Wie kann es sein, dass Psychotherapeut*innen ab 1.4.2026 mit einer Kürzung von 4,5% leben müssen? Bitte setzen Sie sich für uns ein!
Sehr geehrter Herr Gastel,
mein Name ist Simone S., ich mache derzeit die Weiterbildung zur psychologischen Psychotherapeutin nach alter Ausbildungsordnung. Die Ausbildung kostete mich bisher etwa 20.000€, wobei der Ausfall meiner Einkünfte aufgrund von 1800 Stunden in 18 Monaten in Psychiatrie & Psychosomatik für nur 1000€ pro Monat noch nicht mit eingerechnet sind.
In meiner Arbeit habe ich mit schwerwiegenden psychischen Störungen zu tun, ich arbeite mit Personen die tlw. starkem Leid und Traumata ausgesetzt waren. Wenn es diesen Personen gelingt, wieder ein vernünftiges Leben als Teil der Gesellschaft zu gestalten, wieder zu arbeiten, ihre Kinder wieder selbst zu versorgen bzw. Arbeitsausfälle überhaupt zu vermeiden, bin ich eine zufriedene Person. Obwohl es für mich persönlich tlw. schwer ist, das Gehörte zu verarbeiten. Bitte erklären Sie mir, wie kann es sein, dass dieser Dienst an der Gesellschaft und den Menschen nicht geschätzt wird? Können Sie sich bitte einsetzen?
Liebe Frau S.,
vielen Dank für Ihre Frage und Ihre tägliche Arbeit für die Gesellschaft. Ich teile Ihr Unverständnis und habe Rücksprache mit der zuständigen Person meiner Fraktion gehalten. Dementsprechend kann ich mitteilen, dass die Absenkung der psychotherapeutischen Leistungen höchstproblematisch ist. Der Prozess wurde von Kolleg*innen meiner Fraktion Bündnis 90/Die Grünen aufmerksam begleitet. Die Senkung um 4,5 % ist unverständlich. Ausgerechnet Psychotherapeut*innen sollen zukünftig weniger für die Behandlung erhalten. Psychotherapeutische Arbeit muss adäquat finanziert werden! Wir Grünen werden weiterhin dafür einstehen, dass angemessene finanzielle Rahmenbedingungen geschaffen werden. Außerdem setzen uns darüber hinaus beständig für eine angemessene Finanzierung der Psychotherapeut*innen in Weiterbildung und eine Verbesserung der Versorgung ein!
Mit freundlichen Grüßen
Matthias Gastel
