Wie positionieren Sie sich zur Brandmauer-Debatte, nach dem Fall Ihres Parteikollegen von Jagow? Welche konkreten Ansätze verfolgen Sie gegen Rechtsextremismus in Berlin, insbesondere in Lichtenberg?

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Frage von Alesia H. •

Wie positionieren Sie sich zur Brandmauer-Debatte, nach dem Fall Ihres Parteikollegen von Jagow? Welche konkreten Ansätze verfolgen Sie gegen Rechtsextremismus in Berlin, insbesondere in Lichtenberg?

Hallo Herr Künzel,

im Juli 2026 forderte Ihr Berliner Parteikollege Ludwig von Jagow in einem Cicero-Gastbeitrag ein Ende der Brandmauer zur AfD. Volt Berlin distanzierte sich davon offiziell und bezeichnete die Position als Einzelmeinung, die den Grundwerten der Partei widerspricht.

Vor diesem Hintergrund interessiert mich Ihre persönliche Haltung als Direktkandidat für Lichtenberg: Wie stehen Sie zur Abgrenzung gegenüber der AfD, und mit welchen konkreten politischen Maßnahmen wollen Sie Rechtsextremismus in Ihrem Wahlkreis und im Bezirk Lichtenberg entgegentreten – etwa im Hinblick auf Prävention, Zivilgesellschaft oder kommunale Strukturen?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

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Antwort von Volt

Hallo,

Ich stehe klar zur Brandmauer und zur Abgrenzung zur AfD. Diese verirrte Einzelmeinung eines unserer Kandidaten hat mich auch schockiert. Kein Fingerbreit den Rechtsextremisten.

Ich bin davon überzeugt, dass gute Lösungen und Maßnahmen auch immer eine demokratische Mehrheit finden können, weshalb man auf keine Weise mit der AfD zusammenarbeiten braucht.

Das Erstarken des Rechtsextremismus und -populismus macht mir Angst und es ist unfassbar wichtig, sich dagegenzustellen. Unter anderem aufgrund des erstarkenden Rechtspopulismus wurde Volt gegründet, als echte Gegenbewegung, die für eine Gemeinsam und nicht ein Gegeneinander steht.

Ich glaube, dass auch genau das wichtig ist. Die demokratischen Parteien müssen jetzt umso mehr geschlossen zusammen stehen gegen die AfD, egal wie groß die sonstigen inhaltlichen Differenzen sind. Und es müssen dringend die vielen kleinen Probleme gelöst werden, die die Menschen tagtäglich erleben, weshalb sie das Gefühl haben, der Staat funktioniert nicht. Es wird nicht schnell gehen, aber durch eine Politik, die kontinuierlich Verbesserungen der Lebenssituation der Menschen erreicht, angefangen von sauberen Straßen bis hin zu bezahlbarem Wohnraum, kann man den Menschen wieder Vertrauen in Politik und Staat zurückgeben.

Und ganz essentiell ist es, mehr Möglichkeiten für junge Menschen zu schaffen. Mehr, bessere und kostenlose Freizeitangebote, funktionierende Jugendclubs, etc. Außerdem eine stärkere politischen Bildung, ein Fokus zum Umgang mit Fake News und Desinformation. Es ist falsch, wenn an Jugend und Bildung gespart wird.

Aber das Problem ist vielschichtig, deshalb wird dies nicht kurzfristig zu lösen sein. Es braucht viele kleine Schritte. Es braucht pragmatische Lösungen und weniger Gegeneinander der demokratischen Parteien gerade auf der lokalen und regionale Ebene.

Ich hoffe, meine Antwort ist ausreichend detailliert. Ansonsten würde ich mich freuen, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen und darüber zu debattieren.

Vielen Dank für Ihre Frage und viele Grüße

Nicolas Künzel

 

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