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Routinemäßige Genitalbegutachtung bei der Musterung: Gewinnen wir so junge Menschen für die Bundeswehr, wenn sie den Erstkontakt mit Schamverletzung bis Demütigung verbinden?

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Bernd Rützel
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Frage von Raphael S. •

Routinemäßige Genitalbegutachtung bei der Musterung: Gewinnen wir so junge Menschen für die Bundeswehr, wenn sie den Erstkontakt mit Schamverletzung bis Demütigung verbinden?

Sehr geehrter Herr Rützel,
Sie begrüßen die Errichtung eines Musterungszentrums in Würzburg und wollen "junge Menschen für die Bundeswehr gewinnen."Bei der Musterung werden nun wieder alle 18-Jährigen routinemäßig zur Genitalbegutachtung aufgefordert – ohne freie Arztwahl, ohne medizinische Evidenz (s. S3-Leitlinie/DKFZ/RKI). Auch Urologie-Prof. Friedersdorff sieht keine Notwendigkeit zur Tauglichkeitsbestimmung (Stern, 11.03.26).Laut breiter öffentlicher Kritik empfinden dies viele Betroffene im Pflichtsetting als schamverletzend bis demütigend. Besonders für die ca. 5 %, die Opfer sexualisierter Gewalt wurden, ist dieser fremdbestimmte Intimeingriff enorm belastend. Ein Verweis auf zivile Ärzte verschiebt den Zwang nur.Wie stehen Sie zur Genitalbegutachtung bei der verpflichtenden Musterung: Können wir so "Menschen für die Bundeswehr gewinnen", wenn wir sie beim oft nicht freiwilligen Erstkontakt auffordern, sich zeitweise vollständig zu entkleiden und ihr Genital zu entblößen?

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