Sehen Sie nicht die Gefahr, dass die 4,5 % Kürzung Psychotherapie-Angebote für Kinder und Jugendliche reduziert und dadurch Versorgung, Bildung und Arbeitsmarkt nachhaltig belastet?
Sehr geehrter Herr Mattfeldt, die geplante Kürzung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Nachfrage nach psychotherapeutischer Versorgung für junge Menschen besonders hoch ist. Schon jetzt sind Wartezeiten lang, und eine Reduzierung der Vergütung könnte Praxen zwingen, Angebote einzuschränken. Studien zeigen, dass Psychotherapie pro investiertem Euro 2–4 € gesellschaftlichen Nutzen bringt (Deutsche PsychotherapeutenVereinigung; Technische Universität Braunschweig), u. a. durch geringere Fehlzeiten und höhere Produktivität. Hochrechnungen (WHO/UNICEF) zeigen, dass unzureichende Versorgung im Jugendalter langfristig massive volkswirtschaftliche Schäden verursachen kann (bis 110 Billionen USD bis 2050) und die Chancen auf Bildung und Arbeitsmarktintegration deutlich senkt (COPSY-Studie, UKE). Die Kürzung könnte diese Effekte noch verschärfen.
Sehr geehrte Frau S.,
ich beteilige mich nicht an Seiten wie abgeordnetenwatch etc., da Bürgerinnen und Bürger sich jederzeit gern direkt an mich wenden können: Per Telefon, schriftlich, per E-Mail, via Facebook, auf öffentlichen Veranstaltungen oder aber klassisch in einer meiner Bürgersprechstunden im Wahlkreis. Meine Mitarbeiter und ich kümmern uns, um die Anfragen sachgerecht und zügig zu beantworten.
„Abgeordnetenwatch“ allerdings vermittelt (angebliche) Bürgeranfragen, deren Echtheit nicht überprüfbar ist. Missbrauch durch Lobbygruppen liegt hier nicht fern. Eine solche Vermittlungsinstanz sehe ich skeptisch. Wer sich direkt an mich wendet, erhält eine unmittelbare Antwort zur Sache.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Mattfeldt
