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ist Ihnen die geburtshilfliche und ambulante Versorgung von Kindern, Schwangeren und Familien wichtig???

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Andreas Hoffmann
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Frage von Katja P. •

ist Ihnen die geburtshilfliche und ambulante Versorgung von Kindern, Schwangeren und Familien wichtig???

Dann setzen Sie sich bitte bei der Abstimmung am 10.7. zum GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz für uns ein! Stimmen Sie bitte gegen die geplanten Budgetkürzungen.

Vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen,
K. P.

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Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

vielen Dank für Ihre Frage. Ich teile Ihre geäußerten Sorgen. Gesundheitspolitisch sind die vom Erweiterten Bewertungsausschuss beschlossenen Honorarkürzungen um 4,5 Prozent sowie die geplanten finanziellen Einschnitte im Regierungsentwurf eines GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes im Hinblick auf die schon derzeit bestehenden Versorgungslücken in der Psychotherapie inakzeptabel. Dazu gehört auch die geplante Streichung der Zuschläge für Kurzzeittherapie.

Es ist kurzsichtig, ausgerechnet Einschnitte bei der psychotherapeutischen Versorgung vorzunehmen, denn dadurch bleibt nicht nur individuelles Leid unbehandelt, sondern mittelfristig werden auch die Kosten steigen. Denn weniger niedrigschwellige Versorgung führt zu mehr Chronifizierung, mehr Krankenhausaufenthalten und mehr volkswirtschaftlichen Kosten, bspw. durch steigende Arbeitsausfälle und Frühberentungen. Unsere Haltung ist klar: Psychotherapeutische Versorgung muss adäquat finanziert werden.

In einer Situation, in der der Bedarf an psychotherapeutischer Versorgung stetig steigt, Wartezeiten für viele Patient*innen unzumutbar lang sind und Praxen zugleich unter erheblichem wirtschaftlichem Druck stehen, sind diese Kürzungen ein verheerendes Signal. Wenn Praxen wirtschaftlich unter Druck geraten und Fehlanreize zu Ungunsten von GKV-Versicherten entstehen, gefährdet das die psychotherapeutische Versorgung.

Was wir stattdessen brauchen, sind nachhaltige Reformen und strukturelle Verbesserungen. Durch vielfältige gesellschaftliche Krisen erleben wir derzeit einen Anstieg psychischer Belastungen, besonders unter Kindern und Jugendlichen. Insgesamt sind die Zugänge zum Hilfesystem mit zu vielen Hürden belastet. Es ist nicht hinzunehmen, dass viele Menschen in einer psychischen Krise monatelang auf passende Hilfe warten müssen und die Suizidzahlen weiter steigen. Alle Menschen mit Hilfebedarf sollen im Bedarfsfall niedrigschwellige Zugänge zu passgenauen psychosozialen und therapeutischen Angeboten haben. Bisher hat die Bundesregierung keine strukturellen Reformen in der Psychotherapie, noch nicht einmal die angekündigte separate Bedarfsplanung für die Versorgung von Kindern und Jugendlichen, vorgelegt.

Als Grüne bleiben wir in dieser Situation nicht untätig und haben auf Bundeseben bereits anlässlich der Honorarkürzungen in der Psychotherapie den Eilantrag „Psychotherapeutische Versorgung strukturell stärken“

(Drucksache 21/4954) in den Deutschen Bundestag eingebracht. (https://dserver.bundestag.de/btd/21/049/2104954.pdf)

Wir fordern darin eine Reform der psychotherapeutischen Bedarfsplanung, die sich an dem aktuellen Hilfebedarf orientiert. Zusätzlich soll die Versorgung von Kindern und Jugendlichen in einer eigenen Bedarfsplanung festgelegt werden. Denn Kinder und Jugendliche können keine langen Strecken zu einer Praxis überwinden. Sie brauchen ein Versorgungsangebot vor Ort, das auch mit ihrer Kita, Schule oder kommunalen Unterstützungsangeboten vernetzt werden kann. Und wir wollen, dass die Versorgung in Stadt und Land angeglichen wird, um gleiche gesundheitliche Lebensverhältnisse zu schaffen. Klar ist auch: Nur mit ausreichend Fachkräften ist die Patientenversorgung von morgen gesichert. Deshalb fordern wir endlich eine Absicherung der Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung

Wir werden uns über unsere Kolleg*innen auf Bundesebene bei den parlamentarischen Beratungen zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz mit Vehemenz dafür einsetzen, dass angemessene finanzielle und strukturelle Rahmenbedingungen in der psychotherapeutischen Versorgung geschaffen werden. Psychische Gesundheit darf nicht vom Wohnort oder dem Versicherungsstatus abhängen.

Es ist sicher hilfreich, wenn Sie Ihre Expertise auch weiterhin in den Diskussionsprozess einbringen. Dafür danke ich Ihnen schon heute.

Mit besten Grüßen

Dr. Andreas Hoffmann

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