Wie begründen Sie als Vorsitzender die Begriffe „Normalform“, „abseitige sexuelle Vorlieben“ und „sexuelle Abweichungen“ in dem Wahlprogramm für Sachsen-Anhalt gegenüber homosexuellen Menschen?
In dem Wahlprogramm der AfD Sachsen-Anhalt schreiben Sie, in der Kita sei die Familie aus Mann und Frau als „Normalform des Zusammenlebens“ vorauszusetzen. Zudem ist von „sexuellen Abweichungen“ die Rede, die mehr Akzeptanz genössen als die Familie aus Mann und Frau.
Wie begründen Sie diese Einordnung, wenn Homosexualität heute weder wissenschaftlich noch medizinisch als unnatürlich/unnormal gilt? Wie ist diese Position mit Ihrem Verweis auf biologische Argumente an anderer Stelle im Wahlprogramm vereinbar?
Welche politischen Folgen sollen sich aus diesen Formulierungen für die Gleichbehandlung homosexueller Paare und Familien sowie für Bildungs-, Schutz- und Unterstützungsangebote für LGBTQ+-Menschen ergeben?
Und auf welche Daten oder Studien stützen Sie Ihre Aussage, dass solche Lebensweisen heute mehr Akzeptanz genössen als die Familie aus Mann und Frau?
Sehr geehrter Herr F.,
Der Begriff „Normalform“ bezeichnet einen Standard beziehungsweise eine gesellschaftlich vorherrschende Norm oder den Durchschnitt. Bezogen auf die deutsche Bevölkerung bedeutet dies, dass Heterosexualität häufiger vertreten ist als Homosexualität. Die verwendeten Begriffe sollen dabei keine Bewertung oder Abwertung homosexueller Menschen ausdrücken, sondern lediglich beschreiben, dass Heterosexualität statistisch gesehen die häufigste Form sexueller Orientierung in Deutschland ist - ca. 89 bis 93 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen sind heterosexuell. Heterosexualität ist auch deshalb als gesellschaftliche „Normalform“, weil nur aus der biologischen Verbindung von Mann und Frau neues Leben entstehen kann und dadurch der Fortbestand der Gesellschaft gesichert wird.
Aus dieser Einschätzung Nachteile für Homosexuelle abzuleiten ist unsinnig. Es wird keine Benachteiligung von Homosexuellen geben.
Die in der Gesellschaft überall virulente LSBTQ-Ideologie lehnen wir jedoch entschieden ab.
Beste Grüße
Martin Reichardt
