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Sehr geehrter Herr Wagner, wie engagieren Sie sich für die weltweite internationale Zusammenarbeit im Umgang mit katastrophalen Risiken durch Künstliche Intelligenz? Welche Maßnahmen unterstützen Sie?

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Sascha Wagner
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Frage von Benjamin S. •

Sehr geehrter Herr Wagner, wie engagieren Sie sich für die weltweite internationale Zusammenarbeit im Umgang mit katastrophalen Risiken durch Künstliche Intelligenz? Welche Maßnahmen unterstützen Sie?

Führende KI-Firmen, besonders in den USA, wetteifern um die Entwicklung der ersten KI, die menschliche Fähigkeiten in allen Bereichen übertrifft und eigenständig handeln kann: einer Superintelligenz. Es gibt keine Gewährleistung für deren Sicherheit oder Kontrollierbarkeit. KI ist uns schon in vielen Bereichen überlegen (pauseai.info/sota). Wenn sie Fähigkeiten wie langfristiges Planen und Selbstverbesserung erlangt, wird das bedrohlich.

Aber auch ohne Superintelligenz stellen uns gefährliche KI-Anwendungen, etwa autonome Waffen, vor extreme Risiken.

Deshalb fordern immer mehr Menschen, darunter weltweit anerkannte KI-Experten wie Geoffrey Hinton, Yoshua Bengio und Stuart Russell, ein Verbot von Superintelligenz (superintelligence-statement.org) und das Festlegen Roter Linien für KI (red-lines.ai).

Mittelmächte wie Deutschland können gemeinsam gegen gefährliche KI-Entwicklungen vorgehen, selbst wenn Supermächte anfangs nicht bereit sind, zu kooperieren: [https://asi-prevention.com/]

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Antwort von Die Linke

Vielen Dank für die Anfrage. Als Linksfraktion sehen wir Warnungen vor einer Superintelligenz eher kritisch. Zwar stimmt es, dass mittels KI immer komplexere Aufgaben scheinbar oder auch tatsächlich in geringer Zeit gelöst werden. Doch jedes KI-System bleibt im Endeffekt ein statistisches Verfahren, das aus den Daten, mit denen es trainiert wird, Muster erkennt und diese reproduziert. Warnungen vor superintelligenten Fähigkeiten haben ihre Referenz oft in den führenden KI-Konzernen selbst, die damit wahrscheinlich ihren Marktwert hochzutreiben versuchen. Schließlich stehen Diskussionen um eine KI-Spekulationsblase im Raum, und Gewinne ließen sich bisher mit KI kaum erwirtschaften. Und trotzdem zahlen schon heute Umwelt, Beschäftigte und scheinbar Unbeteiligte einen hohen Preis: Fossile Energieträger und Atomenergie erleben neuen Auftrieb, Datenarbeiter*innen werden ausgebeutet, Überwachung nimmt massiv zu - an Arbeitsplatz, im privaten Bereich und im öffentlichen Raum. Und persönlichen Daten, geschützte Werke und schöpferische Leistungen von Kunstschaffenden werden unvergütet ausgenutzt. Die ohnehin bestehende Machtkonzentration auf wenige private Digitalkonzerne verschärft sich weiter, was dramatische Folgen für Demokratie, Teilhabe und Selbstbestimmung haben wird. Dies sind derzeit die entscheidenden Probleme mit KI, die im Übrigen auch viel mit der kapitalistischen Wirtschaftsordnung zu tun haben, die diese Probleme nicht einhegt, sondern verschärft. Wir setzen uns daher grundsätzlich für eine gesellschaftliche Transformation weg vom Kapitalismus ein, und parallel kämpfen wir ganz konkret dafür, dass bestehende KI-Regulierung wirksam durchgesetzt wird und Lücken geschlossen werden. Dazu haben wir als Fraktion bereits mehrere Anträge im Bundestag eingebracht (insbesondere die Bundestag-Drucksachen 21/4758 und 21/4759). Letztlich würde eine konsequent umgesetzte KI-Verordnung auch gar keine Spielräume eröffnen, die zur Herausbildung einer außer Kontrolle geratenden Superintelligenz führen könnten. Ein so konkretes Vorgehen ist sinnvoll und könnte dann auch außerhalb der EU als Vorbild wirken.

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