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Wer war nach Ihrer Auffassung für den Anschlag auf die Strominfrastruktur in Berlin im Januar 2026 verantwortlich?

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Jan Köstering
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Frage von Satoshi N. •

Wer war nach Ihrer Auffassung für den Anschlag auf die Strominfrastruktur in Berlin im Januar 2026 verantwortlich?

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Antwort von Die Linke

Sehr geehrter Herr N.,

die Ermittlung der Täter überlasse ich den Sicherheitsbehörden und beteilige mich nicht an Vermutungen auf Basis von Bekennerschreiben auf vermeintlichen Szeneplattformen, die frei zugänglich sind und zur Verbreitung von (Des-)Informationen genutzt werden können.

Dass der Anschlag überhaupt eine Wirkung in dieser Dimension entfalten konnte, liegt jedoch in der Verantwortung all jener, die entsprechende Absicherungsmaßnahmen bislang nicht für notwendig erachtet haben. Bereits nach dem Anschlag im September 2025 in Adlershof wurde es offenbar versäumt, diesen neuralgischen Punkt im Berliner Stromnetz zu identifizieren und priorisiert abzusichern. Angesichts der Tragweite des Ausfalls kann ich mir nicht erklären, warum eine derartige Schwachstelle nicht erkannt und gesichert wurde.

Statt lauter politischer Instrumentalisierung des Anschlags brauchen wir jetzt wache Augen für kritische Infrastruktur und eine konsequente Absicherung vergleichbarer Schwachpunkte. An gut gesicherter Infrastruktur scheitern künftig auch ausländische Saboteure, politisch motivierte Täter oder andere Formen von Angreifern.

Die Tat ist absolut und in jeder Hinsicht zu verurteilen. In meiner Kurzintervention (https://www.bundestag.de/mediathek/video?videoid=7647623) habe ich am 15.01. noch einmal deutlich gemacht, dass kein vernünftig denkender Mensch diesen Anschlag in irgendeiner Weise gutheißen, relativieren oder verharmlosen darf.

Fakt bleibt jedoch: Den verursachten Stromausfall wird man durch Strafverfolgungsmaßnahmen nicht ungeschehen machen. Energienetze müssen redundant aufgebaut sein, und Schäden an einzelnen Punkten dürfen niemals ganze Stadtteile – wie im Fall Lichterfelde – mit 100.000 Menschen betreffen. Alles, was baulich und organisatorisch dagegen unternommen wird, sorgt für mehr Schutz und Sicherheit als allein die selbstverständlich notwendige nachträgliche Strafverfolgung.


Mit freundlichen Grüßen

Jan Köstering

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