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Sehr geehrter Herr Otten, stimmen Sie für oder gegen die automatische Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung?

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Frage von Maria K. •

Sehr geehrter Herr Otten, stimmen Sie für oder gegen die automatische Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung?

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Antwort von AfD

Sehr geehrte Frau K.,

die AfD-Bundestagsfraktion lehnt eine automatische Kopplung des gesetzlichen Renteneintrittsalters an die statistische Lebenserwartung entschieden und konsequent ab (siehe Bundestags-Drucksache 20/13762 https://dserver.bundestag.de/btd/20/137/2013762.pdf). Ein solcher Renten-Automatismus, der zu einer schrittweisen und unaufhaltsamen Erhöhung der Altersgrenze führen würde, geht an der Lebensrealität von Millionen Arbeitnehmern in Deutschland vorbei. Für uns ist dieses Vorhaben nichts anderes als eine unsoziale, verdeckte Rentenkürzung. Insbesondere Menschen in körperlich oder psychisch hochbelastenden Berufen, wie im Handwerk, in der Pflege oder in der Industrie, können schon heute oft nicht bis zur aktuellen Regelaltersgrenze arbeiten. Eine weitere Erhöhung des Rentenalters würde diese Leistungsträger zwingen, den Ruhestand vorzeitig und unter hohen, lebenslangen Abschlägen anzutreten, was einer Missachtung ihrer Lebensarbeitsleistung gleichkommt.

Zudem ignoriert das Konzept einer automatischen Erhöhung die tatsächlichen Gegebenheiten des deutschen Arbeitsmarktes. Ältere Arbeitnehmer stoßen ab dem 60. Lebensjahr weiterhin auf erhebliche Hürden bei der Jobsuche, und adäquate Arbeitsplätze sind in vielen Branchen Mangelware. Die bloße Anhebung der Altersgrenze löst somit kein demografisches Problem, sondern verschiebt die finanziellen Belastungen lediglich von der Rentenkasse in die Arbeitslosen- und Sozialsysteme.

Anstelle mathematischer Willkür und abstrakter Durchschnittswerte setzt sich die AfD-Fraktion für ein System ein, das sich streng an der tatsächlich erbrachten Lebensarbeitsleistung und der Lebenswirklichkeit orientiert. Die gesetzliche Regelaltersgrenze muss bei maximal 67 Jahren eingefroren werden. Um die Leistungsgerechtigkeit wiederherzustellen, fordert die Fraktion die konsequente Umsetzung des Prinzips, dass 45 Beitragsjahre für einen abschlagsfreien Renteneintritt genügen müssen. Wer jahrzehntelang gearbeitet, Beiträge gezahlt und Kinder erzogen hat, muss das Recht haben, ohne finanzielle Einbußen in den Ruhestand zu gehen. Nur durch verlässliche Altersgrenzen und den Fokus auf Beitragsgerechtigkeit kann das verloren gegangene Vertrauen der Bürger in den Generationenvertrag und in die Zukunftsfähigkeit der sozialen Sicherungssysteme dauerhaft wiederhergestellt werden.

Mit freundlichem Gruß

Gerold Otten

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