Bundesregierung strebt 30 % Bio-Fläche bis 2030. Welche Posotion beziehen Sie zu dieser Zielrichtung?
Sehr geehrter Herr Kuhn,
Die Bundesregierung strebt 30 % Bio-Fläche bis 2030 an – Berlin liegt derzeit bei 15,3 %. Um diese Lücke zu schließen, gilt Agri-Photovoltaik als vielversprechend. Um sie wirklich nachhaltig zu gestalten, wird zunehmend die Ausrichtung an Cradle-to-Cradle (C2C)-Prinzipien gefordert, inklusive der Anerkennung als Ausgleichsmaßnahme, was eine länderübergreifende Arbeitsgruppe aktuell vorbereitet .
Befürworten Sie C2C-konforme Agri-PV als Instrument zur Steigerung des Bio-Anteils in Berlin?
Welche konkreten Schritte (Flächen, Förderung, Planungsrecht) wollen Sie unternehmen, um Berlin hierbei als Vorreiter zu positionieren?
Sehr geehrter Herr M.,
vielen Dank für Ihre sehr interessante Frage.
Ich unterstütze stark den Ausbau von erneuerbaren Energien. In der Realität hat Berlin jedoch ein sehr großes Haushaltsdefizit, weshalb Mittel immer möglichst effektiv eingesetzt werden müssen. Bei Agri-PV sind die Stromgestehungskosten mindestens 10-50% höher als bei üblichem Photovoltaikausbau. Berlin hat aktuell den niedrigsten Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung in ganz Deutschland. Aus diesem Grund würde ich Agri-PV in Berlin nicht finanziell unterstützen bis Berlin sein Potential bei deutlich günstigerem PV-Ausbau ausgeschöpft hat. Hier würde ich insbesondere Fördermaßnahme als zusätzliche Anreize schaffen sowie öffentliche Gebäude zum PV-Ausbau verpflichten.
Beste Grüße aus Mahlsdorf,
Stefan Kuhn
