Stimmen Sie der automatischen Kopplung des Rentenalters zu ja oder nein?
Nein. Ich lehne eine automatische Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung ab.
Ein solcher Automatismus entzieht eine zentrale sozialpolitische Entscheidung dem Parlament und führt zu einer schleichenden Anhebung des Renteneintrittsalters durch die Hintertür. Steigt die statistische Lebenserwartung, verschiebt sich der Renteneintritt automatisch nach hinten, ohne dass darüber noch offen entschieden und politisch verantwortet werden müsste. Für Versicherte, die jahrzehntelang – oft körperlich hart – gearbeitet haben, bedeutet das faktisch eine verdeckte Rentenkürzung, weil sie entweder länger arbeiten oder Abschläge hinnehmen müssten.
Hinzu kommt: Ein reiner Durchschnittswert der Lebenserwartung blendet die enormen Unterschiede in der Lebensarbeits- und Beitragszeit aus. Gerade Menschen mit frühem Berufseinstieg und langen Beitragszeiten haben eine unterdurchschnittliche Rentenbezugsdauer – ausgerechnet die Beitragszahler mit den längsten Erwerbsbiografien würden benachteiligt.
Die AfD-Fraktion hat sich hier klar festgelegt: Mit unserem Antrag „Regelaltersgrenze von 67 Jahren sichern und abschlagsfreie Rente nach 45 Arbeitsjahren einführen" (BT-Drs. 21/2165) lehnen wir eine Anhebung der Regelaltersgrenze über 67 Jahre hinaus ausdrücklich ab. Statt starrer Automatismen treten wir für einen an der Beitragsleistung orientierten, abschlagsfreien Rentenzugang nach 45 Beitragsjahren ein. Über das Renteneintrittsalter muss demokratisch und verantwortet entschieden werden – nicht per Formel.
