Über Tobias Handtke

Ausgeübte Tätigkeit
Teamleiter bei Karstadt Sports
Berufliche Qualifikation
Einzelhandelskaufmann
Geburtsjahr
1976

Kandidaturen und Mandate

Kandidat Niedersachsen Wahl 2017

Angetreten für: SPD
Wahlkreis: Seevetal
Wahlkreis
Seevetal
Wahlkreisergebnis
36,70 %
Wahlliste
Landesliste
Listenposition
30

Kandidat Niedersachsen Wahl 2013

Angetreten für: SPD
Wahlkreis: Seevetal
Wahlkreis
Seevetal
Wahlkreisergebnis
36,04 %
Listenposition
35

Politische Ziele

Arbeit, Chancengleichheit:
Guter Lohn für gute Arbeit. Etwa ein Fünftel der bundesdeutschen Bevölkerung lebt direkt oder indirekt in prekärer Beschäftigung. Die Rendite der Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren vervielfacht. Ein immer größerer Teil des Bruttosozialproduktes wird von einem immer geringeren Teil der Bevölkerung erwirtschaftet. Die Kluft in Deutschland zwischen Arm und Reich vergrößert sich. Dabei entstehen in den unteren Lohngruppen Neiddiskussionen. Diese richten sich nicht danach, warum bekomme ich so wenig zum Leben, sondern warum verdienen andere unter mir nicht viel weniger als ich? Deutschland darf nicht weiter mit Sozialtransfers sittenwidrige Löhne subventionieren und gegenüber Firmen mit Moral und Anstand einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Die negativen Folgen bei der Rentenentwicklung sind abzusehen. Wenn wir den Familien hier keine soziale Grundlage bieten, nehmen wir den Kindern eine faire Chance in ihrer Entwicklung.

Chancengleichheit, Bildung:
Bildung ist das Wichtigste. Bildung ist die Grundlage für Wachstum und Wohlstand. Eine politische These, die wir in jedem Programm wiederfinden. Wenn wir uns darüber einig sind, warum finden dann in vielen Bundesländern und auch in Niedersachsen so viele Diskussionen über das richtige Schulsystem statt? Es gibt nicht das richtige oder das falsche Schulsystem. Es stellt sich die Frage, welche Ziele verfolge ich mit einer Schulstruktur. Welche Ängste begleiten mich? Die SPD fordert den konsequenten Ausbau von integrierten Gesamtschulen. Längeres gemeinsames Lernen, Fördern und Fordern von klugen Köpfen, die die Welt erobern wollen. Ja, wenn wir bereit sind diesen Weg zu gehen, werden nach und nach die Schulen aus dem dreigliedrigen Schulsystem verschwinden. Aber es darf nicht entscheidend sein, wie sich eine Schule organisiert, sondern welche Chancen wir den jungen Menschen geben und was in der Schule passiert. Welche Möglichkeiten sie bekommen, sich entsprechend ihrer Fähigkeiten zu entwickeln. Wenn es uns um eine möglichst hohe Abiturquote geht und die Chancengleichheit für alle Kinder das Ziel ist, dann müssen wir Veränderungen zulassen.

Bildung, Familie:
Die frühkindliche Bildung im Vorschulalter ist in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden. In diesem Alter lernen Kinder besonders schnell. Die Aufgabe der Kindertagesstätte (Kita) besteht schon lange nicht mehr darin, die Kinder zu betreuen und zu bespaßen. Bei der Einschulung wurden bereits vorher wichtige Grundlagen geschaffen. Wobei ich mir wünschen würde, dass wir den Lehrauftrag nicht auch noch auf die Kitas übertragen. Für die Mütter und Väter bedeutet die Kita und die Krippe die Möglichkeit, sich im Beruf schnell wieder zu orientieren oder auch die Notwendigkeit das Familieneinkommen und damit die eigenständige Versorgung zu sichern. Für das letzte Kita-Jahr muss bereits jetzt kein Beitrag entrichtet werden. Ein erster wichtiger Schritt ist damit getan. Für die Zukunft bleibt es das Ziel, dass wir von der Krippe bis zur Hochschule als Staat die finanzielle Verantwortung übernehmen und Familien, die bereit sind Kindern eine Zukunft geben zu wollen, hier intensiv zu unterstützen. Das wird sicher noch ein langer Weg sein, wenn wir uns ehrlich mit der finanziellen Verfassung unseres Landes beschäftigen. Für mich persönlich sind die finanziellen Unterstützungen in Kita, Schule und Uni mehr wert als weitere Erhöhungen von Kindergeld oder gar mögliche "Herdprämien". Das Land braucht Kinder, wir können es uns nicht leisten, um fünf vor Zwölf noch einen Schritt zurück zu machen.

