Befürworten Sie, wie Bundeskanzler Merz die "Rückführung" wehrfähiger ukrainischen Männer aus Deutschland - auch wenn sie möglicherweise in diesem sinnlosen Krieg abgeschlachtet werden?
Sehr geehrte Frau Radomski, mit Entsetzen habe ich in der NRZ vom 14.04.2026 einen Artikel gelesen, in dem Herr Merz und Herr Selensky grundsätzlich vereinbart haben, dass die wehrfähigen ukrainischen Männer, die in Deutschland Zuflucht gesucht haben, zurück in die Ukraine sollen, "um das Land zu verteidigen". Ich finde es erschreckend, mit welcher Leichtigkeit darüber debattiert wird, junge Menschen möglicherweise in den sicheren Tod zu schicken. Es läuft mir kalt den Rücken herunter, wenn ich daran denke, dass auch meine beiden Söhne so leichtfertig den Kanonen zum Fraß vorgeworfen werden würden. Wofür steht nochmal das "C" in CDU?!
Mit freundlichen Grüßen aus Moers
Nils G.
Sehr geehrter Herr G.,
vielen Dank für Ihr Schreiben. Ich kann gut nachvollziehen, dass die Berichte zu diesem Thema Sorgen auslösen können, gerade mit Blick auf die eigene Familie.
Die Ukraine ist gezwungen sich zu verteidigen. Die Gespräche zwischen Bundeskanzler Merz und Präsident Selenskyj stehen im Kontext dieses Krieges und der schwierigen Lage der Ukraine. Dabei ist es verständlich, dass auch die Rolle wehrfähiger Staatsbürger diskutiert wird.
Diese Fragen werden derzeit auf europäischer Ebene beraten. Es geht dabei nicht um Zwangsrückführungen, sondern um die Frage, unter welchen Bedingungen der automatische vorübergehende Schutz künftig gewährt wird. Das sind Entscheidungen, die sorgfältig und im rechtlichen Rahmen getroffen werden müssen und bei denen die Details noch nicht abschließend geklärt sind.
Die CDU/CSU-Fraktion stellt die Würde jedes Einzelnen in den Mittelpunkt. Gerade deshalb nehmen wir solche Fragen sehr ernst und wägen sorgfältig ab: zwischen Solidarität mit dem eigenen Land und unserer Verantwortung gegenüber den Menschen, die Schutz bei uns suchen.
Mit freundlichen Grüßen
Kerstin Radomski MdB
