Muss ich auf der Arbeit vor einem Vorgesetzten kollabieren, um mich krankmelden zu dürfen?
Guten Tag Herr Merz!
In letzter Zeit kritisieren Sie die Krankheitsrate der Arbeitnehmer*innen in Deutschland.
Dabei appellieren Sie an die sogenannte Leistungsgesellschaft und hinterfragen die Glaubwürdigkeit der Krankmeldungen der Arbeitenden.
Ich selbst leide vor allem im Winter unter einer erhöhten Ansteckungswahrscheinlichkeit und werde tatsächlich auch unangenehmerweise vergleichsweise öfter krank. Der 24h-Schichtdienst ist dabei auch nicht förderlich.
Meine von Ihnen so hochgelobte Leistungsbereitschaft hat mich letztendlich dahin getrieben, dass ich trotz Unwohlsein und körperlicher Schwäche zum Dienst angetreten bin und schließlich vor Ort fast kollabiert bin.
Ihr Verständnis und Forderung nach Leistung sowie das Misstrauen an die „tatsächliche Notwendigkeit der Krankschreibung“ fördert genau dieses destruktive Verhalten.
Dabei trägt die Verschleppung einer scheinbar harmlosen Erkältung ein Risiko für schwere Folgeerkrankungen, die das Gesundheitssystem weiter belasten.
Sehr geehrter Herr R.,
täglich erreichen mich sehr viele Anfragen aus meinem Wahlkreis und dem ganzen Bundesgebiet. In vielen Zuschriften bitten mich Bürgerinnen, Bürger oder Unternehmen mit persönlichen Anliegen um Unterstützung. In anderen äußern sie Bedenken zu Gesetzesvorhaben und bieten gleichzeitig Lösungen an. Wieder andere möchten eine persönliche Einschätzung von mir zu politischen Themen. Gemeinsam ist all diesen Zuschriften, dass sie sehr persönlich sind. Ich möchte daher auch persönlich darauf antworten und bin froh, dass ich ein Team habe, das mich dabei unterstützt.
Bei Fragen über abgeordnetenwatch.de sind persönliche Antworten nicht möglich. Leider ist nicht erkennbar, wer konkret anfragt – und so kann ich auch keine persönliche Antwort geben. Außerdem wird die Antwort einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht, was auch verbietet, dass individuelle Probleme angesprochen werden oder der Persönlichkeitsschutz gewahrt bleibt.
Ich habe mich daher entschieden, Fragen die mich über abgeordnetenwatch.de erreichen, nicht zu beantworten.
Jede Bürgerin und jeder Bürger kann sich mit mir, wie mit jedem anderen Abgeordneten des Deutschen Bundestages, in vielfältiger Weise auf direktem Weg austauschen – per Brief, E-Mail oder telefonisch. Ich bitte Sie dabei, gerade bei Mailzuschriften, Ihre Anschrift und Ihre Telefonnummer anzugeben, unter der ich Sie gegebenenfalls auch persönlich erreichen kann.
Zudem können Fragen der Bürgerinnen und Bürger zur Bundespolitik über die Internetseite der Bundesregierung gestellt werden (https://www.bundeskanzler.de/bk-de/service/kontakt oder per E-Mail: bundeskanzler@bundesregierung.de).
Mein Team und ich kümmern uns um alle Anliegen und beantworten sie so zeitnah wie möglich.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Friedrich Merz MdB
