Bewältigung der Wohnkrise in Europa

Das EU-Parlament hat über Maßnahmen zur Förderung von angemessenem, nachhaltigem und bezahlbarem Wohnraum in der Europäischen Union abgestimmt und diese angenommen. Hintergrund der Debatte ist die angespannte Lage auf vielen Wohnungsmärkten in Europa, die unter anderem durch ein begrenztes Wohnungsangebot sowie deutlich gestiegene Miet- und Immobilienpreise gekennzeichnet ist. In den vergangenen Jahren sind die Preise für Wohnimmobilien in der EU stark gestiegen, während auch die Mieten deutlich zugenommen haben.

Der Berichtsentwurf hebt hervor, dass die Wohnraumkrise vor allem durch ein Ungleichgewicht zwischen hoher Nachfrage und einem zu geringen Angebot an Wohnungen verursacht wird. Deshalb wird vorgeschlagen, den Neubau und die Renovierung von Wohnraum stärker zu fördern und Investitionen zu erleichtern. Neben öffentlichen Mitteln sollen dabei auch private Investitionen eine wichtige Rolle spielen. Gleichzeitig wird angeregt, bürokratische Hürden im Bausektor zu reduzieren, Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und die Rahmenbedingungen für Bauunternehmen zu verbessern. Darüber hinaus geht es in dem Bericht um Maßnahmen zur Unterstützung bestimmter Bevölkerungsgruppen, etwa junger Menschen, Familien oder Beschäftigter in systemrelevanten Berufen, die sich in vielen Regionen kaum noch Wohnraum leisten können. Auch die Modernisierung des bestehenden Wohnungsbestands, die Verbesserung der Wohnqualität sowie die Bekämpfung des Fachkräftemangels im Baugewerbe werden thematisiert. Die Zunahme von Kurzzeitvermietungen wird problematisiert und gefordert, gesetzlich nachzuschärfen, um ein Gleichgewicht zwischen Tourismus und Zugang zu bezahlbarem Wohnraum herzustellen. Die Mitgliedstaaten werden zudem nachdrücklich aufgefordert, Mieterrechte zu stärken und unverhältnismäßige Mieterhöhungen zu verhindern. 

Grundsätzlich betonen die Abgeordneten, dass die Wohnungspolitik weiterhin vor allem in der Verantwortung der Mitgliedstaaten liegt. Die Europäische Union könne jedoch unterstützend wirken, etwa durch die Mobilisierung von Investitionen, den Abbau rechtlicher Hindernisse und die Verbesserung der Datengrundlagen für eine evidenzbasierte Wohnungspolitik.

Achtung: Die rechts dargestellten Abstimmungsergebnisse spiegeln nur das Abstimmungsverhalten der 96 deutschen EU-Abgeordneten wider und nicht das aller 720 EU-Abgeordneten.

Der Bericht wurde insgesamt mit 367 Ja-Stimmen zu 166 Nein-Stimmen bei 84 Enthaltungen angenommen. Von den deutschen EU-Abgeordneten stimmten 44 dafür und 28 dagegen. Es gab elf Enthaltungen.

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Dafür gestimmt
44
Dagegen gestimmt
28
Enthalten
11
Nicht beteiligt
12
Abstimmungsverhalten von insgesamt 95 Abgeordneten.
Name Absteigend sortieren FraktionWahlkreisStimmverhalten
Portrait von Matthias EckeMatthias EckeS&D Nicht beteiligt
Portrait von Christian EhlerChristian EhlerEVP Dafür gestimmt
Portrait von Engin ErogluEngin ErogluRenew Dafür gestimmt
Sebastian Everding draußen im GrünenSebastian EverdingThe Left Enthalten
Portrait von Markus FerberMarkus FerberEVP Dafür gestimmt
Ruth Firmenichfraktionslos Dagegen gestimmt
Portrait von Daniel FreundDaniel FreundGrüne/EFA Enthalten
Portrait von Tomasz FroelichTomasz FroelichESN Dagegen gestimmt
Portrait von Heinz Michael GahlerHeinz Michael GahlerEVP Enthalten
Profilbild-Alexandra-GeeseAlexandra GeeseGrüne/EFA Enthalten
Portrait von Jens GeierJens GeierS&D Dafür gestimmt
Thomas Geisel trägt eine Brille und ein blaues Jackett mit blauer Weste und weißem HemdThomas Geiselfraktionslos Dagegen gestimmt
Portrait von Niels GeukingNiels GeukingEVP Dafür gestimmt
Portrait von Jens GiesekeJens GiesekeEVP Enthalten
Portrait von Andreas GlückAndreas GlückRenew Dafür gestimmt
Portrait von Martin GüntherMartin GüntherThe Left Dagegen gestimmt
Svenja Hahn MdEPSvenja HahnRenew Dafür gestimmt
Portrait von Martin HäuslingMartin HäuslingGrüne/EFA Enthalten
Portrait von Niclas HerbstNiclas HerbstEVP Dafür gestimmt
Portrait von Monika HohlmeierMonika HohlmeierEVP Dafür gestimmt
Portrait von Marc JongenMarc JongenESN Nicht beteiligt
Portrait von Alexander JungbluthAlexander JungbluthESN Dagegen gestimmt
Portrait von Mary Khan-HohlochMary Khan-HohlochESN Dagegen gestimmt
Portrait von Stefan KöhlerStefan KöhlerEVP Dafür gestimmt
Portrait von Moritz KörnerMoritz KörnerRenew Dafür gestimmt