(...) Ich bin, wie Sie der Meinung, dass sich der Mangel an rettenden Organen nicht mit Entscheidungen von "Oben" ausgleichen lässt, sondern nur mit mehr Vertrauen. Die Widerspruchslösung würde dazu führen, dass Menschen bevormundet werden in Fragen des Sterbens und des Todes. (...)
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(...) zunächst besten Dank für Ihre Geduld. Wie auch aus Ihrem Schreiben sehr deutlich hervorgeht, ist das Thema Organspende ein sehr persönliches, bei dem die Ansichten und Überzeugungen der Menschen auseinandergehen. Ich habe mich noch nicht entschieden, wie ich bei der Abstimmung im Bundestag stimmen werde, werde jedoch auf Wunsch kurz vor der Abstimmung über meine Position informieren. (...)
(...) So bleibt es bei der Gewissensentscheidung der einzelnen Abgeordneten. Ich kann mich jedenfalls zur Zeit nicht der Meinung des Präsidenten der Bundesärztekammer, wie sie in dem von Ihnen erwähnten WAZ-Artikel zum Ausdruck kommt (bevorzugter Empfang von Organen in Abhängigkeit von der eigenen Bereitschaft zur Organspende), anschließen. (...)
(...) Grundsätzlich habe ich eine andere Haltung als Sie zu Organspenden. Ich halte deren Nutzen für medizinisch abgesichert und ich möchte dazu beitragen mehr Menschen zu überzeugen, für Organspenden zur Verfügung zu stehen. (...)
(...) Ein ähnliches Verfahren bei der Organspende wurde bereits im Januar im Bundestag diskutiert. In einem Antrag heißt es dort: "Ehemalige Lebendspender sollten bei der Organallokation bevorzugt werden, wenn sie selbst aufgrund einer Krankheit eine Transplantation benötigen." (...)
(...) Generell haben wir in Deutschland zu wenig Organspender, weshalb wir einen dringenden Handlungsbedarf haben. Für mich ist die Entscheidung zugunsten der Widerspruchslösung gefallen. (...)