Trotz der negativen Erfahrungen aus Österreich (seit 2022) und Kritik aus der Branche plant die SPD eine Änderung der Krypto-Steuern. Setzen Sie sich klar gegen die Abschaffung der Haltefrist ein?
Das BMF plant laut Eckwertebeschluss 2027 eine Änderung der Besteuerung von Kryptowerten, wobei die Abschaffung der Haltefrist im Raum steht und auch von Grünen und Linken gefordert wird. Österreich hat diesen Schritt 2022 vollzogen und besteuert Krypto seither mit 27,5 % KESt. Laut parlamentarischer Anfragebeantwortung lagen die Einnahmen daraus 2023 jedoch nur bei rund 33 Mio. Euro. Gleichzeitig stehen potenziell deutlich höhere Opportunitätskosten durch höhere Betriebskosten für Unternehmen und Finanzbehörden, Kapitalabwanderung, geringere Investitionen und Standortnachteile im Raum. Zudem basieren die teils genannten Milliarden-Mehreinnahmen häufig auf fragwürdigen Modellrechnungen mit Durchschnitts- statt Medianwerten sowie teils unplausiblen Annahmen zum Anlegerverhalten.
[1] https://www.parlament.gv.at/dokument/XXVIII/AB/1948/imfname_1702662.pdf
[2] https://www.blocktrainer.de/blog/krypto-steuer-welchen-effekt-haetten-die-neuen-plaene-der-bundesregierung-wirklich
Steuerliche Regelungen sollten verlässlich und planbar sein. Das gilt auch für die Besteuerung von Kryptowerten. Häufige Änderungen schaffen Rechtsunsicherheit und können den Innovations- und Investitionsstandort Deutschland schwächen. Eigentlich ist das auch unserem Koalitionspartner, der SPD, bekannt.
Die derzeitige Haltefrist bietet privaten Anlegern eine klare und leicht verständliche Regelung. Sollte sie geändert werden, müssen die Auswirkungen auf Anleger, Unternehmen und die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzstandorts Deutschland sorgfältig geprüft werden. Dabei sollten selbstverständlich auch die Erfahrungen anderer Länder berücksichtigt werden.
Ich sehe derzeit keinen überzeugenden Grund, eine bewährte Regelung ohne nachweisbaren Mehrwert aufzugeben. Steuerrecht sollte einfacher und nicht komplizierter werden. Deshalb stehe ich Änderungen, die zu zusätzlicher Bürokratie oder Rechtsunsicherheit führen, kritisch gegenüber.
