sind 100 Euro für Neuanmeldungen ein probates Mittel um die Problematik der Melderegister zu lösen?
ist ihnen bekannt, dass die oftmals prekären, zerstückelten und temporären Mietverhältnisse die aufgrund der knappen Wohnraums in Berin zur Normalität geworden sind dazu führen, dass Anbieter solchen temporären Wohnraums den Zugezogene gar nicht erst erlauben, sich zu melden ? Oftmals ist es so, dass die Nutzer solch temporären, möblierten, gestückelten Wohnraums sich gerne melden würden, aber nicht dürfen. Ich könnte ihnen eine Liste von 150 Studierenden vorlegen, die sich gerne melden würden,wenn sie in der Lage wären ein Mietverhältnis nachzuweisen,dass zur Anmeldung berechtigt. Oftmals wird ihnen das aber von den jeweiligen Vermietern von temporären Wohnraum untersagt, wie planen sie weiterhin gegen diese überbordende Zerstückelung und Fragmentierung von Wohnraum durch Drittanbieter, Dienstleistern und somit Aushebelung von bestehenden Mietrecht vorzugehen ?
Sehr geehrter Herr Prof. L.,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Zuerst einmal bitte ich die verspätete Beantwortung Ihrer Frage zu entschuldigen.
Ich denke, wir sind uns einig, dass wir sowohl die Anmeldungen, als auch das Angebot an Wohnraum in Berlin erhöhen müssen. Auf die Frage nach dem Wohnraum habe ich schon viele Antworten gegeben, die sich mit dem Motto bauen, bauen, bauen sehr verkürzt zusammenfassen lassen.
Mir ging es bei meinem Vorschlag darum, diejenigen anzusprechen, die eine feste Wohnung oder ein WG-Zimmer haben und sich trotzdem nicht anmelden. Denn durch jeden, der nicht in Berlin gemeldet ist, gehen der Stadt in der bundesweiten Finanzmittelzuweisung über 3000 Euro verloren. Zehntausende Studierende aus aller Welt ziehen jedes Jahr nach Berlin, viele von ihnen ziehen das erste Mal von Zuhause aus und sind erst einmal überfordert mit der Bürokratie, die so ein Umzug mit sich bringt. Denen die Möglichkeit zu geben, sich direkt an der Hochschule in einem mobilen Bürgeramt anzumelden, halte ich weiterhin für einen lösungsorientierten Vorschlag für diese spezielle Problematik.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit dieser Antwort weiterhelfen. Sollten Sie noch Fragen haben, zögern bitte nicht, mich direkt zu kontaktieren. Sie erreichen mich per E-Mail unter franziska.giffey@spd.parlament-berlin.de Weitere Kontaktmöglichkeiten finden Sie auf meiner Webseite https://franziska-giffey.de/kontakt/
Mit Dank für Ihr Verständnis und freundlichen Grüßen
Ihre Franziska Giffey
