Würden Sie für schnelle und unkomplizierte Verbesserungen im SPNV Landesmittel für die D-Ticket Freigabe im IC Karlsruhe-Stuttgart-Nürnberg bewilligen?
Die Regionalzüge RE1 Stuttgart-Vaihingen Enz-Karlsruhe und RE90 Stuttgart-Nürnberg sind oft brechend voll, so dass oft nicht mal eine Fahrradmitnahme möglich ist. Es gibt beim RE1 nur einen 2h+1h Takt, so fehlt ein weiterer 2h Takt um auf ein Halbstundentakt zu kommen, dafür fährt in den Lücken normalerweise der IC Karlsruhe-Vaihingen Enz-Stuttgart-Nürnberg(-Leipzig), dieser ist sehr viel teurer und deshalb meistens gering bis mittelmäßig ausgelastet. Es sind mehr und größere Züge geplant und bestellt, bis zum neuen Fahrplan und Verfügbarkeit der Fahrzeuge dauert es wohl noch ein paar Jahre. Am schnellsten und einfachsten ist die Freigabe der IC-Züge auf der Strecke, das kostet nicht wenig, könnte aber vom Land und DB-Fernverkehr sofort ermöglicht werden um den RE1 und RE90 zu entlasten und einen Halbstundentakt für alle sofort anzubieten. Die Anzahl an D-Ticket Abonnent_innen/Fahrgästen ist weiter gestiegen. Würden Sie sich für die schnelle Verbesserung einsetzen?
Ja, wir würden uns für solche pragmatischen, schnellen und unkomplizierten Verbesserungen wie die Freigabe von IC-Zügen für Nahverkehrstickets einsetzen und dafür auch die notwendigen Landesmittel zur Verfügung stellen.
Sie sprechen völlig zu Recht die Kosten an, die das Land für die Freigabe des IC-Fernverkehrs an die DB zahlen müsste. Wir fordern in unserem Landtagswahlprogramm konkret, die Regionalisierungsmittel (die Gelder für den Schienenpersonennahverkehr) von 12,7 Milliarden auf 25,4 Milliarden Euro zu verdoppeln. Mit diesen massiv aufgestockten Mitteln ließen sich Kapazitätserweiterungen und Tarifausgleiche zur Entlastung von überfüllten Zügen wie dem RE1 und RE90 sofort finanzieren.
Dass derzeit beim RE1 Lücken klaffen und kein durchgehender Halbstundentakt existiert, ist für uns nicht hinnehmbar. Wir fordern den kontinuierlichen Ausbau des ÖPNV, bei dem Taktzeiten von mindestens 30 Minuten verwirklicht werden. Da die Beschaffung neuer Züge – wie Sie richtig anmerken – Jahre dauert, ist die Nutzung parallel fahrender, aber schlecht ausgelasteter IC-Züge eine äußerst sinnvolle Sofortmaßnahme, um diesen Halbstundentakt rasch zu etablieren.
Die gestiegene Anzahl an Fahrgästen durch das D-Ticket ist ein Erfolg, der durch ausreichendes Platzangebot gestützt werden muss. Wir wollen das Deutschland-Ticket erhalten, fordern aber in einem ersten Schritt die Preissenkung auf ein flächendeckendes 9-Euro-Ticket und ein Ticket zum Nulltarif für Schülerinnen, Azubis, Studierende, Rentnerinnen und einkommensschwache Menschen. Unser Ziel ist perspektivisch der fahrscheinlose Nulltarif im gesamten ÖPNV.
Zudem ist uns die Öffnung des Fernverkehrs für die breite Bevölkerung wichtig: Wir fordern, dass alle Abonnent*innen (eines Nahverkehrstickets) sechs Freifahrten pro Jahr im Fernverkehr erhalten sollen. Wir wollen die strikte Trennung von Nah- und Fernverkehrstarifen aufbrechen. Wir fordern zudem die Wiedereinführung der Zuggattung „Interregio“ für den mittellangen Fernverkehr, um eine Lücke zwischen Regional- und Fernverkehr zu schließen und Städte mindestens im Zweistundentakt anzubinden.
