(...) Ich selbst bin Motorradfahrer und rein aus dieser Perspektive erscheint mir eine Widerspruchslösung wünschenswert, um mehr Spender zu bekommen. Aber, auf der anderen Seite, habe ich als Liberaler bedenken, ob dies eine mit meinen liberalen Grundsätzen vereinbare Position sein kann – denn es ist von großer Bedeutung, dass jeder Mensch die Möglichkeit erhält, eine bewusste Entscheidung über seinen Körper - auch über den Tod hinaus - zu treffen. Daher halte ich einen Mittelweg für sinnvoll, der sowohl mehr Menschen zum Spenden motivieren kann und gleichzeitig eine „Opt-in“ Option, also die bewusste Einwilligung, beinhaltet: Hier haben zum Beispiel die Jungen Liberalen (JuLis) einen interessanten Vorschlag gemacht: Sie fordern „die Einführung einer ‚Mandated-Choice-Regelung‘: Jeder, der das 16. (...)
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(...) das Thema Organspende bewegt sehr viele Menschen. 10.000 Menschen stehen in Deutschland auf den Wartelisten für eine Transplantation. Es ist dringend notwendig, die Anzahl der Organspenden zu erhöhen. (...)
(...) Allerdings wäre es wichtig, ehe man über eine Widerspruchslösung diskutiert, genau zu erfahren, warum es aktuell nicht ausreichend funktioniert. Andernfalls droht die Widerspruchslösung womöglich wirkungslos zu bleiben. Nach den vorliegenden Informationen liegt die Ursache für den Mangel an Spenderorganen darin, dass potentielle Spender zu selten identifiziert und gemeldet würden. (...)
(...) Mit der Widerspruchslösung sprechen Sie ein Thema an, das viele Menschen aus ganz unterschiedlichen Blickwinken sehr bewegt. Zur Zeit ist die Situation in unserem Land leider nach wie vor die, dass viele Menschen auf ein Spenderorgan warten und die Zahl der transplantierten Organe in den letzten Jahren leicht rückgängig gewesen ist. (...)
(...) Ich verkenne keineswegs, dass die Zahl der Organspenden bei einer Widerspruchslösung deutlich steigen würde, was natürlich sehr zu begrüßen wäre. (...)
(...) Wir sollten deshalb intensiv darüber nachdenken, ob wir nicht unser bisheriges System des aktiven „Jasagens“ überdenken müssen und in ein aktives „Neinsagen“ umwandeln. Mit der Einführung einer Widerspruchslösung könnten wir der zu hohen Zahl, an auf Transplantationen wartenden Menschen in Deutschland aktiv entgegenwirken. (...)