, damit inklusives Lernen von Anfang an möglich wird.
  5. Barrierefreie und lernfreundliche Räume: Sanierungsprogramme, Temperaturregelung, Sonnenverschattung, Rückzugsorte und barrierefreie Lernräume schaffen bessere Voraussetzungen für inklusives Lernen.

Mit freundlichen Grüßen

Pia Schellhammer

Fraktionsvorsitzende BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz

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