Wie kann die SPD wieder zur Volkspartei? Wie verhindert die SPD ihren Absturz?
Sehr geehrter Herr Stoch,
die SPD befindet sich in ihrer größten Krise der Parteigeschichte. In der Wahl in Baden-Württemberg flog die SPD fast aus dem Landtag raus. In den Umfragen sinkt die SPD Schritt für Schritt weiter. Viele ehemalige SPD Wählern sind zur der rechtsextremen AfD gegangen, obwohl die AfD KEINE Arbeiterpolitik macht sondern gar die Arbeiterrechte attackiert. Wenn dies so weiter geht, wird die SPD bei der nächsten Bundestagswahl um ein zweistelliges Wahlergebnis bangen. Das darf eigentlich nicht sein. Ich spüre selbst, dass immer mehr SPD Wähler sich von der SPD abwenden und zur AfD, Linke, Grüne oder Volt wechseln.
Ist es der SPD bewusst, dass sie aktuell auch wie bei der SPD vor dem politischen Tod steht? Wo sind die Alarmsirenen bei der SPD?
Ich mache mir große Sorgen um die SPD. In der SPD muss sich endgültig ändern und der Realität annehmen. Es gibt viele Probleme im Land, warum hört die Regierung nicht auf die Bevölkerung?
Das sind gute und richtige Fragen, die zurzeit ja auch sehr häufig gestellt werden. Es gibt auch Antworten, Pläne, Ziele, so viele, dass ich Sie Ihnen an dieser Stelle nicht annähernd ausführen könnte. NUR: Diese Antworten haben bisher nicht geholfen, die Pläne haben nicht funktioniert, die Ziele wurden nicht erreicht. Ich habe für das miserable Abschneiden der SPD bei der Landtagswahl die Verantwortung übernommen und ziehe mich aus der Spitze unserer Partei zurück, um eine Neuaufstellung zu ermöglichen. Und ich werde denen, die jetzt Verantwortung übernehmen, keinen Vorschriften machen, wie sie das zu tun haben.
Einen Tipp habe ich für Sie: Machen Sie es sich bei der Bewertung von Politik nicht zu leicht. Glauben Sie mir, niemand in der SPD ist jemals morgens aufgestanden und hat gesagt: "Heute wollen wir die Arbeiter verlieren". Oder "Heute wollen wir mal nicht auf die Bevölkerung hören". Oder "Heute wollen wir mal keine erfolgreiche Politik machen". Das ist alles, leider, viel komplizierter.
Nichts für ungut und vielen Dank für die Frage!
