Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus dürfen erstmals auch junge Menschen ab 16 Jahren wählen. Was wären Ihre 3 wichtigsten Botschaften für diese Zielgruppe?
Sehr geehrter Herr Z.,
vielen Dank für Ihre wichtige Frage. Dass 16- und 17-Jährige jetzt erstmals das Berliner Abgeordnetenhaus mit wählen können, ist für mich mehr als eine Änderung des Wahlrechts. Es ist die Aufforderung an die Politik, junge Menschen ernst zu nehmen. Daher möchte ich sie auffordern, ihre neue Möglichkeit zu nutzen – damit Politik ihnen auch nach dem Wahltag zuhört.
Meine drei wichtigsten Botschaften an die 16- und 17-Jährigen, die erstmals wählen dürfen, sind:
1. Eure Stimme zählt – nicht erst irgendwann, sondern jetzt.
Bei meinen Wahlforen am Manfred-von-Ardenne-Gymnasium und bei der Sportjugend Berlin habe ich erlebt, wie klar junge Menschen ihre Vorstellungen formulieren, wenn man ihnen wirklich zuhört. Deshalb reicht es mir nicht, Jugendliche nur gelegentlich nach ihrer Meinung zu fragen. Sie müssen mitentscheiden können. Das Berliner SPD-Wahlprogramm sieht verbindliche Beteiligungsrechte und ein Kinder- und Jugendparlament auf Landesebene vor. In Lichtenberg wollen wir zusätzlich Jugendzukunftskonferenzen und den Schüler*innenhaushalt stärken und ein gewähltes Kinder- und Jugendparlament schaffen.
Denn Demokratie lernt man am besten, wenn man erlebt: Meine Stimme zählt.
2. Eure Chancen dürfen nicht vom Geldbeutel oder von einer Behinderung abhängen.
Für mich bedeutet „Teilhabe für alle“: Jede und jeder muss hinkommen und mitmachen können – in Schule, Ausbildung, Kultur, Freizeit und Sport. Deshalb wollen wir gebührenfreie Bildung, kostenloses Schulessen und Schülerticket sichern und Jugendlichen eine Kulturkarte ermöglichen. Gleichzeitig investieren wir in Schulen und Jugendangebote und wollen gleiche Bildungschancen unabhängig vom Elternhaus. In Lichtenberg sollen Jugendfreizeiteinrichtungen erhalten und ausreichend finanziert, Spiel- und Sportplätze inklusiv und gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen weiterentwickelt werden.
3. Euer Kiez muss ein Ort sein, an dem ihr gerne lebt – und den ihr mitgestalten könnt.
Dazu gehören für mich sichere Schul- und Radwege, bezahlbare Mobilität, Jugendclubs, Kultur und Orte, an denen man sich ohne großen Geldbeutel treffen und Sport treiben kann. In meinem Wahlkreis gehört dazu besonders das Sportforum Hohenschönhausen: Es soll nicht nur ein herausragender Ort für Nachwuchs-, Spitzen- und Parasport sein, sondern stärker auch als Frei- und Erholungsraum für die Stadtgesellschaft wirken. Und sichere Schulwege, gute Querungen sowie sanierte Fuß- und Radwege sind ganz konkrete Voraussetzungen dafür, dass junge Menschen selbstständig unterwegs sein können.
Ich hoffe, dass Ihnen, sehr geehrter Herr Z., diese Antwort auf Ihre Frage genügt.
Mit engagierten Grüßen.
Stefan Schenck
