Frage an Karin Thissen

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Karin Thissen
SPD
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Frage an Karin Thissen von Sabine S.

Sehr geehrte Frau Dr. Thissen,

gerade muss ich lesen, dass Sie gegen ein Verbot von Fracking gestimmt haben.
Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie enttäuscht ich darüber bin. Seit Jahren versuchen meine Familie und ich Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit in Einklang zu bringen. U.a. haben wir Atomstrom gegen Naturstrom getauscht und produzieren mit der Photovoltaik-Anlage Strom, den wir zum Teil auch selbst verbrauchen. Für uns, unsere Söhne und für alle kommenden Generationen versuchen wir die Umwelt zu schützen, lebenswert und "gesund" zu erhalten. Ich dachte, dass auch in der SPD darauf Wert gelegt würde. Habe ich mich da so geirrt?

Mit freundlichen Grüßen
S. Siemann

Frage von Sabine S. am
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 14 Stunden 25 Minuten

Sehr geehrte Frau Siemann,

ich will, dass klare Regelungen und Rechtssicherheit für die Bürgerinnen und Bürger, für Behörden und für Unternehmen geschaffen werden. Hierfür nehme ich alle Vorbehalte gegen das Fracking sehr ernst und teile sie. Für mich steht der Schutz vor Gesundheitsgefährdungen und der Schutz der Umwelt an erster Stelle.

Angesichts der ernsthaften Herausforderungen ist es aber von Grünen und Linken ein unseriöses parlamentarisches Verhalten, eine Abstimmung zum Fracking ohne Debatte, also ohne Meinungsaustausch, ansetzen zu lassen. Das ist keine Art und Weise sich mit wesentlichen Themen zu befassen. Mit diesem, von der Opposition allein taktisch motivierten Schachzug, soll eine bühnenreife Vorführung den Bürgerinnen und Bürgern "vorgespielt" werden: Quasi einfache Antworten auf komplexe Fragen. In der Sache wird die gestrige Abstimmung aber der Gesamtproblematik nicht gerecht. Im Ergebnis ist und bleibt es unsachlich und nicht zielführend. Auch aufgrund dieser politischen Winkelzüge habe ich gegen die Anträge gestimmt.

Um zur Frage des Frackings klare Worte zu finden: Ich halte es für zwingend erforderlich fehlendes Wissen zu erlangen und daher Erprobungsmaßnahmen unter wissenschaftlicher und umweltfachlicher Aufsicht für zulässig. Nur so können die Auswirkungen fundiert und gesichert ergründet und abgeschätzt werden. Denn nur Wissen schafft Sicherheit und kann uns schützen.

Derzeit halten sich die Erdgasfirmen an ein faktisches Moratorium, in der Erwartung neuer gesetzlicher Regelungen. Ich strebe somit nach Einigungsfähigkeit innerhalb der Großen Koalition und erwarte von unserem derzeitigen Koalitionspartner, den laufenden Gesetzgebungsprozess zügig endabzustimmen.

Ich hoffe eine Antwort auf Ihre Sorgen und persönlichen Einschätzungen gegeben zu haben und stehe Ihnen für Rückfragen gerne auch im direkten Austausch zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Karin Thissen