Familie, Soziales:
Wofür steht der Begriff Familie? Familie ist dort, wo Kinder sind und wo Lebenspartner oder Generationen füreinander einstehen und sich miteinander verbunden fühlen. Jeder hat Familie. Auch Menschen ohne eigene Kinder. Bei einer aktiven Familienpolitik geht es mir darum, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewährleistet werden kann. Die Familie gibt uns Halt, Stärke und Schutz. Viele Betriebe haben das längst erkannt und besonders von den skandinavischen Ländern gelernt. Die Elternzeit von Vätern wird nicht mehr belächelt, sondern respektvoll akzeptiert. Mit der Stärkung der Familie erhält unsere Gesellschaft die Perspektive, die wir brauchen, wenn wir uns mit der fortschreitenden Alterung beschäftigen. Die soziale Teilhabe müssen wir Schritt für Schritt für alle garantieren.

Soziales, Ehrenamt:
Die Sozialdemokratie hat es immer als ihr Mandat angesehen, sich für die "einfachen" und schwächeren Mitglieder in unserer Gesellschaft einzusetzen. Das ist für mich auch eine Frage des Menschenbildes. Reicht es mir aus, mich nur um mich selbst zu kümmern? Der Demographische Wandel ist ein so umfassender Begriff, dass er gerne als Generalargument für unliebsame Veränderungen verwendet wird. Nur organisatorisch werden wir eine älter werdende Gesellschaft nicht umbauen können. Es muss im Herzen beginnen. Abbau von Egoismus und Einsicht der vielfältigen Abhängigkeiten, in denen wir uns befinden. Die Kita von heute kann die Tagespflege von morgen sein. Nicht allein der Staat kann sich um die Menschen kümmern, wir alle haben einen menschlichen Beitrag zu leisten. Chapeau und Respekt vor allen, die sich dieser Verantwortung stellen und im ehrenamtlichen Bereich uneigennützig für andere Menschen da sind. Das ist keine Selbstverständlichkeit und darf nicht dazu führen, dass der Staat sich seiner Verantwortung entzieht. Allein Rabatte über eine Scheckkarte können nicht die notwendige Wertschätzung aufbringen.

Ehrenamt, Umwelt:
Der Blick in die Zukunft wird im sozialen Bereich oft als düster bezeichnet. Bei den ökologischen Herausforderungen sind die Prognosen nicht viel ermutigender. Wir haben viel zu tun, um mehr Zuversicht herzustellen. Allerdings dürfen wir uns nicht lähmen lassen, wenn uns gesagt wird, was wir alles nicht mehr schaffen können. Im Gesundheitswesen ist die Medizin viel weiter als noch vor zehn oder zwanzig Jahren. Und jetzt verfolgt die Politik das Ziel, diese Errungenschaften allen zugänglich zu machen.
Wir müssen unsere Umwelt schützen und bewahren. Einzelne Entscheidungen scheinen manchmal gegenläufig zu sein. Zum Beispiel beim Ausbau der Netzwege. Hierwerden wir uns mutig diesen Diskussionen stellen. Die Abkehr vom Atomstrom finde ich richtig. Die Konsequenzen des Umbaus müssen wir tragen und dürfen dabei nicht aus den Augen verlieren, warum wir uns dafür entschieden haben: Die Zukunft sicherer zu machen.