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Guten Tag, Frau Kirschbaum, meine Frage an Sie : Sind Sie für die Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung? Mit freundlichen Grüßen Ines Scholz

Simone Kirschbaum
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Frage von Ines S. •

Guten Tag, Frau Kirschbaum, meine Frage an Sie : Sind Sie für die Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung? Mit freundlichen Grüßen Ines Scholz

Simone Kirschbaum
Antwort von SPD

Ich halte eine pauschale Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung nicht für den richtigen Weg. Natürlich müssen wir darüber nachdenken, wie wir unsere Rente langfristig reformieren und zukunftsfest machen können. Dabei darf aber nicht allein die statistische Lebenserwartung entscheidend sein.

Es macht einen erheblichen Unterschied, ob jemand 40 Jahre körperlich schwer gearbeitet hat, beispielsweise im Handwerk, in der Pflege oder auf dem Bau, oder ob jemand überwiegend körperlich weniger belastende Tätigkeiten ausgeübt hat. Deshalb sollten bei einer Reform auch die tatsächlich geleisteten Arbeitsjahre, die Art des Berufs und die körperliche und psychische Belastung berücksichtigt werden. Wer lange und unter hoher Belastung gearbeitet hat, muss die Möglichkeit haben, früher in einen guten und würdevollen Ruhestand zu gehen.

Für mich gehört zu einer gerechten Rentenreform außerdem, dass wir die Finanzierung auf eine breite Grundlage stellen. Auch Selbstständige sollten grundsätzlich in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden. Gerade selbstständige Handwerkerinnen und Handwerker leisten viel für unsere Gesellschaft, haben aber häufig keine ausreichende Altersvorsorge. Es kann nicht sein, dass Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet haben, im Alter vor der Frage stehen, ob sie sich den Ruhestand überhaupt leisten können.

Eine gute Rentenreform muss deshalb mehrere Faktoren zusammenbringen: eine solide Finanzierung, faire Beiträge, die geleisteten Arbeitsjahre und die individuelle Arbeitsbelastung. Unser Ziel muss sein, dass Menschen nach einem langen Arbeitsleben von ihrer Rente gut und würdevoll leben können – unabhängig davon, ob sie angestellt oder selbstständig waren.

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