Hallo Frau Willie Hamburg,ich habe eine kleine EU nd grundsicherung und es bleibt abzüglich Miete Strom wenig davon übrig. Warum gibt es nicht wieder einen Zuschuss wie bei Corona ???Geld ist genug da
EU
Hallo,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Wir können gut nachvollziehen, dass die aktuelle finanzielle Situation für viele Menschen mit geringem Einkommen sehr belastend ist. Wenn nach Abzug von Miete und Strom nur wenig zum Leben bleibt, ist das eine große Herausforderung im Alltag.
Während der Corona-Pandemie gab es zeitlich befristete Zuschüsse, um akute Krisen abzufedern. Diese waren jedoch als Ausnahme gedacht und sind deshalb nicht dauerhaft fortgeführt worden. Das ändert aber nichts an dem grundsätzlichen Problem, das Sie ansprechen: Für viele Menschen reicht das Geld im Alltag schlicht nicht aus.
Aus unserer Sicht liegt das auch an der aktuellen Sozialpolitik auf Bundesebene. Die geplanten Veränderungen beim Bürgergeld bzw. der Grundsicherung gehen aus unserer Sicht in die falsche Richtung: Statt Menschen besser abzusichern, wird stärker auf Druck, Sanktionen und Einschränkungen gesetzt. Genau das kritisieren Bündnis 90/Die Grünen deutlich. Die geplanten Verschärfungen stehen für Misstrauen gegenüber den Betroffenen und verschlechtern die Situation vieler Menschen weiter
Unser Ansatz ist ein anderer: In einem reichen Land wie Deutschland muss das soziale Sicherheitsnetz verlässlich funktionieren und ein würdevolles Leben ermöglichen
Konkret heißt das für uns:
- Leistungen müssen so bemessen sein, dass sie tatsächlich zum Leben reichen – auch bei steigenden Preisen,
- Wohnen und Energie dürfen nicht zur Existenzfrage werden,
- und soziale Leistungen dürfen nicht durch immer schärfere Sanktionen ausgehöhlt werden.
Zusätzlich setzen wir uns für gezielte Entlastungen ein, die direkt bei den Menschen ankommen – etwa durch ein Klimageld, das Einnahmen aus der CO₂-Bepreisung zurückgibt und insbesondere Haushalte mit geringem Einkommen entlastet.
Ihr Eindruck, dass „Geld eigentlich da ist“, verweist auf eine zentrale politische Frage: Wie werden staatliche Mittel eingesetzt und wer profitiert davon? Aus unserer Sicht muss dabei stärker darauf geachtet werden, dass gerade Menschen mit kleinen Einkommen entlastet werden.
Gleichzeitig ist uns wichtig: Es gibt bereits verschiedene Unterstützungsangebote, die häufig nicht vollständig ausgeschöpft werden. Dazu zählen beispielsweise Wohngeld, mögliche Mehrbedarfe oder ergänzende Hilfen. Es kann sich daher lohnen, eine individuelle Beratung in Anspruch zu nehmen – etwa bei Sozialberatungsstellen, Wohlfahrtsverbänden oder auch direkt beim zuständigen Amt.
Mit freundlichen Grüßen
Team Hamburg
