Wie werden Sie beim Rentenreformpaket abstimmen? Lehnen Sie eine Anhebung des Rentenalters über 67 Jahre und das Ende abschlagsfreier Frührenten ab, um Rentenkürzungen zu verhindern?

Heike Heubach steht und lacht im Foyer des Paul-Löbe-Hauses in Berlin
Heike Heubach
SPD
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Frage von Joan S. •

Wie werden Sie beim Rentenreformpaket abstimmen? Lehnen Sie eine Anhebung des Rentenalters über 67 Jahre und das Ende abschlagsfreier Frührenten ab, um Rentenkürzungen zu verhindern?

Sehr geehrte Frau Heubach,

​als Bürgerin aus Ihrem Wahlkreis bereiten mir die Pläne zum aktuellen Rentenreformpaket große Sorgen. Die geplante Koppelung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung nach 2031 sowie Verschärfungen bei der Rente für langjährig Versicherte bedeuten für viele arbeitende Menschen eine erhebliche Mehrbelastung.

​Wer es gesundheitlich nicht schafft, bis weit über 67 zu arbeiten, ist von spürbaren Rentenkürzungen bedroht. Ich halte diese Entwicklung für sozial ungerecht und psychisch wie physisch kaum machbar.

​Mich interessiert daher Ihre persönliche Haltung zu diesem Vorhaben. Werden Sie sich im Bundestag aktiv gegen diese Reformpunkte einsetzen und wie wollen Sie eine verlässliche Altersabsicherung ohne ständige Altersanhebungen für die Bevölkerung garantieren?

​Vielen Dank für Ihre Transparenz auf dieser Plattform.

Heike Heubach steht und lacht im Foyer des Paul-Löbe-Hauses in Berlin
Antwort von SPD

Lieber Herr S.,

vielen Dank für Ihre Nachricht und dafür, dass sie sich mit ihren Sorgen am mich wenden.

Ich kann gut nachvollziehen, dass die aktuelle Debatte über die Rente für besonders langjährig Versicherte bei Ihnen große Sorge auslöst. Wer über Jahrzehnte hinweg gearbeitet, Verantwortung übernommen, Kinder erzogen und Angehörige unterstützt hat, verbindet mit dem Renteneintritt berechtigterweise auch die Erwartung von Verlässlichkeit und Anerkennung dieser Lebensleistung.

Gerade deshalb ist es wichtig, in der politischen Diskussion ehrlich zu bleiben: Die bestehenden Regelungen zur abschlagsfreien Rente werden angesichts der demografischen Entwicklung und der langfristigen Finanzierbarkeit unseres Rentensystems zunehmend infrage gestellt. So schwer das im Einzelfall auch ist, wird es auf Dauer nicht möglich sein, die Rente mit 63 in ihrer bisherigen Form unverändert aufrechtzuerhalten. Ein Festhalten an der Rente mit 63 würde langfristig auch ein Sinken der Höhe der Rente bedeuten, was zu höherer Altersarmut führen würde.

Umso entscheidender ist, dass notwendige Veränderungen fair gestaltet werden. Wer besonders lange gearbeitet und Beiträge geleistet hat, muss auch künftig darauf vertrauen können, dass seine Lebensleistung besonders berücksichtigt wird. Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass gerade diejenigen, die über Jahrzehnte hinweg Verantwortung getragen haben, am Ende die Hauptlast von Reformen schultern müssen. Hier wollen wir eine neue Regelung schaffen für langjährig Versicherte, die kurz vor der Rente aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten können. Sie sollen nicht mehr auf andere Tätigkeiten verwiesen werden, sondern können früher abschlagsfrei in Rente gehen.

Die aktuelle Rentenreform ist auch für mich in einigen Punkten schwierig zu tragen, doch klar ist, dass wir das Rentensystem rundum erneuern müssen, damit es auch für künftige Generationen verlässlich bleibt. Ohne weitreichende Reform wären Beitragssteigerungen und ein sinkendes Rentenniveau unausweichlich. Nach geltender Rechtslage würde die demographische Entwicklung dazu führen, dass das Rentenniveau bis 2053 um etwa 2% sinken würde. Gleichzeitig würden die Beiträge auf 21% steigen. Nicht zu handeln, wäre sozial und wirtschaftlich fahrlässig. Gleichzeitig stärken wir die gesetzliche Rente durch eine zusätzliche Kapitalrente nach schwedischem Vorbild. Das bedeutet eine echte Investition in die Zukunft der Rente und stärkt Generationengerechtigkeit. Die gesetzliche Rente bleibt damit stark und finanzierbar und wir können das Rentenniveau über 2031 hinaus für Neurentner*innen stabil halten.

Vielen Dank, dass Sie sich mit Ihrem Anliegen an uns gewandt haben. Ihre Hinweise und Sorgen nehmen wir sehr ernst.

Mit herzlichen Grüßen

Heike Heubach

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