Geplante Reform zur Attestpflicht ab dem 1. Krankheitstag - Wie stehen Sie dazu?
Sehr geehrte Herr Brunn,
ich schreibe Ihnen als Bürgerin aus Ihrem Wahlkreis. Ich bin Mutter von zwei Kleinkindern und arbeite in Teilzeit. Ich möchte mich hiermit kritisch zu der geplanten Neuregelung der Attestpflicht äußern, da ich diese sehr ablehne.
Die Verpflichtung zu einem ärztlichen Attest ab dem ersten Krankheitstag stellt für mich und meine Familie eine enorme Belastung dar. Die Arztpraxen sind ohnehin bereits überlastet, und der Gang in das Wartezimmer bedeutete gerade bei ansteckenden Krankheiten - oder bei Magen-Darm-Infekten- eine unnötige Gesundheitsgefährdung. Da auch die telefonische Krankschreibung wegfallen soll, müsste ich für einen Arztbesuch jedes Mal kurzfristig eine Kinderbetreuung organisieren. Dies würde meinen Alltag massiv erschweren. Zudem erschließt sich mir der Sinn dieser Änderung nicht. Arbeitgeber haben bereits heute die Möglichkeit, bei begründetem Misstrauen ein ärztliches Attest schon ab dem ersten Tag zu verlangen. Wie stehen Sie dazu?
Sehr geehrte Frau H.,
Danke für Ihre berechtigte Frage.
ich halte diesen Beschluß für falsch und kontraproduktiv, auch wenn Herr Merz und Herr Söder das Gegenteil behaupten.
Die telefonische Krankschreibung finde ich sehr sinnvoll, weil sie es vielen Arbeitnehmenden leichter macht – und gerade Menschen in Ihrer Situation. Außerdem entlastet sie die Arztpraxen und verhindert unnötige Ansteckungen.
Der geringe Anteil an den Krankschreibungen insgesamt zeigt, dass sie nicht das Problem ist.
Ich halte natürlich auch die zwingende Krankschreibung am ersten Tag für falsch. Damit werden pauschal alle Arbeitnehmenden unter Generalverdacht gestellt.
Meiner Meinung nach müssen diese Beschlüsse wieder zurückgenommen werden. Dafür setze ich mich auch innerhalb der SPD ein.
Mit besten Grüßen,
Florian von Brunn
