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Wann erhalten Stromkund*innen der Berliner Stadtwerke einen vergünstigten Tarif zum Laden an den öffentlichen Berliner Ladesäulen?

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Franziska Giffey
SPD
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Frage von Andreas B. •

Wann erhalten Stromkund*innen der Berliner Stadtwerke einen vergünstigten Tarif zum Laden an den öffentlichen Berliner Ladesäulen?

Sehr geehrte Frau Giffey,

ich bin langjähriger Stromkunde bei den Berliner Stadtwerken und lade mein E-Auto an öffentlichen Berliner Ladesäulen – zu derzeit 55 ct/kWh. In Städten wie Hamburg, Stuttgart oder Hannover gibt es für Stadtwerke-Kund*innen vergünstigte Ladetarife im öffentlichen Netz.

Während Eigenheimbesitzerinnen im Umland mit Bundesförderung Wallboxen und PV-Anlagen installieren konnten und heute günstig oder sogar kostenlos zu Hause laden, bleiben Stadtbewohnerinnen ohne Stellplatz oder Garage auf teuren öffentlichen Tarifen sitzen – trotz Kundentreue und Landesbeteiligung an den Berliner Stadtwerken.

Ich fordere Sie auf, sich dafür einzusetzen, dass auch Berliner Stadtwerke-Kund*innen endlich fair behandelt werden und über einen Haustarif an öffentlichen Säulen vergünstigt laden können. Diese Ungleichbehandlung ist nicht länger tragbar.

Mit freundlichen Grüßen

A. B.

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Antwort von SPD

Sehr geehrter Herr B.,

vielen Dank für Ihre Nachricht.
Zuerst einmal bitte ich die verspätete Beantwortung Ihrer Frage zu entschuldigen.

Die Berliner Stadtwerke verfolgen eine Preispolitik, welche kostendeckend und betriebswirtschaftlich am Markt ausgerichtet ist. Dabei orientieren sie sich – wie die meisten anderen Stadtwerke auch – an einer langfristigen Einkaufsstrategie. Dieses führt dazu, dass in Zeiten hoher Marktpreise die Tarife eine Zeitlang stabil gehalten werden können. In Zeiten niedrigerer Marktpreise können daher auch die günstigeren Preise nur zeitverzögert an die Kunden weitergegeben werden. Für die verschiedenen Kundensegmente bewerten die Berliner Stadtwerke die tatsächlichen Stromeinkaufspreise laut Beschaffungsstrategie und bezuschlagen diese mit den zu deckenden Betriebskosten sowie den geplanten Mindestmargen laut Geschäftsplan. Aus diesen Werten bildet sich der sogenannte Versorgeranteil. Dieser wird um die staatlichen Abgaben und die Netzentgelte ergänzt. Das ergibt addiert den Arbeitspreis pro Kilowattstunde.

Nach Auskunft der Berliner Stadtwerke wurde die Einführung vergünstigter Ladetarife für eigene Stromkundinnen und -kunden bereits geprüft. Eine Umsetzung wurde bislang insbesondere aufgrund des damit verbundenen organisatorischen und technischen Aufwands nicht weiterverfolgt. Die Preispolitik der Berliner Stadtwerke kostendeckend und betriebswirtschaftlich auszurichten finde ich grundsätzlich richtig. Wir nehmen Ihren wichtigen Vorschlag dennoch gerne mit in künftige Diskussionen zur Gestaltung der Preispolitik.

Aufgrund Ihres Hinweises, dass in anderen Städten günstigere Lösungen gefunden wurden, habe ich mir auch dies einmal genauer angeschaut. In den betrachteten Städten (darunter Hamburg, Stuttgart und Hannover) sind die vergünstigten Ladetarife meines Wissens stets mit Grundgebühren oder mit einem bestehenden und teureren Ökostromtarif verbunden. Ohne diese Grundgebühr liegen die Preise (mit Ausnahme von München) bei oder deutlich über den 55 ct/kWh der Berliner Stadtwerke. Eine kurze jedoch unvollständige Übersicht finden Sie u.a. hier: https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/laden/elektroauto-ladesaeulen-strompreise/

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit dieser Antwort weiterhelfen. Sollten Sie noch Fragen haben, zögern Sie bitte nicht, mich direkt zu kontaktieren. Sie erreichen mich per E-Mail unter franziska.giffey@spd.parlament-berlin.de Weitere Kontaktmöglichkeiten finden Sie auf meiner Webseite https://franziska-giffey.de/kontakt/

Mit Dank für Ihr Verständnis und freundlichen Grüßen
Ihre Franziska Giffey

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